Geburtstag

Ornella Muti fühlt sich in Berlin frei

Schauspielerin Ornella Muti verbindet mit der deutschen Hauptstadt private und berufliche Erinnerungen. Die Stadt hat sie immer begleitet - zuletzt bei der Fashion Week. Am Montag feierte sie ihren 60.

Foto: Amin Akhtar

Sie faszinierte neben Gérard Depardieu in „Der Graf von Monte Christo“ und arbeitet mit Woody Allen zusammen für „To Rom with Love“. Seit ihrem Durchbruch mit „Die letzte Frau“ vor über 40 Jahren ist Ornella Muti eine gefragte Darstellerin in italienischen und internationalen Schauspielproduktionen. An diesem Montag feierte die Filmdiva ihren 60. Geburtstag.

Berlin hat die dreifache Mutter in ihrem Leben immer wieder begleitet. Zuletzt besuchte sie die Stadt zur Fashion Week im Januar. Wir treffen die Italienerin in einer Presidential Suite im „Grand Hotel Esplanade“ am Lützowufer. Das Zimmer mit Kaminofen und Panoramablick ist verdunkelt. Ornella Muti sitzt elegant-lässig mit langem Rock und überschlagenen Beinen in einem der Sessel. Sie wechselt einige Sätze in schnellem Italienisch mit ihrer Stylistin und den PR-Leuten und gibt dann überraschend fest die Hand. Dabei strahlt sie und wirft ihre Haare über die Schulter zurück. Das sie erst vor zwei Stunden gelandet ist und schon etliche Interviews hinter sich hat, sieht man ihr nicht an.

Berliner Morgenpost: Was bedeutet Mode für Sie?

Ornella Muti: Mode ist etwas, das Frauen glücklich macht. Es bringt uns zum Spielen. Wenn wir verschiedene Kleider anziehen, spielen wir statt mit Anziehpuppen einfach mit uns selbst (lacht). Natürlich ist Mode nicht lebenswichtig. Aber sie macht Spaß und ist ein Weg, um sich sicherer zu fühlen. Das spannende an Mode ist die ständige Weiterentwicklung. Obwohl alles schon einmal da war, kreieren die Designer immer wieder etwas anderes und gestalten ihre neuen Kreationen ansprechend und neu.

Wie würden Sie Ihren eigenen Stil beschreiben?

Ich habe Valeria, meine Stilistin, und wir sind seit vielen Jahren sehr gute Freunde. Sie kleidet mich mit geschlossenen Augen, ich vertraue ihr und weiß, egal was sie mir anzieht, ich bin sicher glücklich damit. Zwei meiner Lieblingsdesigner sind Fendi und Armani. Armani hat natürlich seinen besonderen Stil, der immer gut ist. Mit Armani liegt man nie falsch. Fendi ist einfach ein großer Spaß, sie machen lustige Taschen, Kleider und Fellmäntel. Privat kleide ich mich sehr einfach, oft Hosen, weil ich viel unterwegs bin. Wenn ich zu Hause bleibe, mag ich es locker und mache mich nicht zurecht.

Sie haben selbst eine Schmucklinie entworfen. Werden Sie auch in Zukunft weiter als Designerin tätig sein?

Leider haben wir die Produktion derzeit eingestellt. Die Firma mit der ich gearbeitet habe, hat gerade geschlossen. Ich muss einen neuen Partner finden und dann wieder von Vorne anfangen (seufzt). Aber die Linie lief sehr gut und das Designen hat mir großen Spaß gemacht. Wir entwarfen hochwertigen Schmuck zu günstigen Preisen. Farbenfrohe Stücke aus Silber und Halbedelsteinen.

Was ist für Sie die Modehauptstadt der Welt?

Ich denke, ich sollte New York sagen. Es ist New York, dann Paris, Mailand und sogar Russland. Russland ist im Wachsen.

Was macht für Sie deutsche Mode aus?

Es gibt sehr gute Designer in Deutschland. Weniger bekannte als die italienischen und französischen Designer, aber sehr gute.

Was bedeutet Ihnen Berlin?

Berlin ist eine sehr junge Stadt und hat eine sehr junge Energie. Viele Dinge passieren und entstehen, das ist sehr spannend. Und ich erinnere mich an die Bären. Als Kind habe ich mir zwei lebendige Bären in Berlin angeschaut, das war toll. Die Familie meiner Mutter war damals nach Deutschland gezogen und ich hatte Verwandte hier. Ich war schon sehr oft in Berlin, für Interviews und Drehs. Das Wetter ist manchmal sehr frustrierend. Aber es ist sehr schön, wie sicher man sich in den Straßen fühlt. Auch wenn man als Frau alleine ist, fühlt man sich nicht in Gefahr. In Berlin fühle ich mich frei.

An welchen neuen Projekten arbeiten Sie im Moment?

Ich arbeite an einem englischen Fernsehprojekt und an einem spanischen Film und ich plane, nach Moskau zu gehen und für mein russisches Stück zu proben. Außerdem habe ich noch einen italienischen Film. Also ich habe recht viel zu tun (lacht).

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