Zum Artikel „Unter den Linden und Kurfürstendamm: Zwei Boulevards, zwei Geschichten“ vom 22. August:

Auch interessant

Und es stimmt eben doch: Äppel soll man nicht mit Birnen vergleichen. Der Kudamm ist ein Boulevard, eine Mischung aus Champs-Élysées (Flagship-Stores) und Boulevard Montparnasse (Restaurants), die Linden eine Repräsentations-Avenue (Staatsbauten). ABER: Genauso wie die Zeiten des Schlagers „Unter Linden, unter Linden“ mit Café Bauer und den flotten Leutnants längst vorbei und zerbombt sind, so sucht man die gloriosen, aber doch tuntigen 50er am Kudamm heute vergeblich. Nur, außer am Pariser Platz und ab der Staatsoper bis zur Museumsinsel, wo der Tourismus tobt, findet man Großstadtflair Unter den Linden gar nicht. Und ohne das „Nante“ ist diese Straße ein öder Graus und ein Bummel der Langeweile schlechthin. Da gibt’s noch viel zu tun. Schnell abbiegen, entweder Richtung Dussmann und Berliner Ensemble oder Richtung Gendarmenmarkt. Da lob einer dann doch den Kudamm. Demnächst wieder noch besser mit der neuen Komödie. Hier findet man gute Restaurants und schicke Läden – ja, die Kinopaläste vermisse ich, Marmorpalast, Delphi, aber das Cinema Paris und bald auch wieder das Astor bleiben wohl. So sind doch auch die Seitenstraßen, vor allem Richtung Savignyplatz, einen Abstecher wert. Dagegen hat man die Friedrichstraße Richtung Checkpoint totsaniert. Und nur kein Neid auf die aufgemotzten Boliden – die gabs auch schon als „Amikreuzer“ in den 50ern und 60ern. Nein, der Kudamm schlägt die Linden zum Bummeln immer noch um Längen – dafür erreicht man immerhin die Bildung über die Linden. Am schönsten übrigens unterirdisch über die wirklich schicken U‑Bahnhöfe. (Ich sage nur: Sternenhimmel.)

Hubertus von Goertzke, per E-Mail

Zum Artikel „Heizen: Reicht der Gasvorrat für den Winter?“ vom 20. August:

Auch interessant

Irgendwie ist die Pokerei um die sichere Bereitstellung von Gas überhaupt nicht lustig. Es gibt so viele „Wenn“ und „Aber“. Genaues weiß niemand.
Und gerade deshalb wäre es nötig und auch richtig, die Speicher immer in vollem Zustand zu halten. Gibt es in diesen verrückten Zeiten einen Umstand, der die Gasreserven plötzlich aufgezehrt hat oder will es wieder niemand gewesen sein. Wer hat hier eigentlich noch was zu sagen – die Politik, die Mineralölkonzerne oder die Lobbyisten der Energiewirtschaft?

Dietmar Astfalk, per Mail

Zum Artikel „Alice Weidel bezeichnet die Regierung im ZDF als Flachzangen“ vom 24. August:

Auch interessant

In der Öffentlichkeit sollten sich Politiker oder auch Schauspieler, bitte etwas zusammenreißen. Kann und darf man Menschen, so ohne weiteres, mit Ausdrücken, wie „Flachzangen“, „Ratten“ oder „Schädlinge“ oder/und mit noch schlimmeren „Nettigkeiten“ einfach so beleidigen? Menschen sind Menschen und Menschen sollten sich auch menschlich benehmen. Das heißt für mich auch, dass der gute Ton die Musik machen sollte!

Klaus P. Jaworek, per E-Mail

Zum Artikel „‚Keine Gnade für die Wade‘: So war es beim Halbmarathon auf der Schloßstraße“ vom 23. August:

Auch interessant

Der Bericht hat mich leider eher ratlos als begeistert zurückgelassen. Bei einem Artikel über einen Halbmarathon hätte ich vor allem eines erwartet: Berichterstattung über den Lauf selbst. Stattdessen scheint der Blick häufig auf Nebensächlichkeiten und einzelne Zuschaueranekdoten gerichtet zu sein. Natürlich gehören Zuschauer, Stimmung und kuriose Geschichten zu einem Laufevent. Aber sie sollten nicht den eigentlichen sportlichen Wettkampf verdrängen. Wer gewinnt? Wie waren die Bedingungen? Wie entwickelte sich das Rennen? Welche Leistungen wurden erbracht? Gerade die Zielzeiten der Siegerinnen und Sieger gehören für mich zu den grundlegenden Informationen eines solchen Berichts. Dass diese fehlen, ist kaum nachvollziehbar. Besonders schade finde ich auch, dass der Halbmarathon offenbar vor allem als eine Art Generalprobe für den Marathon betrachtet wird. 21,1 Kilometer sind aber eine eigenständige sportliche Leistung – und für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer sogar der Höhepunkt ihrer Laufambitionen. Ein Halbmarathon muss nicht dadurch aufgewertet werden, dass man ihn als Vorstufe zum Marathon verkauft. Auch manche der im Artikel aufgegriffenen persönlichen Episoden wirken für mich deplatziert. Was hat beispielsweise die Einleitung eines Berichts über einen Halbmarathon damit zu tun, dass eine Tochter ihren Vater beschimpft? Solche Anekdoten mögen unterhaltsam sein, tragen aber wenig dazu bei, das sportliche Ereignis zu vermitteln. Mein Eindruck: Hier wurde eine Gelegenheit verschenkt, den Halbmarathon auf der Schlossstraße als das darzustellen, was er ist – ein sportliches Ereignis mit Gewinnern, persönlichen Bestleistungen, spannenden Rennverläufen und vielen Menschen, die sich über 21,1 Kilometer quälen, kämpfen und am Ende stolz die Ziellinie überqueren. Weniger Blick auf einzelne skurrile Zuschauer-Geschichten und mehr Aufmerksamkeit für den Lauf, die Läufer und ihre Leistungen – das hätte ich mir von diesem Bericht gewünscht.

Cornelia, per E-Mail

Hier lesen Sie mehr Leserbriefe an die Berliner Morgenpost

So erreichen Sie die Leserbriefredaktion

Berliner Morgenpost,

Redaktion, Brieffach 3110,

10874 Berlin

Telefon: 030-8872 77887

E-Mail:

leserbriefe@morgenpost.de

Internet:

www.morgenpost.de

Wir geben die Meinung unserer Leserinnen und Leser wieder, nicht die der Redaktion. Wegen der großen Zahl an Briefen, E-Mails und Kommentaren bei Facebook ist es uns leider nicht möglich, jede Meinungsäußerung zu veröffentlichen oder zu beantworten. Die Redaktion der Berliner Morgenpost behält sich vor, diese zu kürzen.