Neukölln

Rettungswagen der Berliner Feuerwehr mit Eiern beworfen

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Die Besatzung des Rettungswagens und Zivilkräfte der Berliner Polizei nach der Eierwurf-Attacke in Neukölln am Dienstagabend.

Die Besatzung des Rettungswagens und Zivilkräfte der Berliner Polizei nach der Eierwurf-Attacke in Neukölln am Dienstagabend.

Foto: Morris Pudwell

„Es hat geknallt, als wären wir mit Steinen beworfen worden“, sagte ein Rettungsanitäter. Eine Einsatzfahrt musste abgebrochen werden.

Berlin. Unbekannte haben am Dienstagabend in Neukölln einen Rettungswagen der Berliner Feuerwehr mit Eiern beworfen. Die Eierwürfe erfolgten während einer Einsatzfahrt gegen 20.50 Uhr an der Kreuzung Hermann-/Silbersteinstraße, wie es vor Ort hieß.

Die Besatzung des Einsatzfahrzeugs fuhr nach den Eierwürfen etwas weiter, um in Sicherheit aussteigen zu können. Dabei wurde auch die Berliner Polizei alarmiert. Ihren Einsatz mussten die Rettungskräfte abbrechen.

Die Einsatzkräfte stellten dann fest, dass der Rettungswagen übersät mit Eierschalen und Eidotter war.

Angriff auf Rettungswagen in Neukölln: „Als wären wir mit Steinen beworfen worden“

„Es hat geknallt, als wären wir mit Steinen beworfen worden“, sagte ein Rettungsanitäter vor Ort. Die Polizei dokumentierte den Schaden und fertigte Anzeigen wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Sachbeschädigung.

Der oder die Täter flüchteten unerkannt. Zur Einsatzstelle der Feuerwehr musste ein anderer Rettungswagen geschickt werden.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Berlin, die auch die Feuerwehrleute vertritt, twitterte am Mittwochmorgen zu dem Angriff lediglich: „Sauerei“.

Polizisten und Feuerwehrleute werden immer häufiger angegriffen

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Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und sonstiger Rettungskräfte werden in Berlin immer häufiger angegriffen. In den vergangenen vier Jahren gab es rund 32.000 Attacken. Soweit die Täter ermittelt werden konnten, kommt es nur in Einzelfällen zu Freiheitsstrafen. Meist wird eine Geldstrafe verhängt.

Der Paragraf 114 des Strafgesetzbuches ermöglicht es, Angriffe auf Polizisten mit bis zu fünf Jahren Haft zu bestrafen. Seit Mai 2017 werden Attacken auf Vollstreckungsbeamte und Rettungskräfte entsprechend härter bestraft.

Berliner Feuerwehr fährt eine Null-Toleranz-Strategie

Die Berliner Feuerwehr fährt seit 2018 eine Null-Toleranz-Strategie bei Angriffen auf ihr Personal. Jeder Vorfall werde dokumentiert und zur Anzeige gebracht. Das war in der Vergangenheit nicht immer der Fall.

( BM )