Elif Eralp hat in Berlin viel vor. Die Linken-Spitzenkandidatin hat gute Chancen, am kommenden Sonntag mit ihrer Partei zur stärksten Kraft in der Hauptstadt und damit auf Sicht auch zur Regierenden Bürgermeisterin zu werden. Für die Zeit nach der Wahl hat sich die Partei einen klaren Plan zurechtgelegt. Was darin steht und warum die Hauptstadt in einem Atemzug mit New York genannt werden könnte.

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Wie nun die ARD berichtet, gibt es einen Fünf-Punkte-Plan von Eralp. Dieser soll noch an diesem Montag gemeinsam mit der Bundesvorsitzenden der Linken, Ines Schwerdtner, vorgestellt werden. Dem Bericht zufolge könnten Eralp und die Linke Berlin zu einer ähnlichen Wendung verhelfen wie Zohran Mamdani in New York. Der Sozialist hatte dort im November 2025 die Bürgermeisterwahl gewonnen. Wie Mamdani setzt auch Eralp im Wahlkampf auf soziale Gerechtigkeit und bezahlbaren Wohnraum.

Mietendeckel für Berlin? Linke plant Begrenzung bei landeseigenen Wohnungen

Ganz grundsätzlich verspricht Eralp: Sie will Berlin wieder bezahlbar und sauber machen und den Menschen Zuversicht geben. Ganz oben auf ihrer Liste steht das Thema Mieten – das wichtigste Thema für die Berlinerinnen und Berliner bei dieser Wahl. Für die mehr als 400.000 Wohnungen der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften möchte sie einen Mietendeckel einführen.

Am liebsten würden die Linken diesen Deckel auf alle Wohnungen in der Stadt ausweiten. Genau das ist ihnen aber schon einmal misslungen: Das Bundesverfassungsgericht kippte 2021 ein entsprechendes Gesetz einer früheren Linken-Senatorin. Die Begründung damals: Nur der Bund dürfe eine Mietpreisbremse für alle Wohnungen erlassen. Unter Juristen ist diese Frage bis heute umstritten.

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Die Linke setzt deshalb lieber auf einen kleineren, aber wirksamen Hebel: Steigen die Mieten der landeseigenen Wohnungen langsamer, soll das auch die privaten Mieten bremsen. Zusätzlich will die Partei den öffentlichen Wohnungsbestand durch die Enteignung großer privater Vermieter wie Vonovia und Deutsche Wohnen vergrößern. Von der Enteignung ist im Fünf-Punkte-Plan allerdings nichts zu lesen. Das bedeutet nicht, dass Eralp das Vorhaben aufgegeben hat. Vielmehr macht sie deutlich, dass ein solcher Schritt Zeit braucht: „Nicht alles davon wird morgen erledigt sein“, schreibt sie.

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Gegen private Vermieter und Wohnungskonzerne will Eralp mit einer „Taskforce Mietwucher“ vorgehen. „Wo Miete zur Ware wird, greift die Bürgermeisterin ein“, verspricht sie. Und weiter: „Mietwucher bleibt nicht länger folgenlos.“ Wie genau diese Taskforce arbeiten soll, wer ihr angehört und welche Befugnisse sie bekommt, lässt das Papier offen.

Sauberkeit in Berlin: Eralp will Sperrmüll-Abholung erleichtern

Expliziter wird Eralp beim Thema Sauberkeit. Sie möchte einen kostenlosen Sperrmülltag einführen. „Ich will, dass die Menschen sehen können, dass sich etwas verändert, auch direkt vor ihrer Haustür“, heißt es in dem Papier. Tatsächlich ist Müll in vielen Teilen Berlins ein sichtbares Problem. Dabei ist die Abgabe von Sperrmüll in der Stadt schon jetzt kostenlos, und die Berliner Stadtreinigung ist regelmäßig bei sogenannten Kieztagen vor Ort. Wer seinen Sperrmüll loswerden will, muss ihn bislang aber selbst dorthin bringen. Eralp will diesen Weg vereinfachen und so „Berlin ein Stück sauberer, ein Stück stolzer“ machen.

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Des Weiteren möchte die mögliche Regierende Bürgermeisterin, den Berlinerinnen und Berlinern zuhören. Geplant sind dafür regelmäßige Bürgersprechstunden in allen 56 Berliner Stadtteilen – die sogenannte „Berlin-Zusammen-Tour“. Dort will sie erfahren, was im Alltag funktioniert, und was nicht, und „was die Menschen von ihrer Bürgermeisterin erwarten“. Ob der Regierungsalltag genügend Zeit für eine solche Tour lässt, muss sich erst noch zeigen.

Eine weitere Parallele zu Mamdani findet sich im letzten Punkt ihres Plans. Der New Yorker Bürgermeister hatte im Wahlkampf einen besseren Umgang mit Obdachlosen versprochen. Eralp beabsichtigt, für wohnungslose Menschen in Berlin künftig jedes Jahr einen Neujahrsempfang im Roten Rathaus auszurichten.