Wegen einer geplanten Wildschweinjagd bleibt der Friedhof Ruhleben in Westend (Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf) am Mittwoch, 21. Oktober 2026, für mehrere Stunden geschlossen. Besucherinnen und Besucher sowie Mitarbeiter von Firmen dürfen das Gelände von 7.30 bis 16 Uhr nicht betreten.

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Wie das Bezirksamt mitteilt, soll die jagdliche Maßnahme dazu beitragen, die Wildschweinproblematik auf dem Friedhof einzudämmen. Da dabei mit scharfer Munition geschossen wird, sei eine vollständige Sperrung des Geländes aus Sicherheitsgründen zwingend erforderlich.
Die Wildschweine verursachen nach Angaben des Bezirksamts seit längerer Zeit erhebliche Schäden an Grabstätten, Wegen und Grünflächen. Die Tiere durchwühlen den Boden auf der Suche nach Nahrung und können dabei auch bepflanzte Flächen und Gräber beschädigen.
Friedhof Ruhleben
Der Friedhof Ruhleben liegt im Ortsteil Westend im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und wurde im August 1952 eröffnet. Mit einer Fläche von rund 13 Hektar gehört er zu den größeren Friedhofsanlagen im Bezirk. Das Gelände entstand auf einer zuvor militärisch genutzten Fläche. Anlass für die Einrichtung war unter anderem, dass der Zugang zum Südwestkirchhof Stahnsdorf nach der Teilung Berlins zunehmend erschwert war. Zudem mussten rund 4000 Tote von einem Notfriedhof auf dem Messegelände umgebettet werden.
Auf dem Gelände befindet sich auch das Krematorium Ruhleben, das seit 1975 in Betrieb ist. Neben klassischen Erd- und Urnengräbern gibt es dort unter anderem ein buddhistisches und ein muslimisches Grabfeld sowie Möglichkeiten zur Baumbestattung. Zu den bekannten Persönlichkeiten, die auf dem Friedhof ihre letzte Ruhe gefunden haben, zählen die Tänzerin und Schauspielerin Valeska Gert sowie der Schriftsteller und Regisseur Robert Wolfgang Schnell.
Auch Friedhof in Stahnsdorf von Wildschweinen verwüstet
Wie gravierend die Wildschweinproblematik auf Friedhöfen in der Region werden kann, zeigt der Fall des Südwestkirchhofs in Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark). Dort wurden Mitte September 2026 an mehreren Stellen Zäune aufgeschnitten. Zudem sollen Unbekannte Lockstoffe an Bäumen angebracht haben, um Wildschweine auf das Gelände zu ziehen. Nach Angaben der Friedhofsverwaltung wurden dadurch die Schäden an Grabfeldern und Grünflächen verschärft.
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Auf dem rund 205 Hektar großen Gelände hielten sich nach Angaben des Friedhofsleiters etwa 20 Wildschweine auf. Die Tiere durchwühlten Grabflächen und beschädigten auch Gedenkstätten. Ende September lag eine befristete Ausnahmegenehmigung für die Jagd vor. Friedhofsleiter Olaf Ihlefeldt kritisierte jedoch, dass die Genehmigung auf sechs Wochen begrenzt sei und die Zeit kaum ausreiche, um den Wildschweinbestand nachhaltig zu reduzieren.





