Landwirtschaftsmesse

Das können Sie auf der Grünen Woche erleben

Am Freitag beginnt die größte Landwirtschaftsschau der Welt. Die 80. Grüne Woche meldet diesmal einen Rekord an Ausstellern. Ein Überblick.

Foto: Bernd Settnik / dpa

Mehr als 10.000 Tiere, 37.000 Blumen, 100.000 kulinarische Spezialitäten, 130.000 Quadratmeter Fläche, 1658 Aussteller aus 68 Ländern, so viele wie seit 44 Jahren nicht mehr – die 80. Internationalen Grünen Woche (IGW) ist groß angelegt. Am Freitag beginnt die weltweit größte Ausstellung für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau, die 1926 mit einer lokalen Warenbörse begann, und heute Berlins größte Messe ist. Der Veranstalter, die Messe Berlin GmbH, erwartet in diesem Jahr rund 400.000 Besucher, davon 100.000 Fachbesucher.

Partnerland ist in diesem Jahr Lettland, das im ersten Halbjahr 2015 auch die Ratspräsidentschaft der Europäischen Union inne hat. Gemeinsam mit dem Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) wird Lettlands Präsident Andris Berzins die Grüne Woche am Freitagabend offiziell eröffnen. Die Eröffnung findet zum ersten Mal im neu gebauten CityCube statt. Das Motto des Partnerlandes: „Lettland – nimm Dir die Zeit“.

Während der zehn Messetage zwischen dem 16. und 25. Januar finden auch mehr als 300 Konferenzen und Seminare statt. Im Mittelpunkt steht dabei das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft veranstaltete 7. Global Forum for Food and Agriculture (GFFA), zu dem rund 70 Landwirtschaftsminister und Vizeminister, und Spitzenvertreter der Land- und Ernährungswirtschaft erwartet werden. Motto des Forums, das vom 15. bis 17. Januar stattfindet, wird die weltweit wachsende Nachfrage nach Nahrung, Rohstoffen und Energie sein.

Auch auf die Besucher wartet eine Fülle an Themen. Es um Tiere, Pflanzen, gesunde Ernährung, moderne Landwirtschaft, Forschung, regionale und internationale Küche. Bei 130.000 Quadratmetern fällt ein Überblick schwer.

Der Hallenplan

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Das sind die Highlights

Halle 1.2 – Biohalle

„Mehr Platz für Leben“ Was bedeutet ökologische Hühnerhaltung? Das können Besucher in einem praxisnahen Hühnermobil beobachten. Wie die Hühner picken und scharren und wie Küken Frieda zu einer Henne heranwächst. Kinder und Jugendliche können auf einer Aktionsfläche des Bioverbandes Naturland Bodenproben nehmen und sie untersuchen. Und es gibt tierische Experimente: Ein Maulwurftisch und ein Regenwurmschaukasten zeigen, wie wichtig die Tiere für das Erdreich sind.

Halle 3.2

Erlebnisbauernhof „Wir nutzen und schützen aus Verantwortung“ Kühe, Schweine, Puten, riesige Landmaschinen und eine Schaufleischerei – hier lässt sich erleben, wie Landwirtschaft heute funktioniert. Der Erlebnisbauernhof zeigt wie in Deutschland Lebensmittel, Energie und Rohstoffe erzeugt werden. Es wird um Themen wie Haltung, Züchtung und Fütterung gehen. In der Fleischerei und der gläsernen Bäckerei können die Besucher bei der Verarbeitung der Rohwaren zusehen. Im Bereich Pflanzenproduktion liegt der Fokus auf dem Thema Boden – anlässlich des UN-Jahres des Bodens.

Halle 4.2

Zukunft auf dem Land „Lust aufs Land – gemeinsam für die ländlichen Räume“ Einmal Landluft schnuppern. Dazu laden das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und Vereine ein. Es geht um die Frage, wie ländliche Gegenden zukunftsfähig gestaltet werden können. Um bürgerschaftliches Engagement, und innovative Wertschöpfungsketten wie zum Beispiel das weltweit erste Heizwerk für Biomasse, die aus nassen Mooren gewonnen wird. Dazu gibt es regionale Küche.

Halle 8.2

Lettland „Nimm Dir die Zeit“ Auch das Partnerland feiert ein Jubiläum in diesem Jahr. Lettland ist zum 20. Mal auf der Internationalen Grünen Woche vertreten. Im Mittelpunkt der Präsentation Lettlands stehen die sieben Produkte Brot, Bier, Honig, Käse, Fleisch, Öle und Gewürze und Süßwaren. 113 Produzenten stellen ihre Produkte vor.

Halle 9

Blumenhalle „Natur erbt Kultur“ Wie in jedem Jahr ist der Frühling in dieser Halle schon ein bisschen früher eingekehrt. 37.000 Blumen werden dort von Floristen zu einem Gesamtwerk arrangiert. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr das Unesco-Weltnaturerbe Nationalpark Hainich. Die Berliner Kleingärtner haben in der Halle einen besonderen Auftritt. Der Landesverband Berlin der Gartenfreunde erzählt die Gartengeschichte der Hauptstadt, die schon Anfang des 19. Jahrhunderts beginnt.

Halle 22a

Schleswig-Holstein In dieser Halle präsentiert sich das Gütezeichen „Geprüfte Qualität Schleswig-Holstein“ der Landwirtschaftskammer mit der Güte-Tüte. Bestückt ist sie mit einer Auswahl an Spezialitäten aus dem Land zwischen Nord- und Ostsee: Niederegger Marzipan, Böklunder Würstchen, Holsteiner Tilsiter, ein Salzschatz von Gosch Sylt und Küstennebel. Alle Produkte sind regional in Schleswig-Holstein erzeugt und müssen sich strengen Prüfungen und neutralen Kontrollen unterziehen. Die Hersteller stellen 300 Tüten zur Verfügung, die für einen Verkaufspreis von sieben Euro angeboten werden, bei einem Warenwert von mehr als 15 Euro. Der Verkaufserlös der Güte-Tüten gehen in voller Höhe an den Verein Berliner helfen e.V., eine Initiative der Berliner Morgenpost. Die Güte-Tüte gibt es am Übergang zur Halle 23a (Standnummer 112).

Halle 23a

Sonderschau „Hier wachsen Ideen“ Wo werden neue Apfelsorten entwickelt oder Rosen gezüchtet, die resistent gegen Krankheiten sind oder dem Klimawandel standhalten? Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft präsentiert Themen rund um die Züchtungsforschung und erklärt die Bedeutung von Bienen in der Landwirtschaft. Oder beantwortet die Frage, wie Boden fruchtbar gehalten werden kann.

Halle 25

Tierhalle Diese Halle ist als ein offener Stall konzipiert. Hier können die Besucher Spitzentiere der Pferdezucht erleben, Ziegen, Schweine, Wasserbüffel, Alpakas und einen Auerochsen. Außerdem wird es Wettkämpfe und Vorführungen in Stadionatmosphäre geben.

Halle 26b

Gastveranstaltung für Allergiker, Vegetarier und Veganer Zum ersten Mal gibt es in diesem Jahr zwei Gastveranstaltungen. Die „Allergy & Free From Show“ ist eine Verbrauchermesse für Allergiker. Die „V Delicious Show“ wendet sich an Vegetarier, Veganer und Besucher, die weniger tierische Produkte essen möchten. Beide Veranstaltungen können mit der Grüne-Woche-Karte besucht werden.