25 Jahre Mauerfall

Flüchtling aus Leipzig sucht Schutz in Prager Botschaft

Seit 1. Januar 1989 gibt es in der DDR eine neue Reiseverordnung: Die strengeren Bedingungen griffen sofort – es kam zu einer deutlichen Abnahme des Besucherverkehrs in die Bundesrepublik.

Foto: Krzysztof Dydynski / Getty Images/Lonely Planet Image

Heute vor 25 Jahren wird durch Recherchen der Berliner Morgenpost bekannt, dass sich seit November 1988 ein Mann aus Leipzig in der Botschaft der Bundesrepublik in Prag aufhält. Der Scheckbetrüger soll fünffach vorbestraft sein und in der DDR polizeilich gesucht werden. Wegen mehrerer Delikte hat er offenbar bereits 15 Jahre in einem DDR-Gefängnis gesessen.

Er suchte nun in der Prager Botschaft Zuflucht, nachdem sein Versuch von der Tschechoslowakei in die Bundesrepublik zu fliehen, missglückt war. Die DDR verlangt die Auslieferung des Mannes, seine Ausreise in den Westen will sie nicht zulassen. Die Verhandlungen über den Fall zwischen Bonn und Ostberlin sind festgefahren. Als einziges Zugeständnis hat die DDR bisher die Straffreiheit für die Botschaftsbesetzung angeboten. Dem Besetzer, der seine Ausreise erreichen will, ist dies zu wenig.