• Die Erdbeer-Stände von „Karls Erdbeerhof“ sind oft schon am späten Nachmittag geschlossen
  • Kunden sind genervt – und auch der Chef zeigt sich darüber verärgert
  • Robert Dahl erklärt, was die Gründe sind und was sein Unternehmen dagegen unternimmt

Es wird heiß in Deutschland. Viele Menschen nutzen das Wetter für einen Ausflug an den See – vielleicht sogar mit einem Picknick. Was für viele dabei nicht fehlen darf: Erdbeeren. Über drei Kilo vertilgt jeder Deutsche pro Jahr. Und obwohl gerade Hochsaison ist: Wer in diesen Tagen an einem der vielen Verkaufsstände von „Karls Erdbeerhof“ vorbeikommt, wird mitunter enttäuscht. Denn immer wieder passiert es, dass die knallroten Buden verschlossen sind.

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Das verärgert nicht nur potenzielle Kunden, die statt frischer Erdbeeren oder Erdbeermarmelade Enttäuschung mit nach Hause nehmen. Auch Robert Dahl, Gründer von „Karls Erlebnis-Dorf“ ist nicht begeistert. „Wir würden natürlich gerne immer bis spät abends verkaufen, aber wir haben teilweise einfach keine Erdbeeren mehr“, so der Unternehmer im Gespräch mit der Morgenpost.

Erdbeeren ausverkauft? Wer zu spät kommt, geht leer aus

Das sei vor allem im Mai jedes Jahr aufs Neue ein Problem, denn in der „frühen Erntephase“ sei die Nachfrage größer als das Angebot, erklärt Dahl. Der Grund: Von den frühen Sorten würden weniger angepflanzt. Das führt dazu, dass die Verkaufsstände teilweise schon vor dem Abend ausverkauft sind. Aber auch später in der Saison gilt: Sind alle Erdbeeren weg, wird der Stand geschlossen.

Robert Dahl
Robert Dahl, Inhaber von "Karls Erdbeerhof“, steht vor einem seiner Verkaufsstände.© Matthias Bein/dpa | Matthias Bein

„Das ist aus vielerlei Sicht ärgerlich: Gerade die Kunden, die nach Feierabend noch Erdbeeren kaufen wollen, gehen dann leer aus.“ Für das Unternehmen bringt die knappe Ernte weniger Umsatz. Und auch für die Verkäuferinnen und Verkäufer in den Ständen sei es keine schöne Situation: Denn viele arbeiten auf Stundenbasis und kommen so auf weniger Gehalt.

„Wir wollen eigentlich, dass jeder Stand eine Kiste zu viel hat, sodass wir immer bis abends geöffnet bleiben können“, so Dahl. Doch aktuell ist die Lage schon besser als noch vor einigen Wochen. Denn etwa seit dem 10. Juni ist für die Erdbeerpflücker von „Karls Erdbeerhof“ Haupterntesaison.

Und damit alle Fans der Sommerfrucht im kommenden Jahr bereits im Mai die Erdbeeren ohne Einschränkungen genießen können, plant Dahl, 30 Hektar mehr von den frühen Sorten anzupflanzen.

So günstig sind regionale Erdbeeren derzeit zu kaufen

Regionale Erdbeeren können derzeit in Deutschland laut Experten verhältnismäßig günstig gekauft werden. Ende Mai lag der durchschnittliche Preis für ein Kilo deutsche Erdbeeren bei 6,15 Euro, wie Marktanalystin Eva Würtenberger von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft sagte. Damit seien mutmaßlich die Tiefstpreise der Saison erreicht. Natürlich könne es immer noch vereinzelt günstigere Angebote geben.

Der Durchschnittspreis bezieht sich dabei auf alle Geschäftstypen – vom Hofverkauf bis zum Supermarkt. Dabei ist der Preis in den Supermärkten grundsätzlich niedriger als direkt von den Obstbauern. So habe es Ende Mai auch noch Aktionspreise im Handel von 2,49 Euro für die 500-Gramm-Schale Erdbeeren gegeben – umgerechnet also 4,98 Euro für das Kilo, sagte Würtenberger. 

Preise etwas höher als im Vorjahr zu dieser Zeit

Damit haben die Preise seit Saisonbeginn wie üblich nachgegeben. So lag der Durchschnittspreis Ende April, Anfang Mai noch bei 7,97 Euro das Kilo, wie die Expertin sagt. Mittlerweile werde in allen Anbaugebieten bundesweit geerntet.

Im Vergleich zum Vorjahr seien die Preise aktuell allerdings rund vier Prozent höher: In der Vergleichswoche 2025 lag der Durchschnittspreis bei 5,91 Euro. Würtenberger verweist hier auf zahlreiche Kostensteigerungen bei der Produktion, unter anderem bei den Energiepreisen und den Lohnkosten.

mit dpa