Sie sind regelmäßig in den Schlagzeilen. Einige Fans von Hertha BSC und Union Berlin machten in den vergangenen Jahren immer wieder mit kleineren und größeren Ausschreitungen auf sich aufmerksam. Doch die Anhänger der beiden professionellen Berliner Fußballvereine verursachen nicht nur durch die Notwendigkeit einer verstärkten Polizeipräsenz hohe Kosten. Vor allem vermeintliche Kavaliersdelikte gehen ganz schön ins öffentliche Geld. Die Politik will dem jetzt einen Riegel vorschieben.
Verkehrsschilder in Berlin: CDU fordert härteres Bußgeld gegen Sticker
Denn der Berliner Christdemokraten sind die zahlreichen Sticker auf Verkehrsschildern ein Dorn im Auge. Sie fordert daher ein gesondertes Bußgeld von mindestens 250 Euro. Lars Bocian (CDU), Leiter des Verkehrsausschusses, sagte der „Bild“-Zeitung: Manche Schilder seien so zugeklebt, „dass man die richtige Geschwindigkeit oder Pfeile nicht mehr erkennt“. Gemeinsam mit dem Umweltpolitiker Danny Freymark (CDU) will er das Bekleben nicht länger als einfache Ordnungswidrigkeit behandeln. Betroffen wären Sticker jeglicher Art – doch die von Fußballvereinen hätten zuletzt deutlich zugenommen, so Bocian.
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Auch die Verwaltung bestätigt das Problem. Staatssekretär Arne Herz (CDU) erklärt: „Besonders auffällig im gesamten Stadtgebiet ist der Anteil von Verunreinigungen mit den Vereinsfarben und Symbolen der Fußballvereine Hertha BSC und 1. FC Union Berlin, die häufig unmittelbar auf die rechtlich relevanten Bereiche von Beschilderungen aufgebracht werden.“ Der Senat warnt vor einem „gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr“: Zugeklebte Hinweise könnten Reaktionszeiten verzögern, Fehlinterpretationen begünstigen und das Unfallrisiko erhöhen.
Vandalismus in Berlin: Reinigung der Schilder verursacht hohe Kosten für Bezirke
Die Auswirkungen sollen dem Bericht der „Bild“ zufolge groß sein. In Steglitz‑Zehlendorf mussten in drei Jahren rund 1600 Schilder ersetzt werden. In Mitte werden pro Jahr etwa 500 Schilder beschädigt. Für die Beseitigung fallen rund 150.000 Euro an. In Kreuzberg sollen bereits teurere Schilder mit Anti‑Sticker‑Folien verbaut werden, um das Problem einzudämmen.
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Ob ein hohes Bußgeld bei Fußballfans und Stickerfreunden verfängt, ist jedoch fraglich. Der Fan‑Forscher Harald Lange von der Universität Würzburg warnte jedenfalls vor der Einführung: Härtere Strafen könnten den Wettbewerb sogar befeuern. Zudem sei es schwierig, Täter zu erwischen. Und mit der Androhung höherer Bußgelder werde das Bekleben „erst wirklich interessant“.





