Gerade einmal knapp über zwei Monate ist Matthias Hundt als Staatssekretär für Digitalisierung im Amt, Nun will er zurücktreten. Er habe am Dienstag den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) um seine Entlassung gebeten, teilte Hundt mit. Hintergrund sind Ermittlungen der Dresdener Staatsanwaltschaft gegen ihn. Eine Senatssprecherin sagte, Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) werde der Bitte entsprechen.

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„Ich habe mein Amt angetreten, um in Berlin etwas zu verändern. Die aktuelle Medienkampagne lässt mir hierzu keine Chance“, hieß es in der Erklärung Hundts. Er sprach von einer unerträglichen Belastung für sich und seine Familie. „Ich bedaure sehr, dass es so gekommen ist, und wünsche meinem Nachfolger oder meiner Nachfolgerin viel Erfolg bei den anstehenden Aufgaben.“
Wie MDR Investigativ und rbb24 Recherche berichten, muss sich Matthias Hundt wegen seiner Vergangenheit als Unternehmer in Sachsen kritischen Fragen stellen. Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt gegen Hundt „wegen verschiedener Insolvenzstraftaten“. Das teilte die Behörde mit. Bei dem Verfahren geht es um die inzwischen gelöschte SDC Sachsen Digital Consulting GmbH. Die Firma war in Dresden ansässig und gab als Geschäftszweck unter anderem die Planung und Realisierung von IT-Projekten und „Innovationsmanagement im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie“ an.
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Im August 2025 hatten laut MDR und rbb zwei Krankenkassen beim Amtsgericht Dresden den Antrag auf Einleitung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Dies geschieht nach Recherchen von MDR und rbb erst, wenn Unternehmen Sozialabgaben trotz Mahnungen über einen längeren Zeitraum nicht abführen. Die Krankenkassen haben sich auf Anfrage nicht zu dem Fall geäußert. Ein Anwalt Hundts erklärte zu dem Vorgang auf dpa-Anfrage: „Mein Mandant hat sich mit allen wesentlichen Beteiligten, die von der Insolvenz betroffen sind, geeinigt. Weshalb und gegen wen die Staatsanwaltschaft ermittelt, erfahren wir leider nicht. Mein Mandant hat sich jedenfalls nichts zuschulden kommen lassen.“
Weitere Insolvenzen bei Firmen, an denen Hundt beteiligt war
Die Ermittlungen seien jedoch bei weitem noch nicht abgeschlossen, heißt es. Es gilt die Unschuldsvermutung. Hundts Anwalt erklärte dazu gegenüber MD und rbb: „Die Staatsanwaltschaft gibt uns auf Anfrage derzeit keinerlei Auskunft über einen etwaigen Tatvorwurf oder auch nur darüber, ob es Ermittlungen im Zusammenhang mit der Insolvenz der SDC Sachsen Digital Consulting GmbH gibt.“
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In den vergangenen zwei Jahren wurden noch bei zwei weiteren Firmen, an denen Matthias Hundt beteiligt war, Insolvenzverfahren eingeleitet. In einem Fall wurde die Eröffnung durch das Amtsgericht Dresden „mangels Masse“ abgelehnt. Das heißt: Das Vermögen reichte nicht aus, um die Kosten des Verfahrens zu decken. In einem weiteren Fall läuft das Verfahren noch.
Der gebürtige Dresdner Hundt, Jahrgang 1969, war erst Mitte März zum Chief Digital Officer und Staatssekretär für Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung in Berlin ernannt worden. Er folgte auf Martina Klement, die als Wirtschaftsministerin in die Brandenburger Landesregierung wechselte.
BM/dpa






