• Die Hitze ist nicht nur für Menschen eine Herausforderung
  • Die hohen Temperaturen ist auch für die Berliner Infrastruktur einen Stresstest
  • BVG, Wasserbetriebe und Stromnetz Berlin sehen sich gerüstet

Donnerstag und Freitag: 34 Grad, Samstag: 40 Grad, Sonntag: bis zu 41 Grad. Das zeigt die Wetter-App für Berlin an. Die Hitze belastet die Menschen. Genauso wie die Natur – man denke an Berlins viele Straßenbäume und Parks – und die Tiere.

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Aber auch die Infrastruktur fordert sie heraus. Was bedeutet die Hitze für Bus und Bahn, die Wasser- und die Stromversorgung Berlins? So blicken die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die Berliner Wasserbetriebe (BWB) und Stromnetz Berlin auf die Hitzewelle.

„Die Wasserversorgung ist natürlich auch an den kommenden Hitzetagen gesichert“, sagt Pressesprecher Stephan Natz der Berliner Morgenpost. „Wir schaffen diese Herausforderung.“ Besondere Maßnahmen für den stark erhöhten Wasserverbrauch an den heißen Tagen brauche es nicht. Das Unternehmen arbeite „hochgradig automatisiert“.

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An normalen Tagen verbrauche Berlin rund 600.000 Kubikmeter Wasser. Zum Vergleich zieht Natz das Olympiastadion heran: Dieses fasst 641.000 Kubikmeter. An den Hitzetagen erwarten die Wasserbetriebe einen starken Anstieg. In der vergangenen Woche kletterte der Verbrauch am 19. Juni schon fast auf 800.000 Kubikmeter. „Am Hitzewochenende rechne ich mit bis zu 850.000 Kubikmetern täglich. Das ist eine deutliche Zunahme“, sagt Natz.

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Kurzfristig müssen sich die Berliner keine Sorgen machen. Auf Dauer aber bringen 40 Grad die Wasserbetriebe an ihre Grenzen. „Wenn es drei oder vier Wochen so heiß bleibt, bekommen wir ein Problem“, sagt Natz.

Die schönsten Hitze-Bilder in der Galerie

19.06.2026, Berlin - Deutschland. Abendstimmung auf dem Tempelhofer Feld. *** June 19, 2026, Berlin, Germany
Es ist heiß in Berlin. Temperaturen bis knapp unter 40 Grad halten die Menschen allerdings nicht vom Tempelhofer Feld fern.© IMAGO | SABINE GUDATH
Hochsommer – Hitzewelle – Jogger vor dem Bundeskanzleramt im Berliner Regierungsviertel
Anzug oder lieber oben ohne? Egal, zu heiß ist es in jedem Fall.© imago/Chris Emil Janßen | Chris Emil Janssen
Berlin, Deutschland, 25.06.2026: Bei Temperaturen um die 35 Grad fahren Menschen im Bezirk Kreuzberg mit Kajaks durch de
Da hilft nur die Flucht aufs Wasser, etwa im Kajak auf den Landwehrkanal.© IMAGO | dts Nachrichtenagentur
Hot weather in Berlin
Egal ob groß oder klein: Das kühle Nass lockt bei den hohen Temperaturen alle an.© IMAGO/Anadolu Agency | Halil Sagirkaya
Hitze in Berlin
Im Berliner Tiergarten spendet ein Rasensprenger Abkühlung. © Kay Nietfeld/dpa | Kay Nietfeld
Hitze in Berlin
Wer noch mehr Nass will, geht schwimmen – so wie hier im Schlachtensee.© Christoph Soeder/dpa | Christoph Soeder
Hitze in Berlin
Wichtig bei den hohen Temperaturen: viel trinken. Wasser bekommt man in Berlin unter anderem an über 200 Trinkbrunnen.© Jens Kalaene/dpa | Jens Kalaene
Wohin zum kostenlosen Abkuehlen?
In einigen Berliner Kirchen können sich Menschen ebenfalls abkühlen.© epd | Christian Ditsch
Hitze in Berlin
Besonders heiß ist es dieser Tage in versiegelten Innenstadt-Bereichen. Bäume können die Temperaturen dagegen senken.© Sebastian Gollnow/dpa | Sebastian Gollnow
Auch im Regierungsviertel ist es heiß.
Auch im Regierungsviertel ist es heiß.© AFP | Ralf Hirschberger
Frühstück im Planschbecken
Abkühlung sucht auch einer der Eisbären im Tierpark. Für ihn gibt es sogar einen Snack im Wasser.© IMAGO | Volker Hohlfeld

