Das lange Pfingstwochenende steht vor der Tür, die Temperaturen klettern und die Natur legt ihr Sommerkleid an. Wer jetzt die Stadt mit ihren Häuserschluchten hinter sich lässt, erlebt Berlin und Brandenburg von einer überraschend stillen, duftenden Seite: Kiefernaroma statt U-Bahn-Mief, Seeblicke statt Asphalt, Vogelgezwitscher statt Stadtlärm. Kaum sind die letzten Häuserzeilen verschwunden, öffnet sich eine Landschaft, wie man sie der Hauptstadtregion vielerorts nicht zutraut. Aber auch mitten in der Stadt warten grüne Oasen und lohnende Wege.
Unser Redakteur Jörg Krauthöfer ist regelmäßig draußen unterwegs und hat Tipps für Sie. Also: Rucksack packen, Wanderschuhe schnüren – los geht’s.
1. Durchs wilde Wuhletal
Die leichte, knapp neun Kilometer lange Wanderung durch das wilde Wuhletal führt uns vom Bahnhof Wuhletal bis zum S-Bahnhof Ahrensfelde. Gleich zu Beginn lohnt ein Abstecher zum ehemaligen Wilhelm-Griesinger-Krankenhaus mit Gedenktafeln zur NS-„Euthanasie“ sowie zur Krankenhauskirche, die heute Ausstellungen zeigt. Danach führt der Weg entlang der Wuhle durch sumpfige, moorartige Abschnitte mit reicher Vogelwelt, weiter durch den Rohrbruchpark am Wuhleteich vorbei und unter der Seilbahn der „Gärten der Welt“, die zum Aussichtspunkt Wolkenhain führt. Nördlich geht es über die Landsberger Allee auf die Ahrensfelder Berge, zwei künstliche Hügel (102 m und 114 m), von denen der höhere weite Blicke bis zum Fernsehturm ermöglicht. Der Abstieg leitet durch den Eichepark am Kletterturm „Wuhletalwächter“ vorbei zur Havemannstraße, die direkt zum Ziel, dem S-Bahnhof Ahrensfelde, führt. Die Route verläuft überwiegend auf Asphalt-, Schotter- und Waldwegen und sammelt dabei etwa 70 Höhenmeter im Auf- und 50 im Abstieg. Zum ganzen Text hier klicken.

2. Historische Stadtwanderung: Sehenswürdigkeiten entlang der Spree
Es geht auf eine leichte, 5,6 Kilometer lange Stadtwanderung durch die historische Mitte, ab S-Bahnhof Jannowitzbrücke (Asphalt/Kopfsteinpflaster, je ca. 20 Höhenmeter im Auf- und Abstieg, viele Einkehrmöglichkeiten). Vom Rolandufer führt der Weg zu den Resten der Berliner Stadtmauer und zur Traditionskneipe „Zur letzten Instanz“, weiter über den Kirchhof der Parochialkirche zur Ruine der Franziskaner-Klosterkirche. Über Gruner- und Jüdenstraße geht es am Roten Rathaus vorbei zum Neptunbrunnen. In der Rosenstraße erinnert das Denkmal „Block der Frauen“ an den Protest von 1943; Markierungen zeigen die Umrisse der ältesten Synagoge Berlins. Am Hackeschen Markt führt ein Hinterhof zur Blindenwerkstatt Otto Weidt und zum Anne-Frank-Zentrum; anschließend geht es durch die Hackeschen Höfe in die Sophienstraße mit den Sophiensälen und der Sophienkirche, wo 1964 Martin Luther King sprach. Über Sophieneck, Große Hamburger Straße, Krausnickstraße, Oranienburger und Monbijoustraße passiert man das ehemalige Telegrafenamt und erreicht die Monbijoubrücke. Weiter verläuft die Route an Museumsinsel, Lustgarten und Dom vorbei durch den Hof des Humboldt Forums ins Nikolaiviertel, das in den 1980er-Jahren historisierend wiederaufgebaut wurde (u. a. Nikolaikirche, Knoblauchhaus). Zurück geht es über Mühlendamm und Molkenmarkt zur Neuen Jüdenstraße, zur Mühlendammschleuse und am Rolandufer entlang – vorbei an der Botschaft der Niederlande und dem Historischen Hafen. Zur ganzen Tour bitte hier klicken!
Weitere Wandertipps
Auch interessant
3. Auf zum „Kap Horn“ von Berlin
Knapp elf Kilometer ist diese Rundwanderung lang. Start- und Zielpunkt ist die historische Dorfkirche Schmöckwitz. Vom Kirchhügel, dem Endpunkt der Tram 68, geht es über die Schmöckwitzer Brücke mit weitem Blick über Dahme und Zeuthener See ins Schmöckwitzer Werder. Erzählt wird die Fontane-Anekdote vom Fischer Kahnis auf der nahe gelegenen Fischerinsel. Am Ufer lädt eine kleine Badestelle zum Verweilen ein; kurz darauf passiert man das heutige „Waldhotel am See“, einst das DDR-FDGB-Heim „Bertolt Brecht“. Durch den überwiegend von Kiefern geprägten Wald wandert man zum südlichsten Zipfel Berlins, Rauchfangswerder – scherzhaft „Kap Horn von Berlin“ –, der allerdings bebaut und nicht frei zugänglich ist. Sehenswert ist nahe dem Ortseingang ein privat geführter Waldfriedhof mit Gräbern bekannter Persönlichkeiten. Der Rückweg verläuft am Zeuthener See entlang, mit Blick auf den Turm der Martin-Luther-Kirche in Zeuthen. Mehr Infos zur Tour gibt es hier!






