Zum Gastbeitrag „Wir müssen anfangen, im großen Stil kostengünstig zu bauen“ von Hans Kollhoff vom 27. Mai
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Dieser Artikel spricht meine umfangreiche Erfahrung als Bausachverständiger seit 1987 aus vollem Herzen an. Als Berliner, mehrfach im Denkmalschutz in Franken und Bayern ausgezeichnet, war ich nach meiner Rückkehr nach Berlin, hier geboren in Schöneberg, entsetzt, wie Verwaltung, Investoren und Planer mit dem Stadtraum umgehen. In diesem Artikel wurde auch die Europacity erwähnt. Bei meiner letzten Begehung nur Entsetzen, welche Chance hier wieder vertan wurde. Wer will dort flanieren? Die Eintönigkeit genießen? Die Bewohner würden noch mehr fliehen, wenn der Benzinpreis nicht so hoch wäre, so der Eindruck. Kann hier Kiez, Urbanität entstehen? Ich glaube nicht. Denn wer will in der Heidestraße flanieren, um die Langeweile zu genießen? Der Betrachter hat jedenfalls die Chance, vom Auto bei erzwungenen 30 km/h einen Eindruck zu bekommen. Eher scheint wahrscheinlich, bei entsprechender erlaubter Geschwindigkeit durchzufahren. Insgesamt kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es keine Großraumplanung mehr gibt. Wo kann ein neuer Boulevard zum Verweilen entstehen? Das hat insgesamt nichts mit kostengünstiger Bauweise zu tun, sondern mit Stadtplanung und Kreativität!
Gerhard M. Schultze, per Mail
Ich bin erstaunt über die Dürftigkeit der Argumente für die neuesten Entwürfe einer Randbebauung des Tempelhofer Felds, die Architekt Hans Kollhoff darlegt. Sie halten dem einfachsten Realitätscheck nicht stand. Wohnraum für 50.000 Menschen entspricht einer mittleren Kleinstadt; dafür einfach mal einen Baubeginn in zwei Jahren und eine Fertigstellung in sechs Jahren in den Raum zu werfen, ist angesichts der Berliner Baurealität reiner Populismus. Er übergeht in seinen Ausführungen völlig, dass Wohnraum für 50.000 Menschen eine entsprechende Verkehrs-, Sozial- und Versorgungsinfrastruktur benötigt, die sehr wohl geplant werden muss, denn Straßen, Kanalisation, Strom- und Wasserversorgung entstehen auf einer bisher unerschlossenen Fläche nicht mal so nebenbei. Auf den veröffentlichten Modellierungen ist solche Infrastruktur nicht zu erkennen, sie steht auch nicht in unmittelbarer Nachbarschaft in ausreichendem Ausmaß zur Verfügung. Außer am Schillerkiez, selbst unterversorgt, grenzt keines der zu bebauenden Gebiete an ein bestehendes Wohngebiet, anders als suggeriert wird. Das größte zu bebauende Gebiet im Süden des Tempelhofer Felds grenzt direkt an den S-Bahn-Ring und die Stadtautobahn – mit die unattraktivsten Locations für Wohnungsbau – und wäre durch diese vom Rest der Stadt getrennt, aber ein leistungsfähiges System von Zufahrtsstraßen ist nicht zu erkennen.
Dominic Johnson, per Mail
Bei allen persönlichen Bedarfen, niemand spricht mehr vom Stadtklima. Und meines Wissens steigt bei einer Bebauung des Tempelhofer Felds die Stadtinnentemperatur um mehrere Grad. Der Umstand hat sich seit der letzten Volksabstimmung nicht geändert. Nutzen wir Baulücken und Aufstockungen, wie vor 200 Jahren, bevor wir etwas zerstören, das uns am Leben erhält.
Ottmar Lehman, per Mail
Zum Artikel „Pflegeversicherung: Zahlen Kinderlose bald mehr?“ vom 27. Mai
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Der Aufschrei über solche Ideen ist groß, aber er ist durchaus verständlich. Es gibt viele Gründe, weswegen man sich heute gegen Kinder entscheidet. Sei es, dass der Partner fehlt, sei es, dass man einfach mal keine bekommen kann, oder – und das ist wohl auch ein häufiger Faktor – sei es die finanzielle Unsicherheit. Kinder sind dank Kita-Gebühren, wachstumsbedingt ständig neuer Kleidung, Material für die Schule oder die Eltern bei Kinderkrankheiten drangsalierender Arbeitgeber ein teurer Spaß geworden, der einen gerne in die Teilzeit- und damit Armutsfalle drängen oder bis heute den Job gefährden kann. Statt dort anzusetzen und endlich mal das Leben für Familien attraktiver zu gestalten, werden jene bedacht, die bereits jetzt per Kinderlosenzuschlag dafür bestraft werden, keine Kinder zu haben. Wie so oft wurde bei solchen Ideen wieder mal lediglich von der Wand bis zur Tapete gedacht.
Constanze Meyer-Roick, per Mail
Zur Serie „Morgenpost-Menü“, die einmal monatlich erscheint
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Seit einigen Monaten lassen wir uns durch Herrn Uhl in die wunderbare Berliner Welt der Gastronomie entführen. Gerne folgen wir seinen Empfehlungen und lernen so nicht nur exquisite Gerichte, ausgezeichnete Weine und schöne Restaurants kennen, sondern auch überaus zuvorkommende Menschen, die uns den Aufenthalt bei ihnen verschönern. Ein (Geschmacks-)Erlebnis hat uns jedoch so begeistert, dass ich davon berichten will. Ich meine das „Moon Exquisite“ am Spreeufer mit seinem Veggie-Menü. Einfach nur großartig! Jeder einzelne Gang ein „Gedicht“! Und dazu auch noch die überaus freundliche und offene Art des Chefs Hoa Vu Viet – Herz, was willst du mehr?
Uwe Herz, per Mail





