Von Jörg Krauthöfer

Ein Wald, der nach Abenteuer klingt. Ein plätschernder Bach mit fantasievollem Namen, der müde Füße kühlt und Kinder sofort zum Planschen verlockt. Dazu ein Waldweg, auf dem Bildschirme und Handys ganz von selbst in Vergessenheit geraten. In Dippmannsdorf unweit der Kleinstadt Bad Belzig lädt ein kleiner Erlebnisweg zu einer ebenso entspannten wie abwechslungsreichen Wanderung ein. Grandiose Panoramen, tiefe Schluchten oder tosende Wasserfälle sucht man hier zwar vergeblich. Stattdessen schlängelt er sich durch einen typischen brandenburgischen Wald und führt an zahlreichen Erlebnisstationen vorbei, die zum Mitmachen, Entdecken und Ausprobieren einladen. Unser Wanderexperte Jörg Krauthöfer stieß eher zufällig bei einem Ausflug mit seiner Enkeltochter auf diesen Wanderweg und war sofort begeistert.

Infos zum Weg

  • Start/Ziel: Dorfkirche Dippmansdorf, Mühlenstraße (da gibt es auch ein paar Parkplätze)
  • Anreise/Abreise mit Zug und Bus: RE7 bis Bad Belzig, Bus 581 bis Dippmannsdorf, Ortsmitte
  • Anreise mit Auto: A9 bis Abfahrt Niemegk, Bundesstraße 102 Richtung Bad Belzig und weiter bis Dippmannsdorf
  • Weglänge: 4,2 Kilometer
  • Rundwanderung
  • Wegbeschaffenheit: Asphalt, Waldwege
  • Höhenmeter: 40 hoch, 50 runter
  • Gastronomie: Restaurant „Dippmannsdorfer Paradies“, geöffnet Mi bis So; oder Selbstversorger
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Direkt am Einstieg in den Erlebnistrail bietet eine Infotafel einen ersten Überblick über die wichtigsten Stationen entlang des Weges.© Jörg Krauthöfer/Funke Foto Services | Jörg Krauthöfer/FUNKE Foto Services

Als kinder- und familienfreundliche Gemeinde ist der kleine Ort Dippmannsdorf seit 2009 im Naturpark Hoher Fläming bekannt. Nur wenige Kilometer östlich liegt die Stadt Bad Belzig, deren historische Burg und die über die Landesgrenzen hinaus berühmte Steintherme Besucher aus nah und fern anziehen. Im Norden locken die weiten Seenlandschaften rund um Brandenburg an der Havel, und etwas westlich liegt in der Nähe des Weitzgrundes der geografische Mittelpunkt der ehemaligen DDR.

Die Wandertour startet unweit der historischen Dorfkirche von Dippmannsdorf. Das im Fachwerkstil erbaute Gotteshaus mit seinen markanten roten Ziegelsteinen zieht mit seiner rötlichen Steinmauer und dem liebevoll gepflegten Friedhofsgelände sofort alle Blicke auf sich. Die Kirche basiert auf einem Musterentwurf des Berliner Architekten Friedrich August Stüler und wurde nach langen Planungsjahren im November 1860 feierlich eingeweiht.

Etwas weiter nördlich, in der Mühlenstraße, erwartet eine hölzerne Pforte die kleinen und großen Wanderer. Hier beginnt der spannende Kinder-Erlebnispfad.

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Eine riesige Ameise aus Holz lädt am Wegesrand zum Klettern und Turnen ein

Ab jetzt folgen wir einfach der Ausschilderung. Die besteht aus einem charmanten Holzschild mit einem Eichhörnchen, das uns sicher und punktgenau durch den Wald führt. Immer wieder laden Erlebnisstationen zum Staunen und Entdecken ein. Die Jüngsten können die faszinierende Pflanzen- und Tierwelt des Flämings spielerisch kennenlernen, während auch ältere Besucher spannende Informationen entdecken.

