Noch bevor sich der neue Berliner Senat überhaupt gebildet hat, droht ein Szenario, das für die Stadt massive Auswirkungen haben könnte. Wie der „Focus“ berichtet, haben viele Polizeibeamte nach dem Wahlsieg der Linken beschlossen, sich versetzen zu lassen.

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72 Beamte sollen bisher eine Versetzung von Berlin in andere Bundesländer angefragt oder diese sogar schon beantragt haben. Das sind mehr als dreimal so viele wie alle Versetzungen im Jahr 2025 zusammen. Laut Berliner Polizei habe es 2024 insgesamt 36 Versetzungen gegeben.
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Wenn dies so weiterginge, „haben wir ein Problem“, wie Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP), wissen ließ: „Wenn das jedes Jahr passiert, ist personell in zwei Jahren ein Polizeiabschnitt in Berlin weg.“ In Berlin gibt es derzeit 18.500 Polizistinnen und Polizisten.
Die Linke will die Polizei auf den Prüfstand stellen
Ein Hintergrund für den drohenden Exodus an Einsatzkräften sind vermutlich auch die polizeikritischen Töne, die die Linke nach ihrem Sieg bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus angeschlagen hat.
„Polizeigewalt braucht unabhängige Aufklärung und Gegenmaßnahmen. Es lässt sich beobachten, dass immer mehr Polizei nicht zu mehr Sicherheit führt“, hieß es unter anderem. Und: „Polizeieinsätze z. B. bei Demos, anlasslosen Kontrollen an KBOs (Kriminalitätsbelasteten Orten, d. Red.) und Waffenverbotszonen oder Fußballspielen sind personalintensiv und oft nicht zielführend.“
Dazu kommt, dass Bundesländer wie Brandenburg oder auch Baden-Württemberg offensiv um wechselwillige Polizisten werben. Das hat nicht zuletzt auch etwas mit der Bezahlung zu tun, die in Berlin im Vergleich zu anderen Bundesländern unterdurchschnittlich ist.
Andere Bundesländer werben aktiv um Berliner Polizistinnen und Polizisten
Manuel Hagel (CDU), Innenminister von Baden-Württemberg, hatte nach der Berlin-Wahl deutlich um Berliner Polizeibeamte geworben. „Die Berliner Polizei ist zu schade für eine linke Clan-Bürgermeisterin.“ Hagel spielt damit auf die mögliche Wahl von Elif Eralp zur Regierenden Bürgermeisterin von Berlin an.
Aus Brandenburg kamen ähnliche Töne. So schrieb Innenminister Jan Redmann (CDU) bei Instagram: „Du kommst aus Berlin oder Sachsen-Anhalt, möchtest Polizist werden und sorgst dich gerade um die politische Zukunft in deinem Heimatland? Dann schau mal nach Brandenburg!“
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Dazu passt, dass Brandenburg knapp 450 neue Stellen für die Polizei aufbauen will. „Die einen stellen die Polizei infrage. Wir stellen die Polizei noch besser auf!“, so Redmann weiter.
Schließlich dürfte auch die Zahl an Gewaltopfern unter Berliner Polizeibeamten eine Rolle spielen. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik sind die Vorfälle seit 2019 um rund 50 Prozent gestiegen.







