Güne Woche 2015

Brandenburg wirbt an 80 Ständen für regionale Lebensmittel

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hat die Grüne Woche offiziell eröffnet: 1658 Aussteller aus 68 Ländern sind dabei - allein in der Brandenburg-Halle werben 200 für ihre Produkte.

Foto: Reto Klar

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hat die Bauern zum Auftakt der Grünen Woche gegen Kritik in Schutz genommen. Er warnte vor pauschalen Schuldzuweisungen und distanzierte sich von einem Teil der Kritiker moderner Landwirtschaft. Er könne nichts mit einem anfangen, der sage, er wolle keine Tierhaltung und habe es satt. „Das stopft keine Mäuler“, sagte Schmidt bei der Eröffnungsfeier der weltgrößten Agrarmesse am Donnerstagabend in Berlin. „Die Welt ist noch nicht satt.“ Im Jahr 2050 seien neun Milliarden Menschen zu ernähren.

Die 80. Ausgabe der Grünen Woche öffnet an diesem Freitag für Besucher. Sie dauert bis zum 25. Januar. Auf rund 130.000 Quadratmetern bieten 1658 Aussteller aus 68 Ländern ihre Produkte an. Der Veranstalter, die Messe Berlin GmbH, erwartet in diesem Jahr 400.000 Besucher. Davon 100.000 Fachbesucher. Kritiker planen für Samstag eine Demonstration mit Tausenden Teilnehmern unter dem Motto „Wir haben es satt“.

Brandenburger Landwirte und Verbände wollen auf der 80. Internationalen Grünen Woche, die am Donnerstagabend feierlich im neuen City Cube eröffnet wurde, die Werbetrommel für regionale Lebensmittel rühren – biologisch und konventionell hergestellte. „Kunden können direkt am Stand erfahren, wie die Lebensmittel quasi vor ihrer Haustür hergestellt werden, die dann auf direktem Wege zu den Verbrauchern gelangen“, sagte Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) am Donnerstag bei der traditionellen Vorbesichtigung der Brandenburg-Halle. Der Griff zu Produkten aus der Mark sichere auch Arbeitsplätze.

Spreewaldgurke und schwarzes Eis

In der Brandenburg-Halle sind an den 80 Ständen insgesamt 200 Aussteller dabei. Viele teilen sich einen Stand und kommen nur an einem Tag. Brandenburgs Agrarminister nahm bei seinem Rundgang so manche Kostprobe: ein Fischbrötchen, eine Spreewaldgurke, Wurst und Bier. Die Besucher bekommen auf der Messe traditionell bekannte Produkte und Neuentwicklungen geboten. Ein Hersteller aus Templin hat beispielsweise schwarzes Eis mit Lakritze, ein Biobäcker bietet Brot mit Gemüsefüllung an und eine Fleischerei fertigt Würste mit Gurke oder Meerrettich. „Die Kunden legen zunehmend Wert auf Regionalität“, sagte der Geschäftsführer der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau, Michael Wimmer. Gerade kleine und mittelständische Betriebe entdeckten das Potenzial von Bioprodukten und die wachsende Nachfrage nach ihnen in der Hauptstadtregion.

Tourismusverbände nutzen die Grüne Woche, um Urlauber nach Brandenburg zu locken. 1,5 Millionen Besucher werden allein ab April zur Bundesgartenschau erwartet. An einem Stand wird über die fünf Standorte in der Havelregion informiert.

„Wir leben von Mundpropaganda und brauchen die Gespräche“, sagte Landwirt Rainer Koch, der einen 300 Jahre alten Bauerhof im Löwenberger Land im Landkreis Oberhavel in dritter Generation führt. Er halte 250 Rinder, das Fleisch und die Wurst werden im Hofladen verkauft. Er freue sich, wenn sich Kunden dann extra sich zu ihm auf den Weg machten: „Dann hat sich Berlin gelohnt.“