Charlottenburg

Randale und Polizeieinsatz in Berliner Schwimmbad

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Am Sonntagabend stürmte eine  Gruppe Jugendlicher den Sprungturm im Olympiabad in Charlottenburg. Die Polizei musste alarmiert werden und das Bad schließen.

Am Sonntagabend stürmte eine Gruppe Jugendlicher den Sprungturm im Olympiabad in Charlottenburg. Die Polizei musste alarmiert werden und das Bad schließen.

Foto: Lehtikuva Teemu Salonen / picture-alliance/ dpa

Randale am Sprungturm, Einbruch ins Kassenhaus: In zwei Schwimmbädern gab es am Wochenende Probleme.

Berlin. Erneut ist es in einem Berliner Schwimmbad zu einem Vorfall mit renitenten Besuchern und einem folgenden Polizeieinsatz gekommen. Am Sonntagabend habe eine große Gruppe Jugendlicher den Sprungturm im Olympiabad in Charlottenburg gestürmt, sagte ein Sprecher der Bäder-Betriebe. Die Berliner Polizei musste alarmiert werden und das Bad schließen.

Beteiligt hätten sich gegen 19 Uhr etwa 50 Menschen, hieß es. Möglicherweise sei die Aktion geplant und per Flashmob gestartet worden. Das habe alles sehr plötzlich und sehr gesteuert gewirkt, so der Sprecher. Das Freibad sei zu dieser Uhrzeit schon etwas leerer gewesen. Wie viele Polizisten im Einsatz waren und ob es Festnahmen gab, konnte die Polizei zunächst noch nicht mitteilen.

Zudem wurde im Neuköllner Columbiabad in der Nacht zu Montag im Kassenhaus eingebrochen. Die Einbrecher versuchten offenbar, einen Tresor aufzubrechen, das sei ihnen aber nicht gelungen, sagte der Sprecher. Allerdings richteten sie schwere Schäden an, die am Montag repariert werden mussten, so dass das Bad erst später öffnen konnte.

Polizei-Einsätze in Freibädern: Viele Vorfälle in Berlin

Im Lauf des Sommers waren bereits drei größere Vorfälle, bei denen die Polizei in Freibädern eingreifen musste, bekannt geworden. Im Bad am Insulaner in Steglitz und im Neuköllner Columbiabad waren aus kleineren Streitereien zwischen Jugendlichen und jungen Männern heftige Tumulte entstanden. Wachleute mussten eingreifen, schließlich rückte jeweils ein größeres Polizeiaufgebot an.

Viele Randalierer sind bekannt, aber das erteilte Hausverbot lässt sich am Eingang kaum kontrollieren. Rund 170 Wachleute von privaten Sicherheitsfirmen sind an heißen Wochenenden in Berliner Freibädern im Einsatz. 1,5 Millionen Euro geben die Bäder dafür pro Jahr aus.

Gewerkschafter fordert: Besucherzahl beschränken, Hausverbote aussprechen

Bodo Pfalzgraf, Berliner Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), forderte nach Vorfällen Ende Juni, eine maximale Besucherzahl für jedes einzelne Bad festzulegen. Dies müsse durch die Betreiber kontrolliert werden. Auffällig gewordene Badegäste sollten mit Hausverboten von zwölf bis 36 Monaten belegt werden. Für die Kontrollen müssten hauseigene Sicherheitsdienste auch am Wochenende beauftragt werden.

Die Vorschläge der Polizei sind für die Bäder-Betriebe nicht neu. „Wir haben bereits Oberkontingente in Form von Tageskarten“, sagt Sprecher Matthias Oloew. Die Kapazitäten seien von Freibad zu Freibad unterschiedlich. Auch die Erteilung von Hausverboten sei gängige Praxis in den Sommerbädern, doch den Strafzeitraum könnten die Bäder-Betriebe als landeseigenes Unternehmen nicht nach Gusto festgelegen. Der Zeitraum des Betretungsverbots richte sich nach der Schwere des Delikts. Zudem könne das Hausverbot für ein oder mehrere Bäder ausgesprochen werden.

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( BM )