Für ihren mutigen Einsatz für das Völkerrecht und gegen Kriegsverbrechen und Genozid wurde Navanethem Pillay am Donnerstag mit dem Friedensnobelpreis gewürdigt. In Berlin sorgte die Südafrikanerin in der Vergangenheit allerdings für Kontroversen. 2020 erhielt die Juristin die Otto-Hahn-Friedensmedaille. Nach heftigen Protesten zahlreicher Politiker und jüdischer Organisationen sagte der Berliner Senat die Preisverleihung aber kurzerhand ab. Pillay wurden damals antisemitische Haltungen vorgeworfen.

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Die Südafrikanerin hatte zuvor mehrfach Sanktionen gegen Israel gefordert und die seit 2019 vom deutschen Bundestag als antisemitisch eingestufte BDS-Bewegung unterstützt. BDS steht für „Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen“. Die 2005 von palästinensischen Organisationen gegründete Bewegung fordert unter anderem ein Ende der israelischen Besatzung und Kolonisierung arabischer Gebiete.

Navanethem Pillay unterstützt vom Verfassungsschutz beobachtete BDS-Bewegung

Die Bewegung drängte in der Vergangenheit unter anderem internationale Künstler dazu, Konzerte in Israel abzusagen. Das BDS rief seit 2017 auch mehrmals zum Boykott des „Pop-Kultur“-Festivals in Berlin auf, weil die Kulturabteilung der israelischen Botschaft Künstler aus Israel finanziell unterstützte. Der deutsche Verfassungsschutz stuft die BDS-Bewegung als extremistischen Verdachtsfall ein.

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Nachdem der Druck von jüdischen Organisationen zu groß wurde, sagte Berlins damalige Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) die Verleihung der Otto-Hahn-Medaille im Roten Rathaus ab. „Eine Preisverleihung dieser Art im Roten Rathaus, dem Rathaus aller Berlinerinnen und Berliner, setzt eine breite Zustimmung der Stadtgesellschaft voraus. Diese ist für diese Veranstaltung nicht gegeben“, teilte die Senatskanzlei damals bei Twitter (heute: X) mit.

Pillay war unter anderem am Internationalen Strafgerichtshof tätig und amtierte von 2008 bis 2014 als Hochkommissarin für Menschenrechte. Von 2021 bis 2025 leitete sie die Unabhängige internationale Untersuchungskommission der UN zu den besetzten palästinensischen Gebieten.

mit dpa