Liebe Leserin, lieber Leser,

was wird heute wichtig? Beginnen wir mit einem Blick auf die Termine des Tages.

  • Skater am Start: Um 12.20 Uhr gehen mit den Skatern die ersten Teilnehmer des Berlin Marathons an den Start. Dieser liegt auf der Straße des 17. Juni nahe dem Brandenburger Tor.
  • Aktionstag des DGB: „Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente.“, lautet das Motto eines bundesweiten Aktionstages. Ab 12 Uhr gibt in Berlin eine Demonstration unter anderem mit Linke-Parteivorsitzender Ines Schwerdtner vor der IG Metall Bezirksleitung, in der Alte Jakobstraße.

Neues aus Berlin

Eigentlich wollte ich diesen Newsletter beginnen mit dem beschlossenen Tankrabatt beginnen.

Dann aber begann ich die Geschichte aus dem sächsischen Heidenau zu lesen. In der Kleinstadt südöstlich von Dresden wurde am Donnerstag mit den Stimmen von CDU, AfD, einem Bürgerbündnis und einem Stadtrat der Partei Freie Sachsen beschlossen, dass Stolpersteine nicht mehr in der Innenstadt sondern nur noch auf einem Friedhof am Stadtrand verlegt werden sollen. Die Begründung: Die Steine könnten betreten und beschmutzt werden, das sei würdelos, berichtet unsere Kollegin Doreen Reinhardt aus der Zentralredaktion..

Berlin geht wie die meisten deutschen Gemeinden einen anderen Weg. Fast 12.000 Steine wurden hier bislang verlegt. Und, ja, richtig - die Steine können schmutzig werden. Aber zugleich sind sie mitten unter uns. In Berlin, aber auch in über 2250 Gemeinden Deutschlands, gehören sie heute zum Stadtbild. Es gibt die schöne Gepflogenheit, sie wieder aufzupolieren. Schon dieser Akt ist ein wunderbares und sehr würdevolles Zeichen des Gedenkens. Schulklassen übernehmen diese Aufgabe, Konfirmanden, Anwohner, Familienangehörige. An Gedenktagen liegen neben vielen Stolpersteinen Blumen und Kerzen. So ist es in meinem Kiez, in Ihrem sicher auch.

Künstler Gunter Demnig verlegt Stolpersteine
Der in Berlin geborene Künstler Gunter Demnig verlegt seit Anfang der 90er-Jahre Stolpersteine.© Jens Büttner/dpa | Jens Büttner

Geschaffen hat die Steine Anfang der 90er-Jahre der in Berlin geborene Künstler Gunter Demnig. Wie oft bin ich schon stehengeblieben, habe die Namen und Jahreszahlen gelesen und mir vorgestellt, was an dem Ort geschehen ist? Und wenn ich nicht völlig in Gedanken bin, trete ich eben gerade nicht auf sie. Sondern gehe voller Andacht um sie herum, so wie man auch nicht einfach über ein Grab hinwegläuft. Es gibt wenig Gedenkorte, die im Alltag so gut funktionieren wie Stolpersteine.

Natürlich kann man auch Tafeln „auf Augenhöhe“ an Hauswände hängen, so wie es München macht. Diese dezentralen Gedenkorte jedoch ganz aus dem Stadtbild zu verbannen, ist jedoch völlig falsch. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Beispiel nicht Schule macht. In diesem Zusammenhang empfehle ich Ihnen übrigens auch die Geschichte von Patrick Goldstein: So jüdisch war die Steglitzer Schloßstraße.

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Außerdem wichtig

Und nun also zum Tankrabatt: Ihn haben Bundestag und Bundesrat am Freitag noch schnell über die Bühne gebracht, zum 1. Oktober soll er bereits gelten. Damit verzichtet der Staat auf 13 Cent pro Liter Energiesteuer und daraus folgend 4 Cent pro Liter bei der Mehrwertsteuer. Man kann natürlich sagen: Sind ja keine Kosten, sind bloß Mindereinnahmen. Wie auch immer: Berlin muss für diesen zweiten Nachlass auf weitere 60 Millionen Euro verzichten, hat Chefreporter Joachim Fahrun recherchiert. Macht zusammen mit dem ersten Rabatt im Frühjahr 100 Millionen. Gut angelegtes Geld? Entscheiden Sie selbst.

Parteitag der Linkspartei: Am Freitagabend haben die Mitglieder der Berliner Linkspartei bei einem Parteitag entschieden, Sondierungsgespräche mit SPD und Grünen aufzunehmen. Unsere Kollegen Pia Pentzlin, Joachim Fahrun, Hans Hartmann und Isabell Jürgens waren dabei.

Starten Sie gut in das Wochenende!

Ihre Heike Dietrich

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