Charity-Festival

20.000 Fans feiern Berlins Beste in der Waldbühne

Die Beatsteaks, Seeed und Max Herre sammeln in der Waldbühne Spenden für Flüchtlinge - beim „Peace x Peace“.

Das Amtsgericht in Neukölln

Das Amtsgericht in Neukölln

Foto: Rolf Kremming / picture alliance / Rolf Kremming

Eines Tages hielt Soulsänger Fetsum die Bilder von den täglich ankommenden Flüchtlingsbooten auf der Mittelmeerinsel Lampedusa nicht mehr aus und beschloss, etwas zu tun. Vor allem das Leid der Kinder ging dem Berliner nicht mehr aus dem Kopf, schließlich waren seine Eltern doch selbst einst vor dem Krieg in Eritrea geflohen und hatten ihm so ein Leben ohne Angst ermöglicht.

So kam Fetsum die Idee für ein Benefizkonzert. Was wäre das für ein Zeichen der Solidarität, wenn er andere Musiker überreden könnte, an einem Abend unentgeltlich zusammen aufzutreten und dabei Spenden für die Krisengebiete sowie Flüchtlingsprojekte in Deutschland zu sammeln? Also griff Fetsum zum Telefonhörer und erzählte befreundeten Künstlern, Semmel-Concerts-Geschäftsführer Dieter Semmelmann und Christian Schneider, Geschäftsführer von Unicef Deutschland, von seinem Projekt. „Ich sehe es als selbstverständlichen Auftrag und als unbedingte soziale Verantwortung von Musikern und Künstlern, die Stimmen der schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft und der internationalen Gemeinschaft so zu verstärken, dass sie gehört werden!“, so der Initiator.

Am Ende stand am Sonntagabend das ausverkaufte Festival „Peace x Peace“ unter dem Motto „Your Voice For Children!“ mit Seeed, den Beatsteaks, Aloe Blacc, MoTrip, Namika, Elif, Dat Adam und den eigens für diesen Anlass gegründeten „P x P Allstars“, bestehend aus Max Herre, Joy Denalane, Patrice, Clueso, Megaloh, Afrob, Samy Deluxe und Cro.

Als Fetsum ihn vor rund 15 Monaten angerufen habe, sei auch er überwältigt gewesen von den Bildern und Nachrichten, die sich täglich überschlugen, so Max Herre. „Ich habe keine Minute gezögert, als er mich um Unterstützung bat“, sagte der Rapper. „Als Mutter und Musikerin möchte ich Verantwortung übernehmen und mit Musik und einer Message ein Zeichen setzen“, so auch seine Frau, Sängerin Joy Denalane. „In Zeiten der Globalisierung möchten wir zusammen deutlich machen, dass es nicht der richtige Weg ist, die Grenzen abzuschotten“, so Sänger Peter Fox von Seeed. „Es muss auch in der Bevölkerung ankommen, dass wir es nur gemeinsam schaffen können. Dafür möchten wir heute unsere Stimme erheben.“

Die rund 20.000 Gäste, die am Sonntag in die Waldbühne gekommen waren, waren da schon mal ein Anfang. Schon nach drei Wochen waren die Karten für das Marathon-Konzert ausverkauft gewesen. Unterstützung gab es dafür auch aus der Politik. „Berlin ist eine weltoffene Stadt, die den Menschen hilft, die aus ihrer Heimat fliehen mussten“, so der Regierende Bürgermeister Michael Müller. „Ich möchte mich deshalb bei allen bedanken, die sich für dieses Benefizkonzert oder auch im Alltag für Geflüchtete engagieren und ihnen mit Solidarität begegnen.“

Die Moderation des Festivals hatte Cherno Jobatey übernommen. „Fetsum hat mich angerufen und gesagt, du kriegst dafür nichts, ich kriege alles, und trotzdem war ich sofort überzeugt.“ Reinerlös und Spenden aus dem Konzert fließen in Unicef-Hilfsprojekte in Syrien und den Nachbarländern, im Südsudan sowie in der Ukraine. Zusätzlich werden über den „PxP Embassy e.V.“ Hilfsmaßnahmen in Deutschland unterstützt.