Ein Hackerangriff legte am Freitag den Verkehrs- und Bausenat teilweise lahm, bremste eine Wahlwebseite aus und stoppte die Auszahlung von Wohngeld. Was ist genau passiert? Welche Daten sind betroffen?

Montag bis Samstag

Morgenpost der Chefredaktion

Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner gab am Mittwoch auf einer Pressekonferenz erste Details bekannt. Er stellte klar, dass das Landesnetz Berlin durch einen Hackerangriff angegriffen wurde. „Berlin wurde angegriffen“, sagte Wegner. Dabei sind Geodaten aus dem Bausenat abgeflossen, die auch auf anderem Weg einsehbar sind, weitere sensible Daten sind nicht betroffen.

„Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die beiden Verwaltungen schnellstmöglich wieder ans Netz zu bekommen. Aber es wird noch einige Tage dauern“, sagte der CDU-Politiker. Weiterhin bleiben die Senatsverwaltungen für Bauen und Verkehr vom Landesnetz getrennt, um weitere Schäden zu vermeiden. E-Mails und Internet funktionieren hier nicht, trotzdem seien die Mitarbeiter arbeitsfähig und telefonisch erreichbar.

Woher der Angriff kam, ist noch unklar

Woher der Angriff kam, ist noch unklar, das Landeskriminalamt ermittelt. An einer Lösung für die Auszahlung von Wohngeld werde mit Hochdruck gearbeitet. Die beiden getrennten Senatsverwaltungen sollen so schnell wie möglich wieder an das Landesnetz, dies werde jedoch noch mehrere Tage dauern, so Wegner.

Auch interessant

„Wir leben in gefährlichen Zeiten durch hybride Angriffe“, so Wegner, fast täglich werde das Landesnetz angegriffen. „Ein Hackerangriff ist gelungen“, so der Regierende Bürgermeister.

„Nach jetzigem Kenntnisstand sind keine sensiblen Daten abgeflossen“, betonte Wegner. Weitere Details könne er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen.

Spranger: Es wurde sehr schnell gehandelt

Innensenatorin Iris Spranger (SPD) betonte, dass nach dem Angriff sehr schnell gehandelt wurde. Die Webseite für die Beantragung eines Briefwahl-Wahlscheins sei seit Mittwochfrüh, 3.49 Uhr, wieder online. Bis 12 Uhr mittags seien mehr als 15.000 Anträge online eingegangen, aktuell seien es über 31.000 bis jetzt. Ein Anfechtungsgrund für die Wahl sei dies nicht, betonte Spranger.

Der Chief Digital Officer Florian Hauer erklärte, es sei ein „erheblicher Hackerangriff“ gewesen. Dieser wurde „recht frühzeitig entdeckt, weil Mitarbeiter auf Nummer sicher gingen“. Ein Notfallstab arbeitet seit Montag, das ITDZ und das Labo arbeiten an der Analyse der Daten. Es gehe weiter darum, die Gefahr einzudämmen und zu isolieren. Aktuell gebe es keine weiteren Hinweise auf Datenabflüsse und Manipulationen.

Auch interessant

1,2 Millionen Hacker-Angriffe auf Landesnetz pro Monat – einer kam durch

Auch Olaf Kroll-Peters, Landesbevollmächtigter für Informationssicherheit des Landes, betonte, der Angreifer habe nichts kaputtgemacht, der Angriff sei dem IDTZ „bei der Beseitigung einer Störung“ aufgefallen. Er sei aus seinem Urlaub zurückgekehrt, habe lange Arbeitstage, komme aber voran.

Priorität haben jetzt Absicherungsmaßnahmen, damit die beiden abgeklemmten Behörden wieder an das Landesnetz gehen können. Wegner erklärte, man sei „noch am Scannen“. Laut Hauer gebe es rund 1,2 Millionen Hackerangriffe im Monat auf das Landesnetz. Bau- und Verkehrssenat seien arbeitsfähig und auch in die Senatskanzlei von Wegner umgezogen, erklärte er.

Hacker-Angriff legte Bau- und Verkehrssenat tagelang lahm

Der Hackerangriff war am vergangenen Freitag entdeckt worden, die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen und die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Umwelt und Klimaschutz wurden am Freitag vom Landesnetz abgetrennt. Dessen Mitarbeiter sind vom Internet abgeschnitten, konnten keine E-Mails senden oder empfangen.

mit dpa