Hörbiger/Fürmann

„Ich will ja, aber er dreht ja lieber mit Heike Makatsch“

Benno Fürmann und Mavie Hörbiger sind ab Donnerstag gemeinsam in „Die Einsamkeit des Killers vor dem Schuss“ im Kino zu sehen. Ein Gespräch über Trickbetrüger, Filmrollen und Eifersucht.

Foto: Christian Kielmann

Sie lachen, sie necken sich – und nehmen sich beide nicht zu ernst. Während der Dreharbeiten zu „Die Einsamkeit des Killers vor dem Schuss“ scheinen sich Mavie Hörbiger und Benno Fürmann angefreundet zu haben. Am kommenden Donnerstag kommt dir Tragikomödie in die Kinos. Wir treffen die beiden Hauptdarsteller zum Interview im „Lebensstern“ in Schöneberg, um mit ihnen über Auftragskiller, Trickbetrüger und Eifersucht unter Schauspielkollegen zu sprechen.

Berliner Morgenpost: Wie schön, dass Sie sich Zeit für uns genommen haben.

Benno Fürmann: Klar, die Großmutter meiner Tochter hat die Morgenpost abonniert und deshalb muss ich mich jetzt ganz gepflegt ausdrücken. Ich werde wohl formulierte Sätze von mir geben. (Er lacht.)

In „Die Einsamkeit des Killers vor dem Schuss“ spielen Sie, Frau Hörbiger, eine junge Frau, die anderen das Geld aus der Tasche zieht. Sie, Herr Fürmann, sind ein Killer im Auftrag der EU, der aber nicht töten darf. Ziemlich skurrile Konstellation.

Fürmann: Ich dürfte töten, ich würde ja gerne, aber ich komme nie dazu. Ich bin Teil einer Gruppe von Agenten für den Fall der Fälle – der aber eben nie eintritt. Meine Figur wartet also vergeblich auf den großen Auftritt, kriegt aber kein Bond-Leben. Eher muss er mit behördlich reglementierter „Edel-Hartz IV-Alltags-Popligkeit“ zurecht kommen.

Schon recht unrealistisch...

Fürmann: Naja. Er steht für mich schon ein bisschen als Prototyp unserer Gesellschaft. Es gibt viele, die große Visionen haben, aber dann ratzfatz in eine Schleife hinein geraten. Da haben die Träume schon ein bisschen Patina bekommen, auf ihnen liegt eine kleine Staubschicht. Wie beim Profikiller Koralnik auch.

Frau Hörbiger, Sie sind eine Trickbetrügerin. Wie haben Sie sich der Rolle angenähert?

Mavie Hörbiger: Der Regisseur Florian Mischa Böder hat mir vor den Dreharbeiten eine Dokumentation über Trickbetrüger zur Vorbereitung gegeben. Ich hab’ aber schnell festgestellt, dass mein Charakter, die Rosa, so nicht sein darf.

Wieso nicht?

Ich war schockiert von der Art, wie diese Leute mit Menschen umgehen und sie ohne Skrupel psychologisch manipuliert haben. Das fand ich wahnsinnig ekelhaft. So würde Rosa nicht sein können.

Gut. Zwei Antihelden treffen aufeinander. Was passiert? Verlieben sie sich am Ende?

Hörbiger: Das ist ja gerade das Gute. Sie verlieben sich nicht, sondern bereichern sich nur.

Fürmann: Koralnik bekommt nach vielen Jahren zum ersten Mal die leiseste Ahnung davon, dass die ganze Welt ihn für verrückt halten könnte.

Wie bereitet man sich auf diese Rolle vor? Wie viel Fürmann steckt in Koralnik?

Fürmann: Ich hatte 15 Jahre Kampfsport hinter mir und wenig soziale Kontakte. Das war mein großer Vorteil! Und der Rest war dann Text lernen. Nein, ernsthaft. Ich hatte eine Menge Empathie für ihn, weil er sich so schrecklich ernst nimmt. Und genau das ist es, was einen Menschen von anderen irgendwann isoliert.

Der Film läuft als Tragikomödie. Genügt das? Ist das nicht noch ein bisschen mehr?

Fürmann: Der Film ist ein absurder Film Noir mit einer Hauptperson, die im Gegensatz zu James Bond die ganze Agentennummer mit großer Ernsthaftigkeit und wenig Glamour durchzieht – dadurch wird es unter anderem tragisch-komisch. Aber das als Stempel reicht natürlich nicht..

Hörbiger: Irgendwie ist das auch so eine deutsche Sache, dass alles eine Bezeichnung haben muss. Damit die Zuschauer wissen, womit sie vielleicht rechnen könnten. Vielleicht auch schon, um den Film an den Markt zu bringen.

Fürmann: Sportauto oder Limousine, lieblich, halbtrocken... man will einfach eine Richtlinie haben, in allem – so dann auch beim Film, denke ich.

Wie ist Ihr Zusammenspiel gewesen? Kannten Sie beiden sich bereits?

Fürmann: Wir haben uns beim Shooting für eine Zeitung kennengelernt – das ist aber schon ziemlich lange her.

Hörbiger: Dann haben wir die Nibelungen zusammen in Südafrika gedreht.

Fürmann: Das war sehr lustig – nur, dass ich Mavie selten wirklich gesehen habe, weil mir die ganze Zeit die langen Haare meiner Siegfried-Frisur im Gesicht hingen. Haare, Schwert und Sandalen – das war das einzige, was man da von mir gesehen hat.

Hörbiger: Die Dreharbeiten waren eine sehr intensive Zeit, und deshalb war das eine große Freude, als wir wieder zusammen arbeiten konnten.

Fürmann: Ja, wir lachen immer sehr viel miteinander, wobei ich mir nichts vormache: Das macht Mavie auch mit anderen Männern. Aber ich fühle mich gemocht. (Er lacht.)

Und jetzt reicht es erst mal? Oder gleich die nächste Produktion zusammen?

Hörbiger: Ich will sofort, aber er dreht ja lieber mit Heike Makatsch.

Fürmann: Das liegt doch nur daran, dass du ans Theater musst. Da musste ich gezwungenermaßen mit anderen Frauen drehen. (Er lacht.)

Hörbiger: Aber ich bin extrem eifersüchtig, ganz klar.

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