Zum Gastbeitrag: „Was das Scheitern des Volksbegehrens ‚Berlin autofrei‘ über die Stadt verrät“ vom 26. Mai

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Danke für diesen Gastbeitrag von Frau Marie Wagner. Aber einmal Klartext: Wenn nur 44.500 Unterschriften statt der nötigen 144.500 Unterschriften für „Berlin autofrei“ zusammenkommen, ist der Volksentscheid im Vorfeld gescheitert. Die Bedingungen für Volksentscheide stehen nun einmal für Berlin fest, auch die Fristen. Ob der Winter zu kalt oder der Sommer zu heiß war, ist dabei vollkommen irrelevant. Ja, ein Volksentscheid ist auch keine Partei. Auch dafür müssten Stimmen gesammelt werden, um sie zu den Wahlen zuzulassen. In Berlin hat es schon etliche Volksentscheide gegeben: Einige der Volksentscheide sind am Wahltag krachend durchgefallen. Ja, andere mussten erst einmal in eine verfassungskonforme Form gebracht werden. Die Urheber dieser Initiativen sind oft beseelt von ihren Anliegen und können damit nicht klarkommen, dass es dafür keine Mehrheiten in der Bevölkerung gibt oder ihre Anliegen oft realitätsfremd sind. Oftmals suggeriert auch deren großer Presserummel Mehrheiten in der Bevölkerung. Es ist schon eine Weile her, als mein Urberliner Onkel sonnabends vom Bäcker mit dem Auto die Brötchen geholt hat. Das ist heute nicht mehr so. Es ändert aber nichts an der Tatsache, dass Groß-Berlin vor allem durch die Eingemeindung von Dörfern entstanden ist und die Fahrwege weit sind. Dem hat das vor 100 Jahren aufgebaute Nahverkehrsnetz Rechnung getragen, das zu den modernsten der Welt gehörte. Diese Vorhaben wurden nicht zerredet, sondern in kürzester Zeit angepackt. Ja, Frau Wagner, den Berliner, der über die Mobilität diskutiert, gibt es nicht. Der Berliner möchte sein tägliches Transportproblem gelöst haben – mit oder ohne Auto.

Christine Horn, per E-Mail

Wie Frau Wagner es in ihrem fantastischen Gastbeitrag richtig beschreibt, wird die Debatte ums Autofahren oft viel zu vereinfacht geführt. So ist ein Auto keine nur schlechte, aber eben auch keine nur gute Sache. Viele übergroße, schwere Boliden gehören wohl zu Letztgenannten. Vor allem dann, wenn sie sich in den Händen einer Klientel befindet, die schlicht (noch) nicht die nötige Reife dafür entwickelt hat, solche PS-Monster zu lenken. In Berlin gibt es davon definitiv viel zu viel, und eine Reglementierung wäre überfällig! Leider! So häufen sich die beobachteten lebensgefährlichen Situationen, die man täglich beobachten und teilweise selbst erleben muss. Im Übrigen auch durch die massenhaften „Stehzeuge“, wegen derer ganze Straßenzüge im Notfall nicht mehr zeitnah von der Feuerwehr befahren werden können, um zum Beispiel Brände zu löschen, schlicht weil diese nicht rechtzeitig den Einsatzort erreicht. Allein schon aus diesem Grund müsste komplett umgedacht werden. Es geht um eine Grundvision, wie wir diese Stadt nach all den vielen Jahren der lähmenden Ideenlosigkeit wieder lebenswerter für alle machen. Und warum eigentlich nicht bei „A“ wie „Autoverkehr“ damit anfangen?

Ullrich Herzau aus Tempelhof

Zum Artikel: „Tempelhofer Feld wird Wahlkampfthema“ vom 26. Mai

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Um das Tempelhofer Feld hat sich ein Mythos entwickelt, der nicht ganz der Realität entspricht. An gut 330 Tagen im Jahr hat jeder Besucher mehrere Hektar für sich allein. Bei Sonnenschein heizen sich die großen Betonflächen auf und geben die Wärme nachts ab. Und Schatten gibt es so gut wie gar nicht. Um ein richtiges Naherholungsgebiet zu sein, sollte die südliche Startbahn renaturiert werden, und es müssten mehrere Hundert Bäume gepflanzt werden. Die zur Diskussion stehende Randbebauung ist wohl etwas zu üppig geraten. Weniger Häuser, aber dafür höher. Für die Bebauung an der S-Bahn sollte man sich an die Bibliothek erinnern.

Jürgen Renken, per E-Mail

Das Tempelhofer Feld ist seit alters her die Fischluft-Oase für die östlich im Urstromtal der Spree gelegenen Kieze von Neukölln, Kreuzberg und Treptow. Selbst nur bei einer Randbebauung des Feldes müssten die Bewohner dort mit höheren Temperaturen und schlechterer Luft rechnen. Das wussten schon unsere Vorfahren und haben deshalb dieses Gebiet nie bebaut.

Gerd Schröter, per E-Mail

Aus meiner Sicht muss das Tempelhofer Feld bebaut werden, weil wir in unserer deutschen Hauptstadt nicht nur 21.500 neue Wohnungen brauchen, sondern viel mehr. Um den über die 21.500 auf dem Feld angedachten Wohnungen hinausgehenden Bedarf zu decken, wird man die in Berlin leer stehenden Büroflächen in Wohnflächen umwandeln müssen und gleichwohl den künftigen Bedarf nicht decken können. Die ewig Gestrigen haben sich also verkalkuliert und sollten endlich einsehen, dass sie in einer Großstadt und nicht auf dem Dorf leben. Wer das will, sollte ins nahe Brandenburg umziehen.

Peter Knief, per E-Mail

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