Mehr als ein Jahr nach der Attacke auf einen spanischen Touristen am Holocaust-Mahnmal in Berlin hat die Polizei einen weiteren Verdächtigen festgenommen, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Pressemitteilung des Generalbundesanwalts beim Bundesgerichtshof. Gegen den syrischen Staatsangehörigen Khalaf A. wird wegen Beihilfe zum versuchten Mord und zur gefährlichen Körperverletzung ermittelt. Ein Ermittlungsrichter entschied am Mittwochnachmittag, dass A. in Untersuchungshaft kommt.

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Der 37-Jährige soll laut einem Sprecher der Bundesanwaltschaft in Berlin ansässig sein, wo er von Beamten des Landeskriminalamtes am Mittwoch festgenommen wurde – nach Informationen der Berliner Morgenpost in einem östlichen Bezirk. A. soll den Nachmittag vor dem Attentat am Holocaust-Mahnmal mit Wassim Al M. verbracht und ihn zur Tat ermutigt haben, so die Bundesanwaltschaft.
Spanischer Tourist bei Messerattacke am Holocaust-Mahnmal schwer verletzt
Dieser wurde Anfang März vom Berliner Kammergericht unter anderem wegen des versuchten Mordes und der versuchten Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Der Syrer war am 21. Februar 2025 von Leipzig nach Berlin gereist, um im Namen des „Islamischen Staats“ (IS) einen Anschlag zu verüben. Bei der Messerattacke wurde ein Tourist aus Spanien am Holocaust-Mahnmal schwer verletzt. Die Bundesanwaltschaft hatte die Tat als radikal-islamistisch und antisemitisch bewertet.
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Wie lange Wassim Al M. und Khalaf A. in Kontakt standen, konnte die Bundesanwaltschaft nicht beantworten. Ebenso wenig, welche Verbindung A. zum IS hat.
Verfassungsschutzchef fordert mehr Befugnisse
„Insbesondere im Bereich Terrorismus ist davon auszugehen, dass eine Tat in den seltensten Fällen auf das Konto nur einer Person geht“, erklärte Stephan Weh, Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Berlin. „Wir müssen stets im Blick behalten, dass dahinter Strukturen stecken können, durch die potenzielle Attentäter sich in Windeseile radikalisieren, mit Waffen ausstatten können oder ihnen temporär Unterschlupf gewährt wird.“
Die Bundesregierung müsse im Bereich Polizei, Justiz und Nachrichtendienst personell und technisch aufrüsten, um dem Problem zu begegnen, dass sich Menschen durch soziale Medien radikalisieren und vernetzen. Zudem sie der GdP-Landeschef die Plattformbetreiber in der Pflicht, mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) gegen Extremismus im virtuellen Raum vorzugehen.
Der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Sinan Selen, forderte erst gestern in der Süddeutschen Zeitung „neue und erweiterte Fähigkeiten“ für den Inlandsgeheimdienst. Nicht weniger als eine „tiefgreifende Transformation“ sei notwendig. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte vor wenigen Wochen angekündigt, die Nachrichtendienste dazu zu ermächtigen, heimlich auf Computer und Mobiltelefone von Verdächtigen zuzugreifen. Zudem soll der Verfassungsschutz zukünftig KI einsetzen, um große Datenbestände zu durchsuchen.





