Das Thema Deep Tech, sagte Franziska Giffey, sei ja etwas theoretisch. Berlins Wirtschaftssenatorin hatte deshalb in die Pressekonferenz nach der Senatssitzung das Modell einer Unterwasserdrohne mitgebracht. Denn bei der vom Senat am Dienstag beschlossenen „Deep Tech Agenda“ geht es eben darum, aus den Erkenntnissen Berliner Grundlagenforscher auch Berliner Produkte zu machen.

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So wie die Adlershofer Tech-Firma EvoLogics. Ihre Unterwasser-Roboter sind wie Pinguine geformt und vollgestopft mit Sensoren und Hightech. Damit ließen sich unter Wasser Schiffswracks aufspüren, Pipelines überwachen oder verschwundene Flugzeuge finden, erläuterte Giffey. Dass diese Systeme auch für das Militär hochinteressant sind, sagte die Sozialdemokratin nicht. Wobei es in Berlins Senat nicht mehr umstritten ist, den Standort auch als „Defense Tech“-Hochburg zu vermarkten.
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Die Deep-Tech-Branchen sind in Berlin stark wachsend
600 Berliner Unternehmen rechnet Giffey der Deep Tech zu, weil sie eben wirklich neue Verfahren entwickeln und einsetzen. „Jetzt haben wir eine ganze Branche, stark wachsend, die wichtig ist für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt“, sagte die Senatorin. Ihr Anspruch, Berlin zur innovativsten Stadt des Kontinents zu machen, sieht sie bestätigt.
Berlin liegt im „Global Tech Ecosystem Index“ des holländischen Unternehmens Dealroom hinter London, Paris und Stockholm auf Platz vier in Europa, weltweit auf Rang 22. „Unser Anspruch, vorne mitzuspielen, ist absolut richtig“, sagte Giffey. Ein großer Teil des im deutschen Vergleich überdurchschnittlichen Wirtschaftswachstums Berlins hänge mit Deep Tech zusammen.

Das quantitativ wichtigste Thema in der Berliner Deep-Tech-Szene ist die Künstliche Intelligenz mit rund 500 Unternehmen. Ein Beispiel für Berliner Entwicklungen ist Gretchen AI: Das System kann Deepfakes im Internet aufspüren und rasend schnell Fake News von belastbaren Nachrichten unterscheiden. Zum zweiten Feld Biotechnologie gehört unter anderem DiaMonTech aus Friedrichshain. Ihr Produkt misst den Blutzuckerspiegel, ohne durch die Haut stechen zu müssen. Bei Millionen von Diabetikern könnte das Produkt auf riesige Nachfrage treffen.
Berlin ist das erste Bundesland mit einer strategischen Agenda zum Ausbau des Sektors
Das dritte Feld umfasst Mikroelektronik, Photonik und Quanten. Weiterhin geht es um neue Materialien, wie sie beispielsweise für die Luft- und Raumfahrt entwickelt werden. Und schließlich bildet Software den fünften großen Sektor, der zumindest teilweise der Deep Tech zugeordnet werden kann.
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Mit der Agenda versucht die Wirtschaftsverwaltung, alle relevanten Akteure der Szene zusammenzuführen und Unterstützung zu organisieren, etwa beim Übergang von den Forschungsinstituten in die Unternehmensgründung oder bei der ersten Anwendung neuer Verfahren in Reallaboren. Zu den Zielen gehört auch, diesen Teil der Berliner Wirtschaft international sichtbar zu machen. Bei ihrer jüngsten Reise nach Brasilien hatten Giffey und die IHK einige Deep-Tech-Firmen dabei.
Berlin ist nach Worten Giffeys das erste deutsche Bundesland mit einer strategischen Agenda in diesem. Die Themen entsprächen denen der Hightech-Agenda der Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU). Durch diese Parallelität sollte es möglich sein, Fördermittel des Bundes und auch der EU nach Berlin zu lenken.