Beim Weitsprung mit Tiervergleich erfahren die Teilnehmer, ob sie so weit springen wie ein Frosch oder ein Fuchs. Auf dem Tierspurenpfad gilt es, die Fußspuren heimischer Tiere zu erkennen. Verschiedene Fühlkästen überraschen mit erstaunlichen Erkenntnissen, und mit einer Klangleiste kann man selbst musizieren. Durch einen Hörtrichter lauscht man den geheimnisvollen Geräuschen des Waldes. Eine weitere Station fordert dazu auf, die Jahresringe verschiedener Bäume zu zählen, um ihr Alter zu bestimmen. Und natürlich gibt es neben dichtem Laub- und Nadelwald noch vieles mehr zu entdecken.

Wandertour Kinderwanderweg Dippmannsdorf.
Foto: Jörg Krauthöfer/FUNKE Foto Services
Wandertour Kinderwanderweg Dippmannsdorf. Foto: Jörg Krauthöfer/FUNKE Foto Services

Der Kindererlebnisweg endet an der Schule in Dippmannsdorf. Von dort geht es zurück zum Auto – entlang der Bundesstraße 102, die sich von Kyritz bis ins brandenburgische Luckau windet. An der nächsten Straßenkreuzung halten wir uns rechts und stoßen auf die Mühlenstraße, die sich einige hundert Meter weiter teilt. Rechts führt die Straße hinauf zum Restaurant „Dippmannsdorfer Mühle“ und zum Naturspielplatz. Wir wandern jedoch noch kurz geradeaus und passieren auf der linken Straßenseite die 400 Jahre alte Dippmannsdorfer Mühle. Hier erinnert heute nur noch das alte Mühlrad an die frühere Bedeutung des Anwesens.

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Auch die beiden Mühlenteiche auf der gegenüberliegenden Straßenseite haben längst eine neue Bestimmung gefunden. Heute bieten sie Wasservögeln und Amphibien ein sicheres Zuhause. Zwischen den Weihern schlängelt sich ein schmaler Pfad hinein in den Wald – und plötzlich stehen wir wortwörtlich im Paradies. So heißt nämlich das Quellgebiet, das die beiden Mühlenteiche und das angrenzende Naturbad mit frischem, klarem Wasser versorgt.

Seinen Namen verdankt das paradiesische Kleinod gleich zwei Erklärungen: Zum einen sollen zwei zusammengewachsene Buchen, die an ein Liebespaar erinnern, namensgebend gewesen sein. Zum anderen war der Wasserreichtum für die Bewohner schlicht paradiesisch, denn er sicherte eine zuverlässige Versorgung mit sauberem Wasser und ermöglichte den Betrieb von Mühlen in einer Zeit, in der viele Dörfer im strohtrockenen Fläming oft nur einen einzigen Brunnen besaßen.

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Der Erlebnisweg in Dippmannsdorf führt durch den typischen brandenburgischen Wald, mal gesäumt von Kiefern, mal von großen Buchen und Eschen.

Über schmale Stege und Dämme führt uns der Erlebnisweg nun durch eine von mächtigen Buchen, Eichen und Erlen geprägte Landschaft. Das Waldstück strahlt an dieser Stelle eine besondere Ruhe aus, die uns begeistert, während es über die Stege zurück zum Ausgangspunkt der Tour geht.

Zum Abschluss der Wanderung erwartet uns hinter der Dorfkirche noch ein Kleinod: das Naturbad Dippmannsdorf. Seit 1998 speist das nahegelegene Quellgebiet diesen kleinen, natürlichen Badeteich. Ganz ohne Chlor oder Chemie, denn ein dichter Schilfgürtel reinigt das Wasser auf natürliche Weise, bevor es dann in die Belziger Landschaftswiesen abfließt.

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Das Quellgebiet „Paradies“ in Dippmannsdorf liegt im Naturpark Hoher Fläming in Brandenburg und gehört zu den bedeutendsten Quellgebieten der gesamten Region.