Eine ungewöhnliche Behandlung hat im Tierpark Berlin stattgefunden. Laut Pressemitteilung hatte sich der kleine Elefantenbulle Simon (2) beim Spielen am Stoßzahn verletzt. Was tun? Klar, ein international bekannter Tierzahnarzt musste kommen und sich des Problems annehmen. Die gute Nachricht vorweg: Der kleine Bulle habe die Behandlung gut überstanden und sei mittlerweile wieder gemeinsam mit seiner Mutter Tana (15) zu sehen.

Die Tierärztin Frauke Vißmann sagt: „Besonders freut mich natürlich, dass unser kleiner Elefantenbulle schon wieder so agil ist. In den kommenden Tagen erhält Simon weiterhin Schmerzmittel und wird von uns aufmerksam beobachtet. Unsere Hoffnung ist groß, dass sein Stoßzahn wieder ganz normal weiterwächst.“
Auch interessant
Für die Behandlung reiste extra der belgische Spezialist für Veterinärzahnmedizin, Dr. Yves Debosschere, am Montag (12. Oktober) in die Hauptstadt. Er gehört beim Thema Stoßzähne europaweit zu den Spezialisten.
Tierpark Berlin: „Ein gebrochener Stoßzahn ist immer ein medizinischer Notfall“
„Ein gebrochener Stoßzahn, bei dem das empfindliche Zahnmark freiliegt, ist immer ein medizinischer Notfall – ganz gleich, ob es sich um einen jungen oder einen ausgewachsenen Elefanten handelt“, erklärt Debosschere in der Mitteilung. „Entscheidend ist, möglichst schnell zu handeln. Eine Behandlung des lebenden Zahnmarks innerhalb der ersten 48 Stunden bietet die besten Chancen, das Zahngewebe vital zu erhalten und langfristig ein gutes Behandlungsergebnis zu erzielen. Bei Simon konnten wir die verletzte Stelle gezielt behandeln und versiegeln. Eine Garantie für den langfristigen Erfolg gibt es zwar nicht, aber wir sind zuversichtlich.“
Auch interessant
Was alle überrascht haben soll: Nach der OP und dem Erwachen aus der Narkose suchte Simon direkt wieder die Nähe seiner Mutter Tana und trank bei ihr, was für Freude beim gesamten Team gesorgt haben soll. Die Menge an Füllmaterial, die für Simon notwendig war, würde für die Behandlung von 20 Menschen ausreichen.

Montag bis Samstag
Morgenpost der Chefredaktion
Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Besonders heikel beim Eingriff war die Anästhesie. „Die Narkose eines Elefanten ist auch bei einem Jungtier keine Routineangelegenheit. Sie verlangt viel Erfahrung, eine genaue Abstimmung und eine kontinuierliche Überwachung“, erklärt Dr. Frank Göritz. Er ist Leitender Tierarzt am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) und hat für derartige Eingriffe ein spezielles Narkoseprotokoll entwickelt. Bei Simons Schlaf sei alles ohne Komplikationen abgelaufen. Alle setzen jetzt Hoffnung darin, dass sich Simons Stoßzahn nach dem Versiegeln der Wunde normal weiterwachsen kann.
dw/BMO






