Zwei Menschen sind innerhalb rund einer Woche in Berlin ertrunken. Immer wieder kommt es in Berliner Gewässern zu tragischen Unfällen. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) insgesamt 16 ertrunkene Menschen in der Stadt. Wie erkennt man Personen, die im Wasser ums Leben kämpfen? Wie sollte man reagieren, wenn man Zeuge einer solchen Notsituation wird?

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Statistisch betrachtet sind vor allem Männer vom Ertrinken betroffen, wie aus Zahlen der DLRG hervorgeht. Insbesondere Männer über 50 Jahre, aber auch Jüngere zwischen 21 und 30 Jahren. Die meisten Badeunfälle geschehen in Flüssen und in Seen.
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DLRG: Diese Risikofaktoren gibt es beim Schwimmen
Risikofaktoren gibt es viele, erklärt Michael Neiße, Sprecher der DLRG Berlin. Oftmals ertrinken Menschen, weil ihr Kreislauf zusammenbricht, entweder aufgrund von Vorerkrankungen oder weil sie ins kalte Wasser springen, ohne den Körper an die Temperaturen zu gewöhnen.
Jugendliche würden sich oftmals überschätzen. Statt am Ufer entlangzuschwimmen, nehmen sie die Strecke quer über den See auf sich, warnt Neiße. Sein Appell: Nie alleine schwimmen gehen, sondern möglichst zu zweit. So könne eine Person im Notfall zur Hilfe eilen. „Alkohol ist gar keine gute Idee“, erklärt der DLRG-Sprecher. „Dadurch wird manchmal die Motorik eingeschränkt und man überschätzt sich.“ Weitere Risikofaktoren seien Schlingpflanzen, die schwimmende Personen in Panik geraten ließen, und Krämpfe.
So erkennt man ertrinkende Personen
Wie aber sind Ertrinkende im Wasser zu erkennen? „Man muss auf die Bewegungsmuster im Wasser achten“, so Neiße. Wenn jemand ständig und unkontrolliert mit dem Kopf unter Wasser taucht, sei das ein Zeichen dafür, dass die Person keine Kraft mehr habe. Auch wenn die Arme seitlich ausgestreckt sind und das Gesicht gen Himmel schaut, sollten die Alarmglocken angehen. „Normalerweise schaut man im Wasser ja in die Richtung, wo man hinschwimmt“, sagt der DLRG-Sprecher.
Die meisten Menschen gingen still, ohne Hilferuf, unter, da sie ihre Kräfte brauchten, um sich über Wasser zu halten. Die Augen sind bei Ertrinkenden laut DLRG geschlossen oder starren ins Leere. Ein weiteres Anzeichen: Die Person schwimmt zwar, kommt allerdings nicht vorwärts oder wird in eine andere Richtung getrieben.
Wie man im Notfall reagieren sollte
Die DLRG rät in solchen Notfällen dazu, möglichst schnell den Notruf (112) zu wählen. Wichtig sei, genau zu erklären, wo sich der Unfall ereignet. Adresse, auffällige Gebäude, Schilder, Berge, Hügel oder Seen können bei der Beschreibung helfen. „Im besten Fall gibt es eine zweite Person, einen sogenannten Einweiser, der die Einsatzkräfte in Empfang nimmt und ihnen den Weg zeigt“, heißt es auf einer Webseite der DLRG Augsburg.
Kurz und prägnant sollte die Beschreibung des Geschehenen ausfallen. Die DLRG weist darauf hin, dass die Disponenten am anderen Ende der Leitung geschult seien und einen durch das Telefonat führen. Man sollte erst auflegen, wenn die Leitstelle das Gespräch beendet.
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Ob man einer ertrinkenden Person helfen kann, müsse man selbst einschätzen, sagt Michael Neiße. Wie gut kann ich schwimmen? Ist die ertrinkende Person körperlich deutlich überlegen? Derartige Fragen dienen dem Selbstschutz, denn Menschen, die sich in Lebensgefahr befinden, geraten in Panik. „Schon kleine Kinder können in solchen Situationen große Kräfte entwickeln und lassen einen nicht mehr los“, warnt Neiße.
In jedem Fall sollte man auf den Rettungsversuch aufmerksam machen, damit andere einen Notruf absetzen und bei den Wiederbelebungsmaßnahmen unterstützen können. Weiterhin rät Neiße, der ertrinkenden Person einen Rettungsring – wenn vorhanden – oder andere Gegenstände, die schwimmen, zuzuwerfen.







