Stefan Evers ist in diesen Tagen nicht unbedingt zu beneiden. Nach dem Kommunikationsdesaster von Kai Wegner rund um den großen Blackout im Januar und dessen Rückzug soll er die Berliner CDU jetzt in den Wahlkampf führen – zwei Monate vor der Abgeordnetenhauswahl und bei Umfragewerten, die nicht gerade zu Jubelstürmen einladen. Im „FAZ“-Interview erklärte Evers, was ihn von Wegner unterscheidet und was Berlin mit ihm als Regierendem Bürgermeister erwarten könne.

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So stellte Evers, derzeit Finanz- und Kultursenator, angesichts des rekordverschuldeten Haushalts einen Sparkurs für Berlin in Aussicht. Die Stadt könne auf Dauer nicht mehr Geld ausgeben, als sie erwirtschaftet. „Natürlich müssen wir investieren, wo Berlin Nachholbedarf hat. Dafür müssen wir an anderer Stelle weniger ausgeben“, so Evers. Kritik hagelte es umgehend von SPD-Fraktionschef Raed Saleh, der gegenüber dem „Tagesspiegel“ erklärte: „Es hat schon was von einem Pfiffikus, wenn ausgerechnet der größte Schuldensenator der Republik vom Sparen schwadroniert.“
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Stefan Evers: „Linkspartei hat ein Antisemitismusproblem“
Berlin, so Evers, müsse in Zukunft klare Prioritäten setzen, beispielsweise beim Bauen oder Datenschutz. „Ich halte auch nichts von Kostenlos-Politik für gut verdienende Eltern, die sich Schulmittagessen leisten können“, so Evers. Er selbst stehe für einen modernen Konservatismus und werde alles tun, um eine links-grüne Regierung zu verhindern. „Die Linkspartei will mit ihrer Enteignungspolitik unsere Soziale Marktwirtschaft zerstören, sie hat ein Antisemitismusproblem, sie will unsere Polizei schwächen.“
Nachdem die Linke Anfang Juli in einer Infratest-Umfrage mit 20 Prozent erstmals drei Prozentpunkte vor der CDU lag, zeigt der neueste Berlin-Monitor ein ausgeglicheneres Bild: Demnach lagen CDU und Linke am Freitag und damit kurz vor Wegners Verzicht auf die Spitzenkandidatur gleichauf bei 19 Prozent im Berlin-Monitor, über den der „Tagesspiegel“ berichtet.
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Designierter CDU-Spitzenkandidat: „CSD gehört zur DNA Berlins“
Der designierte CDU-Spitzenkandidat stellte die Möglichkeit in Aussicht, dass Menschen, die staatliche Leistungen erhalten, künftig zur Sauberkeit der Stadt beitragen sollen. „Ich finde, wer staatliche Leistungen erhält und arbeiten kann, sollte der Gemeinschaft auch etwas zurückgeben – zum Beispiel, indem er dabei hilft, Berlin sauber zu halten“, so Evers.
Evers nehme aufgrund eigener familiärer Verpflichtungen zwar nicht selbst am CSD in Berlin teil, bekannte sich aber klar zur Demonstration für queere Rechte: „Der CSD gehört zur DNA Berlins.“






