Unter dem Motto „Solidarität mit Frauen statt Alkohol und Bollerwagen“ ruft eine Initiative am Vatertag zu einer Kundgebung gegen geschlechtsspezifische und sexualisierte Gewalt auf. Nach Angaben der Gruppe „MännerGegenGewalt“ handelt es sich dabei erstmals um sogenannte „feministische Großproteste“, die sich ausdrücklich an Männer richten und auch von Männern organisiert werden.

Montag bis Samstag
Morgenpost der Chefredaktion
Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Die Kundgebung soll heute (14. Mai) um 14 Uhr am Brandenburger Tor stattfinden. Erwartet werden den Angaben zufolge rund 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. In einem begleitenden Video werben unter anderem der Grünen-Vorsitzende Felix Banaszak sowie der Bundestagsabgeordnete Luke Hoß (Linke) für die Teilnahme an der Aktion.
Auch interessant
Comedian Aurel Mertz: Wir stehen gegen Gewalt an Frauen
Comedian Aurel Mertz, der bei der Versammlung sprechen soll, sagte im Vorfeld: „Die Manosphere und selbsternannte „Alpha-Männer“ wollen uns einreden, Männlichkeit bestehe aus emotionaler Verrohung, Dominanz und Frauenhass. Dem setzen wir etwas entgegen: Ein Großteil von uns Männern teilt diese Werte nicht. Wir stehen gegen Gewalt an Frauen und queeren Menschen – und an der Seite der Betroffenen“. Bei der Kundgebung sind Auftritte geplant, etwa von Sängerin Bahar Kizil und Musiker Tripkid.
Die Initiative hat sich nach eigenen Angaben in Bezug auf feministische Solidaritätsproteste der letzten Wochen gegründet. Die gesellschaftliche Diskussion über digitale und sexualisierte Gewalt gegen Frauen hatte mit Bekanntwerden der Vorwürfe der Schauspielerin Collin Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen Ende März neue Fahrt aufgenommen. Er soll Fake-Profile in ihrem Namen erstellt und darüber pornografische Inhalte verbreitet haben. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Tausende Menschen gingen danach in vielen Städten bei Demonstrationen auf die Straße, um mehr Schutz für Opfer sexualisierter Gewalt zu fordern.
Auch interessant
Zeitgleich zur Versammlung in Berlin ist am Donnerstag in Hamburg eine Kundgebung geplant. „Männer müssen endlich Verantwortung übernehmen“, schreiben die Hamburger „ComeOnBoys“. Es sei „überfällig und unabdinglich, dass sich auch Männer diesem Protest anschließen und sich klar positionieren“, heißt es in dem Aufruf.
Ziel sei es, dem sogenannten Herrentag neue Bedeutung zu verleihen: „Wir wollen keinen Tag erleben, an dem Männergruppen bis oben hin mit Alkohol gefüllte Bollerwagen hinter sich herziehen, ihre vermeintliche Männlichkeit breitbeinig vor sich hertragen und vor allem durch (sexuelle) Belästigungen im öffentlichen Raum auffallen“, teilten die Hamburger Initiatoren mit.
lth/dpa






