Das Vorhaben Berlins, spätestens im Jahr 2045 klimaneutral zu werden, darf als herausfordernd bezeichnet werden. Die wichtigste Komponente auf dem Weg dorthin ist die Tiefe Geothermie zur Gewinnung von Energie in Form von Wärme, die unterhalb der Oberfläche in der festen Erde gespeichert ist.

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Bislang wird in Berlin ausschließlich die oberflächennahe Geothermie bis zu einer Tiefe von 100 Metern genutzt. Mehr als 90 Prozent der Wärme bezieht Berlin jedoch immer noch durch fossile Energieträger wie Kohle, Erdgas und Öl. Dies soll sich zeitnah ändern.
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Wie die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU) mitteilte, wurde am vergangenen Montag für die Suche nach Tiefer Geothermie der erste Zuschlag erteilt. Im Rahmen der Vergabeverfahrens für Nutzungsrechte wurde die BEW Berliner Energie und Wärme GmbH beauftragt, am Kraftwerkstandort Marzahn erste Bohrungen bis in eine Tiefe von etwa 1950 Metern vorzunehmen.
In Marzahn geht es durch vier Wasser führende Gesteinsschichten
Ziel der Bohrung ist die Erschließung und Untersuchung von vier thermalwasserführenden Schichten, sogenannten Aquiferen. In dieser geothermischen Tiefenstufe von circa 2000 Metern ist ein terrestrischer Wärmestrom von rund 70 Grad Celsius zu erwarten. Diese Temperatur will sich Berlin auf dem Weg zur Klimaneutralität sowie der sicheren und langfristig bezahlbaren Wärmeversorgung zunutze machen.
„Unter unseren Füßen liegt eine Wärmequelle, die unabhängig vom Weltmarkt ist und nahezu ohne Emissionen auskommt. Ob und wie wir sie nutzen können, lässt sich nicht am Schreibtisch klären, sondern nur per Bohrung“, sagte Ute Bonde (CDU), Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt.
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In Marzahn gehe es durch vier Wasser führende Gesteinsschichten, wie die Senatorin weiter ausführte: „Jeder Bohrkern und jeder hydraulische Test liefert Erkenntnisse, die weit über diesen Standort hinausreichen. Dass das Land die Nutzungsrechte selbst vergibt, ist eine bewusste Entscheidung: So legt Berlin fest, wo und nach welchen Regeln Erdwärme erschlossen wird.“
Tiefe Geothermie kann „echter Gamechanger“ für Berlin werden
Laut BEW-Geschäftsführer Christian Feuerherd kann die Tiefe Geothermie „ein echter Gamechanger für die Berliner Wärmewende werden. In Marzahn wollen wir belastbare Daten gewinnen. Denn wir müssen genau wissen, welches Potenzial unter unseren Füßen liegt und wie wir es für Berlin nutzen können.“
Der Abschluss des Vertrags zwischen Berlin und der BEW ist der Auftakt für weitere Vergaben in den übrigen Teilgebieten des bergrechtlichen Erlaubnisfeldes „Erdwärme Berlin“. Dieses Erlaubnisfeld hat den Weg freigemacht, um im gesamten Stadtgebiet geologische Erkundungen durchführen zu können.
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Dieses Erlaubnisfeld umfasst eine Gesamtfläche von rund 550 Quadratkilometern und ist für fünf Jahre gültig. Es wurde Mitte Juni 2026 vom Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) genehmigt.








