„Game of Thrones“

In Berlin nimmt Tom Wlaschiha auf dem eisernen Thron Platz

In der Arena eröffnet am Dienstagabend eine Ausstellung mit Requisiten aus der Kultserie „Game of Thrones“. Stargast der Schau: Tom Wlaschiha, der in der fünften Staffel der Serie Jaqen H’ghar spielt.

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Tom Wlaschiha hat derzeit einen sehr vollen Terminplan. Seit der Wahlberliner in der fünften Staffel der Fantasy-Serie „Game of Thrones“ in der Rolle des Kriminellen Jaqen H’ghar ein Comeback feiert und seine Kollegin Sibel Kekilli als Kurtisane Shae am Ende der vierten Staffel den Serientod starb, muss Wlaschiha als einziger verbleibender deutscher Darsteller immer dann herhalten, wenn irgendwo unter der Flagge von Westeros der rote Teppich ausgerollt wird oder sich Veranstalter mit dem weltweiten Erfolg der Romanverfilmung von George R.R. Martin schmücken wollen. So las der Schauspieler zuletzt Mitte April an der Seite von Literaturkritiker Denis Scheck in der Bertelsmann-Repräsentanz Unter den Linden aus der Buchvorlage „Das Lied von Eis und Feuer“ und durfte Anfang Mai beim CQ Care Award im Restaurant „The Grand“ in Mitte zusammen mit Designer Guido Maria Kretschmer den gepflegtesten prominenten Mann des Jahres wählen.

Auch am Dienstag stand für Tom Wlaschiha wieder ein solcher Termin an. Zusammen mit seinem irischen Kollegen Liam Cunningham, der in der Serie den Ritter Ser Davos Seewert spielt, und prominenten Gästen wie den Schauspielerinnen Katja Flint und Ursula Karven eröffnete der 41-Jährige am Abend in der Arena in Treptow eine fünftägige „Game of Thrones“-Ausstellung. Bereits zum dritten Mal schickt der US-Sender HBO seine Exponate um die Welt. Nach Stationen in London, Stockholm, Tel Aviv und Madrid und vor Stopps in Amsterdam und Paris haben von diesen Mittwoch und bis Sonntag die Fans des Fantasy-Epos’ in Berlin die Möglichkeit, mit Originalrequisiten und -kostümen sowie mit Modellen von Drachen und weißen Wanderern in die Welt der Sieben Königslande einzutauchen – wenn sie denn Tickets ergattern konnten. Die 10.000 verfügbaren Karten waren im Vorverkauf bereits nach einer halben Stunde vergriffen.

„Für mich ist es eine ganz tolle Möglichkeit, in einer solchen Serie mitspielen zu dürfen“, schwärmte Tom Wlaschiha. „Wenn man vor zehn Jahren in einer US-Produktion dabei sein wollte, musste man sich schon eine Uniform anziehen.“ Der „Game of Thrones“-Effekt sei bei aktuellen Rollenangeboten schon deutlich zu spüren und auch die Produktionsbedingungen eines so großen Projekts seien nicht zu verachten. „Bis auf das Catering, aber das habe ich in England nicht anders erwartet.“Das Geheimnis von „Game of Thrones“ sei, dass alle Beteiligten ihr Bestes geben würden, um das perfekte Ergebnis abzuliefern, fand auch Liam Cunningham. „Ich wäre schon froh gewesen, hätte ich in der Serie nur einen Statisten in der letzten Reihe spielen dürfen.“

Auch das wichtigste Requisit der Serie darf bei der Ausstellung natürlich nicht fehlen: der eiserne Thron. Alle Besucher haben die Möglichkeit, auf dem Objekt der Begierde Platz zu nehmen. Denn seit nunmehr fünfeinhalb Staffeln bekriegen sich in der HBO-Produktion nach der Fantasy-Romanreihe des amerikanischen Autors George R. R. Martin die Häuser Stark, Targaryen, Baratheon, Baelish, Tully, Bolton, Martell, Tyrell, Graufreud, Lennister und Arryn um den Platz auf dem eisernen Thron und die Herrschaft über die Sieben Königslande. Eine fantastische Geschichte mit Drachen, Geistern, Hexen und Rittern über Liebe, Hass, Vertrauen und Verrat vor spektakulären Kulissen sind dabei die Zutaten, aus denen der Erfolg von „Game of Thrones“ gemacht ist. Fans lieben vor allem die Unberechenbarkeit der Handlung, bei der es mit ihrer Lieblingsfigur schnell vorbei sein kann. Wer weiß schon, ob Tom Wlaschiha alias Jaqen H’ghar die sechste Staffel noch erlebt. „Im Herbst wird weitergedreht, aber ich weiß noch nicht, ob auch mit mir“, so der Schauspieler. Für die Karriere nach „Game of Thrones“ kann es also sicher nicht schaden, bis dahin so viele rote Teppiche wie möglich mitzunehmen.

Die Ausstellung umfasst mit Fokus auf der vierten Staffel Installationen, interaktiven Fotostationen sowie eine Sammlung von rund 70 Original-Requisiten. Darüber hinaus präsentiert sie ausgewählte Stücke aus der fünften Staffel. Bei der sogenannten „Ascend the Wall 4D Oculus Rift Virtual Reality Experience“ können die Besucher virtuell die über 200 Meter hohe Mauer betreten, die die Grenze zum Land der Wildlinge, Riesen und Weißen Wanderer bildet und von der Nachtwache gehütet wird. Fans können sich auf eine Sammlung von Kostümen freuen, darunter Rüstungen, Kleider, Mäntel und Schmuck, die Charakteren wie Jaqen H’ghar, Davos Seewert, Tyrion Lannister und Daenerys Targaryen ihre Authentizität verleihen.