Hitze in Berlin: Wassernetz besonders empfindlich

Verglichen mit anderen Ballungsräumen wie München, Köln oder Hamburg sei das Berliner Wassernetz sensibel. Berlin zähle zu den trockensten Gegenden Deutschlands, und Spree und Havel seien nicht so leistungsfähige Flüsse wie etwa Rhein und Elbe. Umso wichtiger sei das Projekt der Schwammstadt und dass die Berliner Wasserbetriebe in den Ausbau der Klärwerke investierten.


Zudem gingen die Berlinerinnen und Berliner bewusst mit dem Wasser um, so Natz. Diesen Rückschluss ließen die Zahlen der Wasserbetriebe zu. Demzufolge hielten sich die Berlinerinnen und Berliner an die gängigen Tipps: kurz duschen statt baden, den Rasen nicht in der Mittagshitze sprengen, sondern spätabends, nachts oder am frühen Morgen.

Tiergarten
Rasensprengen sollte nicht in der Mittagshitze passieren, denn da verdunstet das Wasser sofort, so Stefan Natz.© FUNKE Foto Services | Sergej Glanze

Hitze in Berlin: Stromnetz gibt Entwarnung

Stromnetz Berlin gibt auf Anfrage der Berliner Morgenpost Entwarnung. Das Netz sei von den hohen Sommertemperaturen kaum betroffen, so der Pressesprecher Olaf Weidner. „Natürlich schwitzen unsere Kolleginnen und Kollegen wie alle anderen Berliner*innen auch und insbesondere der Außendienst ist natürlich besonderer physischer Belastung ausgesetzt, aber technisch bereitet uns das Wetter keine Probleme.“

Auch bezüglich erhöhten Stromverbrauchs – zum Beispiel für Klimaanlagen – macht man sich keine Gedanken. Zwar ließen sich im Hinblick auf den Stromverbrauch in der Stadt an Hitzetagen keine seriösen Aussagen treffen, da die Daten nicht nach Art der Geräte, die den Strom verbrauchen, unterscheiden. Doch: Im Allgemeinen sei die Ausstattung von Haushalten und Gebäuden in Berlin (und Deutschland) mit Klimageräten und Ventilatoren sehr überschaubar, so Weidner. Ein deutlicher Anstieg sei deshalb nicht zu erwarten.

Verkehr in der Altstadt Köpenick
Die Hitze flimmert auf der Straße, doch die Tram ist klimatisiert. © FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini

Die BVG begegnet nach eigenen Angaben „den hohen Temperaturen mit moderner Fahrzeugtechnik, leistungsfähigen Lüftungs- und Klimasystemen sowie einer kontinuierlichen Instandhaltung ihrer Fahrzeuge und technischen Anlagen“.

Wie viele hitzebedingte Störungen es im vergangenen Sommer gab und welche Bereiche besonders betroffen waren, ließ das Unternehmen unbeantwortet.

Zur Abkühlung: Ab in den U-Bahnhof

Während BVG-Busse und die Straßenbahnen Klimaanlagen haben, hat sich die BVG gegen eine Klimatisierung der U-Bahn entschieden. Diese sei nicht nur schwer einzubauen und sehr teuer, sondern würde auch den Energieverbrauch deutlich erhöhen und die Klimabilanz verschlechtern, heißt es von den Verkehrsbetrieben. Allerdings komme bei der Zufuhr von Frischluft moderne Technik zum Einsatz. Als einen der kühlsten U-Bahnhöfe nennt die BVG den Bahnhof Brandenburger Tor der Linie U5. Dieser liege etwa 17 Meter unter der Oberfläche.

U-Bahnhof Brandenburger Tor U5
Etwa 17 Meter unter der Oberfläche ist es schön kühl im Bahnhof Brandenburger Tor.© Dirk Krampitz | Dirk Krampitz

Weiter verweist die BVG darauf, dass die Mitarbeitenden regelmäßig geschult werden, hilfsbedürftige Fahrgäste zu erkennen und zu unterstützen. Auch an die eigenen Beschäftigten denken die Berliner Verkehrsbetriebe: Außendienst und Fahrpersonal erhalten an Hitzetagen Wasser und Kühltücher.