Es gibt eine mutige Gruppe in Berlin, die von der Politik vernachlässigt wird. Leider gehöre ich dazu: Fahrradfahrer, die in einem Randbezirk wohnen. In den Augen der Politik existieren wir kaum. Das zeigt sich besonders zu Wahlkampfzeiten.

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Bereits im Frühjahr gab es einen Vorgeschmack auf das, was uns in den kommenden Wochen wieder bevorsteht: Weil die gescheiterte Volksinitiative „Berlin autofrei“ Unterschriften sammelte, durften Parteien bereits ihre Gegenmeinung plakatieren. „Auto verbieten verboten“ (CDU), „Kein Auto ist illegal“ (AfD) oder „Autos verbieten? Nein!“ (FDP) las man auf Plakaten – besonders in den Randbezirken.

Sich als Patron des Autos zu inszenieren, scheint die Erfolgsformel zu sein, mit der einige Parteien in den Außenbezirken punkten wollen. Zumindest die CDU war damit vor drei Jahren unbestreitbar erfolgreich. Zum Leidwesen von uns Außenbezirke-Radlern.

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Dabei haben wir mehr Respekt und Unterstützung seitens der Politik verdient. Wer jeden Tag zehn bis 25 Kilometer (one-way!) mit dem Rad pendelt, erlebt beinahe täglich lebensbedrohliche Situationen. Radwege sind oft in einem katastrophalen Zustand oder ganz inexistent. Doch alle haben etwas davon, wenn sich mehr Randbezirkler aufs Rad schwingen – selbst die verbleibenden Autofahrer.

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Wenn weniger Autofahrer zwischen Innenstadt und Randbezirken pendeln, entlastet das die Hauptverkehrsachsen. Auch der ÖPNV wäre nicht so vollgestopft. Und ganz nebenbei entlastet der Radfahrer alle Steuerzahler. Denn Fahrradfahren ist gesund und macht schön, schlank und sexy. Die angespannte Krankenkassensituation lässt grüßen. Nach und vor der Wahl muss deshalb gelten: Gerade die Außenbezirke müssen endlich mit einer guten Fahrradinfrastruktur erschlossen werden.