Zum Artikel „Ökonom für Abschaffung der Rente mit 63 – Linke fordert das Gegenteil“ vom 3. August

Das Problem ist doch nicht die Rente mit 63, sondern es sind die völlig unterschiedlichen Beitragsjahre der Einzahlenden. Es wäre doch gerechter und vermutlich auch wirtschaftlicher, wenn eine volle Rente, unabhängig vom Alter, bei 45 Beitragsjahren gezahlt würde. Jedes Jahr weniger führt dann zu entsprechenden Abzügen. Damit ließen sich dann vermutlich auch die „Besserstellungen der Besserverdiener“ einfangen, da diese meist weniger Jahre ihre Beiträge entrichten.

Hans-Georg Bausen, per E-Mail

Abschlagsfreie Rente mit 63? Grundsätzlich ist deren geplante Abschaffung meines Erachtens durchaus zeitgemäß, da sie letztendlich der Sicherung der Renten allgemein dienen könnte. Aber wer als 63-Jähriger 45 Jahre lang gearbeitet, brav Rentenpunkte gesammelt hat und trotzdem nur gerade so seine Miete bezahlen kann, dem sollte sie doch weiterhin zugutekommen. Um Geld in die Rentenkasse zu spülen, sollte es gerade in unserem beamtenfreundlichen Sozialstaat andere Möglichkeiten geben. Aber wie sagte doch Norbert Blüm vor vielen, vielen Jahren: „Die Renten sind sischer“.

Richard Nerius, per E-Mail

Zum Artikel „Infantinos Basis bröckelt“ vom 3. August

Man sollte sich als Verfechter oder Anhänger eines „sauberen“ Fußballsports (wo gibt es den noch oberhalb der Bambini- und Minikicker-Mannschaften?) nicht zu früh freuen: Noch hat Infantino auch nach den größten Skandalen immer wieder den Kopf aus der Schlinge gezogen. Auch und besonders bei der Fifa gilt der böse Satz, dass Korruption und Bestechlichkeit nur eine Frage der Höhe des gebotenen Betrages sind. Wurde Infantino nicht schon dreimal gewählt? Hat es ihn sein Amt gekostet, als er sich vor Trump in den Staub warf oder nach einer Trump-Intervention die Regeln brach? Gab es nicht auch bei der Uefa einen verrückten Plan wie die Super League, der in letzter Minute abgeblasen wurde, ohne dass es den Uefa-Boss Čeferin den Job gekostet hätte? Viele der Stimmen, die gegen die Infantino-Idee erhoben wurden, sind erstaunlich halbherzig und richten sich auch gar nicht gegen die Investorenpläne als solche. Es wird lediglich beklagt, dass die Ankündigung dieses Vorhabens ohne vorherige Abstimmung in den zuständigen Gremien erfolgt ist. Noch ist der Plan nicht endgültig und nicht vollständig gescheitert und der Präsident Infantino erst recht nicht. 

W.-R. Heilmann, per E-Mail

Zum Artikel „6500 Unfälle mit E-Scootern in Berlin: Zustände wie im Wilden Westen“ vom 2. August

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Heute Morgen, Falkenseer Chaussee, gegen 6 Uhr. Ein E-Roller fährt auf der falschen Fahrbahn, entgegengesetzt der Fahrtrichtung, also dem Verkehr entgegen. Und wenn dann etwas geschieht, war es der, ach so böse, Autofahrer. Ein Problem sind auch die ständig mitten auf dem Gehweg abgestellten Teile. Und gibt es markierte Flächen, zum Beispiel am Juliusturm, stehen die Dinger kreuz und quer, sodass sie in den restlichen Gehweg ragen.

Viviane Schütt, per E-Mail

6550 Verkehrsunfälle mit den Elektrorollern mit knapp 4800 Verletzten sind für diesen Zeitraum wohl eine erschreckende Zahl. Wenn dann unter den bisher erfassten sieben Todesfällen im laufenden Jahr bereits drei Todesfälle und 541 Unfälle mit 45 Schwerverletzten registriert wurden, muss sich der Berliner Senat fragen lassen, wann endlich die schon lange bekannten chaotischen Zustände im Berliner Verkehr beendet werden. Oder reicht diese Statistik noch nicht? Die Berliner Landesregierung ist doch verpflichtet, alle Maßnahmen zu ergreifen, die auch dem Schutz der Kinder, Behinderten, Fußgängerinnen und Fußgänger sowie älteren Menschen im Straßenverkehr gerecht werden und damit doch höchste Priorität haben müssen. Das wäre vielleicht auch für die Berliner Parteien eine Möglichkeit, in ihren Wahlprogrammen entsprechende Maßnahmen anzukündigen.

Frank Petzsch, per E-Mail

Zum Artikel „Berliner Straßenwahlkampf beginnt: Parteien wieder mit Plakatier-Frühstart“ vom 3. August

Das Verhalten der Parteien ist nichts Neues. Im Jahr 1985 war ich erstmals mit zuständig für die Genehmigung von Wahlplakaten im Bezirk Steglitz. Im Vorfeld wurde mit den Vertretern der vier Parteien (CDU, SPD, FDP und Grüne) in einem Gespräch mit Behördenmitarbeitern unter anderem festgelegt, dass der Mittelstreifen der Schloßstraße (besonders attraktiver Werbebereich) von allen vier Parteien in Anspruch genommen werden soll. Zu meiner großen Überraschung, musste ich dann zum Start der Erlaubnis, damals ein Montag, auf dem Weg zur Arbeit feststellen, dass die CDU alle Laternen auf dem Mittelstreifen vollplakatiert hatte. Bereits damals – und auch bei weiteren Wahlen, die ich behördlicherseits begleiten durfte – kam ich zu der Erkenntnis: Lasst die Parteien machen. Sie machen sowieso, was sie wollen. Erlaubnis hin oder her.

Wolfgang Grenzendörfer, per E-Mail

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