ZDF-Krimi

Felicitas Wolls Weg von Columbo in den Taunus

Felicitas Woll wurde durch die Serie „Berlin, Berlin“ bekannt. Am Montag ermittelt sie wieder als TV-Kommissarin - als Kommissarin Pia Kirchhoff im vierten Taunuskrimi „Tiefe Wunden“.

Foto: Frank Rumpenhorst / dpa

Chinesisches Fernsehen, deutsche Comedyserien, hessische Krimis – Felicitas Woll hat in 17 Jahren vor der Kamera einiges erlebt. Einem breiten Publikum wurde sie als Lolle in der ARD-Serie „Berlin, Berlin“ bekannt. Seitdem spielte sie unter anderem in Historien-Dramen wie „Dresden“ oder „Wir sind das Volk“. Am Montag ist sie als Kommissarin Pia Kirchhoff im vierten Taunuskrimi „Tiefe Wunden“ (20.15 Uhr, ZDF) zu sehen. Ein Gespräch über ihre frühen Erlebnisse in Asien und den Wert guter Drehbücher.

Berliner Morgenpost: Sie sind erst 35 und haben schon viel erlebt in ihrem Schauspielerleben. Sind sie inzwischen ein bisschen zur Ruhe gekommen?

Felicitas Woll: Im Moment genieße ich es sehr. Ich weiß gar nicht, wie viele Kilometer ich in den vergangenen 17 Jahren gereist bin. Für den Taunuskrimi kann ich mit dem Auto zum Dreh fahren und übers Wochenende nach Hause. Das genieße ich sehr.

Mit 19 bekamen Sie das Angebot, eine Serie für das chinesische Fernsehen zu spielen. Wie sehr haben Sie Ihre Anfangsjahre, vor allem die Drehzeit in Asien, geprägt?

Natürlich konnte ich unglaublich viele, wertvolle Erfahrungen sammeln, von denen ich heute profitiere. Mit 17 begann ich mit der Schauspielerei, unter anderem bei den Serien „Die Camper“ und „Die Nesthocker“. Dann kam die Serie für das chinesische Fernsehen. Das war sehr aufregend. Ich stand für 20 Folgen à 45 Minuten vor der Kamera. Es ging darin um eine deutsche Kunststudentin, die sich in einen chinesischen Studenten verliebt. Es wurde ein großer Erfolg im chinesischen Fernsehen, 300 Millionen Zuschauer. Für mich war es ein riesiges Abenteuer. Ich war so jung hatte unglaublich viel Energie, mich hat nichts so schnell umgehauen. Die Dreharbeiten waren aber ziemlich chaotisch, 18 bis 19 Stunden am Tag, das Drehbuch war oft nicht zu verstehen, wurde ständig umgeschrieben. Wo auch immer ich mich bewegt habe, wollten die Menschen meine roten Haare anfassen. Eine unglaubliche Erfahrung, die ich sicher nie vergessen werde.

Viele kennen Sie aus der ARD-Serie „Berlin, Berlin“, die den Deutschen Fernsehpreis für die „Beste Sitcom“ bekam. In den letzten Jahren sind sie eher in ernsteren Rollen zu sehen. Ist das Absicht?

Nein, es hat sich einfach so ergeben, denke ich. Ich habe viele Kinofilme gedreht, Fernsehfilme wie „Dresden“ sind entstanden. Da sind natürlich auch viele ernste Rollen dabei gewesen. Dabei mache auch gerne Komödien. Das ist zwar das schwierigere Genre, aber es liegt mir sehr. Ich hoffe, ich kann bald wieder eine spielen.

Sind Sie dabei wählerisch?

Es braucht einfach ein gutes Drehbuch als solide Grundlage. Bei „Berlin, Berlin“ war es zum Beispiel super. Im Drehbuch einer guten Komödie drückt sich nicht nur die Liebe zu Worten und Dialogen, sondern auch die Liebe zum Beruf im Allgemeinen aus. Dabei können auch die Darsteller ruhig stärker beansprucht werden. Ich bin ein Mensch, der gerne gefordert wird.

Am Montag sind Sie als Kommissarin zu sehen. Gucken Sie selbst gerne Krimis?

Ich bin keine große „Tatort“-Guckerin, lediglich, wenn ich weiß, der wird bestimmt gut oder wenn ich die Kollegen kenne. Bei guten Krimis kommt es darauf an, ob die Geschichte gut erzählt wird. Wie zum Beispiel bei den skandinavischen Verfilmungen der Stieg-Larsson-Romane. Ich finde es aber auch interessant, wenn das Krimi-Genre aus seiner üblichen Erzählweise ausbricht, wie zum Beispiel bei der Serie „Mord mit Aussicht“, das finde ich gut.

Können Sie einen TV-Kommissar nennen, der Sie geprägt hat?

Eigentlich nicht (lacht). Ich habe früher sehr oft „Columbo“ geguckt. Er ist eigentlich der einzige.

Hat der Dreh zum Taunuskrimi Ihnen Spaß gemacht?

Auf jeden Fall. Vor allem war es fantastisch, ältere Kollegen bei der Arbeit zu beobachten. Sie haben oft eine ganz andere Herangehensweise. Sie sind meist ruhig am Set, haben eine andere Art zu spielen. Bei Dieter Hallervorden war ich mir kurz unsicher, wie ich die Szene jetzt mit ihm spielen soll. Er ist auf der einen Seite lustig, hier aber in einer ernsten Rolle zu sehen. Da konnte ich ein Schmunzeln kaum unterdrücken.

Gibt es etwas, was Sie, neben Komödien, in ihrem Beruf gerne öfter machen würden?

Musik. Ich würde gerne mehr singen. Eine neue CD erscheint am 13. Februar. Eine Kinderlieder-CD, sie heißt „Gute Nacht, Sterne“, auf der unter anderem Heike Makatsch, Axel Prahl und Markus Lanz singen. Ich habe dafür selbst geschrieben und gesungen.