Feiern, schwitzen, fächern: Zehntausende Menschen haben am Samstag bei Temperaturen jenseits der 30 Grad bei „Rave the Planet“ gefeiert. Die Stimmung bei der Technoparade auf der Straße des 17. Juni war ausgelassen. Zum Motto „Imagine Love“ wurde in teils bunten Kostümen getanzt.

Rave the Planet 2026: schrille Outfits und ausgelassene Stimmung

Sandra (41) und Vanessa (38) fielen mit ihren schrillen Outfits auf. Die beiden Freundinnen hatten sich bis Freitag noch überlegt, ob sie überhaupt hingehen sollten. Letztlich habe die Neugier jedoch überwogen, vor allem bei Sandra. „Ich bin heute das erste Mal hier“, sagte die 41-Jährige der Berliner Morgenpost. Sie habe weder frühere Veranstaltungen besucht noch den Vorgänger Loveparade. „Aber es ist echt super.“ Auch Vanessa konnte dem nur beipflichten. Die Stimmung sei ausgelassen und sie hätten Spaß. Ihr vorläufiges Fazit: ein Besuch, der sich gelohnt habe.

Schrille und auch freizügige Outfits gehören fest zu „Rave the Planet“.
Schrille und auch freizügige Outfits gehören fest zu „Rave the Planet“.© AFP | Fabian Sommer

Extra aus Österreich eingeflogen kam Florian. Er trug ein T-Shirt, das er am 11. Juli 1998 gekauft hatte. Dieses Datum stand in schimmernden Ziffern auf seinem Ärmel, darunter „Loveparade – One world – one future“. „Damals haben sie in den Büschen noch Pornos gedreht“, berichtete der 45-Jährige. „Das hat einfach auch dazu gehört.“ Er selbst habe seinerzeit als 17-Jähriger sein Geld als Lehrling „zusammengekratzt“, um von Österreich nach Berlin zu fahren.

Internationales Publikum kommt zur Technoparade nach Berlin

Heutzutage mache er das anders. Er flog extra mit seiner Partnerin nach Berlin und übernachtete im Hotel. Der Spirit und die Stimmung aber seien noch immer wie damals. Er fühle sich fast in die Zeit zurückversetzt. „Ein tolles Event“, so Florian.

2026 Rave The Planet Techno Parade
Riesenparty auf der Straße des 17. Juni zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor.© Getty Images | Omer Messinger

Insgesamt lässt sich festhalten, dass „Rave the Planet“ auch ein internationales Publikum anzieht. Die Morgenpost traf vor Ort beispielsweise auf Anders aus Dänemark und Sandy aus Schweden. Die beiden sind seit vier Jahren ein Paar. Wie sie erzählten, kommen sie jedes Jahr im Sommer nach Berlin, um zwischen dem Brandenburger Tor und dem Großen Stern zu raven. In seinen jungen Jahren habe er schon die Loveparade besucht, sagte Anders. Heute ist er 47 Jahre alt. „Die Loveparade war viel besser, es war mehr Untergrund“, blickt er zurück. Doch auch „Rave the Planet“ sei „okay“. Er komme gerne hierher.

Polizei sorgt mit Wasserwerfer für Abkühlung gegen die Hitze

Ein Thema am Samstag war die Hitze in der prallen Sonne. Am Großen Stern sorgte die Polizei alle 15 bis 20 Minuten mit einem Wasserwerfer für Abkühlung. Ein Polizist zählte zunächst einen Countdown runter, der von Jubelrufen begleitet wurde. Anschließend tanzten die Menschen im kühlen Nass. Immer wieder zogen sich Tanzwütige zwischendurch in den Schatten der Bäume des Tiergartens zurück, um sich ein wenig zu erholen und dann weiterzufeiern. Die Sanitäter waren immer wieder unterwegs und kümmerten sich um Personen, denen die Temperatur zusetzte.

Demonstration "Rave The Planet Parade 2026"
Die Polizei kühlte die Tanzenden mit einem Wasserwerfer ab.© Christophe Gateau/dpa | Christophe Gateau

Zu Beginn gab es um 14 Uhr eine Schweigeminute. Dazu hatte Loveparade- und Rave-the-Planet-Mitgründer Dr. Motte aufgerufen. Erinnert wurde dabei an den Terroranschlag auf den Christopher Street Day am 25. Juli im Großen Tiergarten. Die Polizei zog Konsequenzen, indem sie die Sicherheitsvorkehrungen deutlich verschärfte.

Demonstration "Rave The Planet Parade 2026"
Matthias Roeingh alias Dr. Motte rief zu einer Schweigeminute für den Terroranschlag auf den CSD auf und legte anschließend selbst auf.© Christophe Gateau/dpa | Christophe Gateau

Das Veranstaltungsgelände rund um die Technoparade wurde weiträumig abgesperrt. Nahezu alle Zugänge wurden verpollert. An jener Stelle, wo der Attentäter Abdul Ballout in den Tiergarten gefahren war, sprachen Polizisten auch Personen an, die dort Fotos machten. 1500 Einsatzkräfte waren vor Ort. An der Yitzhak-Rabin-Straße, am Großen Stern und neben dem Brandenburger Tor war die Polizei mit mobilen Wachen präsent.

Völlig friedlich lief die Veranstaltung dann aber doch nicht ab. Die Polizei berichtete von 39 Festnahmen, unter anderem wegen des Verdachts der Körperverletzung und anderer Rohheitsdelikte.

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