ARD-Serie

Neue „Tatort“-Kommissarin Broich sieht sich als Geheimtipp

Margarita Broich wird Nina Kunzendorfs Nachfolgerin im Frankfurter „Tatort“. Dass ihr Mann Martin Wuttke ebenfalls regelmäßig als Kommissar in der ARD im Einsatz ist, sei jedoch nur ein Zufall.

Foto: Bertold Fabricius / Pressebild.de/Bertold Fabricius

Sie selbst sieht sich immer noch als Geheimtipp. Doch damit dürfte es spätestens vorbei sein, wenn Margarita Broich demnächst als neue Kommissarin an der Seite von Joachim Król den Frankfurter „Tatort“ übernimmt. Die Wahl des Hessischen Rundfunks hat sie persönlich am meisten überrascht. „Es ist ein Ritterschlag und gleichzeitig auch eine große Herausforderung“, sagt die 52-Jährige. „Am Tag, als die Entscheidung bekannt geworden ist, habe ich plötzlich 40 SMS auf einmal bekommen. Ich dachte schon, Nordkorea hätte plötzlich losgeschlagen.“

Verheiratet mit Martin Wuttke

Wie ihre Rolle aussehen wird, weiß sie selbst noch nicht, dass sie in große Fußstapfen tritt, jedoch sehr wohl: „Ich fand es ganz toll, was Nina Kunzendorf da im ‚Tatort‘ gemacht hat, deswegen müssen die Karten jetzt ganz neu gemischt werden.“ Dass ihr Mann Martin Wuttke ebenfalls als „Tatort“-Ermittler in Leipzig unterwegs ist, sei Zufall. „Na, der hat aber geguckt und sich dann sehr gefreut. Jetzt müssen wir zu Hause mit dem Revolver am Tisch frühstücken“, scherzt sie.

Mit dem Schauspieler teilt sie nicht nur Haus und Hof, sondern auch die Leidenschaft zum Theater. Beide stehen regelmäßig im Berliner Ensemble auf der Bühne. „Ich finde es sehr schön anzusehen, wenn Martin arbeitet, auch zu Hause. Ich glaube nicht, dass ich mich in einen Mann verlieben könnte, der den ganzen Tag in seiner Hängematte liegt.“ Kennengelernt haben sich die beiden in Frankfurt. Nach einem Fotodesign-Studium wechselte Margarita Broich in den 80er-Jahren ins Darstellerfach und war mehrere Jahre am Schauspielhaus der Mainmetropole engagiert.

Katholische Erziehung

Über ihren künftigen Einsatzort als „Tatort“-Kommissarin ist sie deshalb besonders glücklich: „Ich habe mich vor allem gefreut, dass ich mit Frankfurt nicht in eine Stadt transplantiert werde, zu der ich gar keinen Bezug habe.“ Dass sie gerade einen so guten Lauf hat, ist der Wahlberlinerin fast ein bisschen unheimlich. „Ich bin sehr katholisch erzogen, das wird man nie mehr los.

Sobald alles zu gut läuft, habe ich sofort Angst, der Himmel fällt mir auf den Kopf“, sagt Margarita Broich, die in diesem Jahr für ihre Rolle in Oskar Roehlers Familienchronik „Quellen des Lebens“ für den Deutschen Filmpreis nominiert ist. Bevor die Entscheidung am 26.April fällt, gilt es noch, zahlreiche Termine zu absolvieren. „Ich denke nur noch an irgendwelche Schuhe, die ich nicht habe, und Kleider, die ich nicht besitze“, erklärt sie und lacht: „Gucken Sie mich an, wie ich rumlaufe. Ich bin für so eine Veranstaltung gar nicht ausgestattet. Für den Preis habe ich jetzt ein Kleid, aber das hat mich schon Tränen gekostet. Ich war froh, als ich es hatte.“