Kreuzberg

Mann sprüht Sarrazin-Porträt an SPD-Zentrale

Polizisten haben einen Sprayer dabei beobachatet, wie er eine Sarrazin-Karikatur mit dem Schriftzug "Nazi-Gen" an die SPD-Zentrale in Kreuzberg gesprüht hat. Doch er entkam unerkannt.

Ein Unbekannter hat am frühen Freitagmorgen eine Karikatur des umstrittenen SPD-Mitgliedes und scheidenden Bundesbank- Vorstand, Thilo Sarrazin, an die Fassade der SPD-Bundesparteizentrale in Berlin-Kreuzberg gesprüht. Dazu war der Schriftzug "das Nazi-Gen" zu lesen. Der Mann wurde dabei von Polizeibeamten in der Wilhelmstraße beobachtet, wie die Polizei mitteilte. Allerdings konnte er in Richtung U-Bahnhof Hallesches Tor flüchten. Die weitere Suche nach ihm blieb erfolglos. Die Polizisten leiteten ein Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung durch Graffiti ein.

Nach heftiger Kritik an seinen Äußerungen zu Migranten und Aussagen seines Buches „Deutschland schafft sich ab“ hatte Sarrazin freiwillig seinen Posten im Vorstand der Bundesbank aufgegeben. Die Behörde hatte bereits beim Bundespräsidenten die Entlassung Sarrazins aus dem Vorstand beantragt. Nach einer vertraulichen Vermittlung durch das Bundespräsidialamt kam Sarrazin diesem möglichen Schritt zuvor und bekommt nun eine monatliche Pension von 10.000 Euro.

Seine Partei, die SPD, will Sarrazin allerdings nicht freiwillig verlassen. Führende Genossen hatten ihm dies öffentlich nahe gelegt. Nach dem Landesverband Berlin hat auch der Vorstand der Bundes-SPD ein Parteiausschlussverfahren und Arbeitslosen eingeleitet. Eine Entscheidung darüber kann sich aber noch Monate hinziehen.