Liebe Leserin, lieber Leser,
ganz vorn ausnahmsweise gleich zwei Hinweise in eigener Sache. Es ist kühl genug draußen, deshalb bietet es sich an, in dieser Woche mit uns gemeinsam zu radeln. Jeder Kilometer mehr dient einem guten Zweck. Und dann das: Die Berliner Abiturientinnen und Abiturienten feiern in diesen Tagen und können zu Recht stolz auf sich sein. Wir gratulieren mit der Abi-Beilage 2026, in der wir auch alle noch einmal namentlich erwähnen. Herzlichen Glückwunsch!
Was wird heute wichtig? Hier sind die Termine des Tages:
• Berlins Wohnungsgenossenschaften führen den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) heute durch ausgewählte Genossenschaftsprojekte. Finanzsenator Stefan Evers (CDU) und Bausenator Christian Gaebler (SPD) sind ebenfalls mit dabei.

Montag bis Samstag
Morgenpost der Chefredaktion
Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.
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• Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg beschäftigt sich mit Rückforderungen der Investitionsbank Brandenburg von Corona-Soforthilfen. Drei Kläger wehren sich jeweils gegen die Rückforderung der gewährten Soforthilfen. Das Urteil wird auch Signalwirkung auf ähnlich gelagerte Fälle in Berlin haben.
• Die traditionsreiche Berliner Schnapsmanufaktur Mampe bekommt heute ein Museum. Erzählt werden 200 Jahre Mampe, zwischen Apotheke, Kaiserreich, Goldenen Zwanzigern und Gegenwart.
• Am Abend wird im Haus der Kulturen der Welt (HKW) der Internationale Literaturpreis 2026 vergeben.
Neues aus Berlin
Im November wählten die New Yorker den Linken Zohran Mamdani zum Bürgermeister. Da begannen sie auch in Berlin zu träumen. Nun manifestiert sich der Traum in Umfragewerten: Erstmals ist die Linke in Berlin mit 20 Prozent auf Platz 1. Es ist nur eine Momentaufnahme im Abgeordnetenhauswahlkampf. Aber es könnte so kommen wie in New York, das ist spätestens jetzt klar.
Dabei war Elif Eralp anders als Mamdani den Berlinerinnen und Berlinern reichlich unbekannt, als sie zur Spitzenkandidatin gekürt wurde. Aber die Linke hat ein Thema frühzeitig besetzt, das in der Hauptstadt mehr sozialen Sprengstoff hat als alles andere: die Mieten. Bislang hat niemand in Berlin ein veritables Konzept gefunden, wie man effektiv dem Mangel an Wohnraum und den einhergehenden explodierenden Preisen bei Neuvermietungen begegnet. Wer in der Stadt eine neue Wohnung braucht, ist verloren. In den Umfragen ist es das alles dominierende Thema. Noch weit vor Bildung, Verkehr oder Sicherheit.
Die Linke setzt auf Enteignung, auf Mietendeckel und sozialen Wohnungsbau. Zwar kritisieren Experten viele der einfachen Antworten als nicht umsetzbar – sie sind in Teilen zu teuer, juristisch mit vielen Unwägbarkeiten oder schlicht ineffektiv. Die Konzepte der anderen Parteien wirken auf die Menschen trotzdem wie ein Abklatsch der radikalen Ansätze. Die Stimmung spült Elif Eralp an die Spitze. Nicht einmal die Antisemitismus-Vorwürfe gegen ihre Partei schaden ihr derzeit.
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner hat dieser Stimmung derzeit wenig entgegenzusetzen. Es hilft nicht, auf Erfolge zu verweisen. Die Menschen wollen wissen, was sie künftig zu erwarten haben. Wegner hat die Stimmung unterschätzt.
Zweieinhalb Monate sind es noch bis zur Wahl. Vier von fünf Menschen in der Stadt bewerten die Arbeit des Senats negativ. Wenn nun auch noch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) Enteignungen auf Länderebene per Gesetz verbieten will, wird das in Berlin auf dem linken politischen Flügel zu einer Trotzreaktion führen. Zur Erinnerung: Der Volksentscheid zur Enteignung großer Wohnungskonzerne fand in Berlin eine Mehrheit. Am 20. September könnte es kommen wie in New York.
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Außerdem wichtig
Im Plenum des Abgeordnetenhauses frohlockte Eralp gestern erst einmal: „Es ist richtig, dass wir die Mietenfrage ins Zentrum gerückt haben“, sagte sie in der Aktuellen Stunde. Joachim Fahrun berichtet von der Stimmung im Parlament.
Die Hitze am vergangenen Wochenende führte an mehreren Stellen in der Stadt zu Stromausfällen. Jetzt ist auch klar, warum. Auch hier fehlt es an Resilienz, wie es scheint. Und an Kommunikation, so die Kritik.
Im April starben im Schäfersee in Reinickendorf hunderte Karpfen, andere Fische aber nicht. Jetzt gibt es eine überraschende Erklärung: Dirk Krampitz hat die etwas kuriose Fisch-Story aufgeschrieben.
Und noch eine Tiergeschichte: Für Hundehalter heißt es im Berliner Norden derzeit: wachsam bleiben, Abstand halten, nicht füttern. Die Rede ist von einem einzelnen aggressiven Fuchs, der allein im Juni sechs Hunde angegriffen hat.
Ich wünsche schon jetzt ein angenehmes Wochenende. Für alle, die an diesen Tagen über die A10 fahren müssen, noch dieser Hinweis: Wegen der Hitzeschäden gibt es eine größere Vollsperrung.
Ihr Peter Schink,
Chefredakteur
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