25 Jahre Mauerfall

Bischof von Görlitz bietet Zuflucht für DDR-Unzufriedene

Berlin auf dem Weg zur geeinten Stadt: Im Jahr 2014 jährt sich der Mauerfall zum 25. Mal. Die Berliner Morgenpost erinnert in einer Serie täglich an die Ereignisse vor einem Vierteljahrhundert.

Foto: Krzysztof Dydynski / Getty Images/Lonely Planet Image

Der evangelische Bischof von Görlitz, Joachim Rogge, hat an die SED-Führung appelliert, sich dem Gespräch über die Ursachen für die zahlreichen Ausbürgerungsanträge zu stellen. Vielen Menschen mache das Leben in der DDR so sehr zu schaffen, dass sie ihre Staatsbürgerschaft abzugeben bereit seien, sagte Rogge am 16. April 1989.

Vor allem junge Leute wollten die DDR auch einmal von außen betrachten. Besorgt äußerte sich Rogge dazu, dass immer mehr Menschen in der DDR mit ihren Sorgen und Nöten, die Sache der Rathäuser sein müssten, Zuflucht bei der Kirche suchten. Dem Vorwurf staatlicher Vertreter, von den kirchlichen Basisgruppen werde nur das schützende Dach der Kirche gesucht, hielt Rogge entgegen, dass Menschen, die sich in ihrer Ausweglosigkeit an die Kirche wenden, „um den geistlichen Auftrag der Kirche willen in ihren Fragen angenommen werden“.