Liebe Leserin, lieber Leser,

was wird heute wichtig? Beginnen wir mit einem Blick auf die Termine des Tages:

• Im Roten Rathaus tagt der Senat. Bei der anschließenden Pressekonferenz wird es wohl auch um die Frage gehen, wer Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson im Amt folgen könnte.
• Aktionstag zum Tag der Pressefreiheit in der ehemaligen Stasi-Zentrale. Unter dem Motto #PressefreiheitIstDeineFreiheit diskutieren Journalistinnen, Politikerinnen und Medienexpertinnen über die Bedeutung freier Medien in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft. 
• Im Neuen Museum wird ein Spandauer Kreuzanhänger aus dem 11. Jahrhundert präsentiert. Er wurde bei Ausgrabungen auf dem slawischen Burgwall gefunden und gilt als einer der ältesten Nachweise der frühen Christianisierung zwischen Elbe und Oder.

Neues aus Berlin

Szenenwechsel. Am Bahnhof Zoo und am Ostbahnhof darf künftig kein Alkohol mehr konsumiert werden. Wer gegen das Verbot verstößt, muss ab Freitag mit Hausverweisen oder Hausverbot rechnen. Sowohl im Gebäude als auch auf den Vorplätzen soll sich damit das öffentliche Bild ändern. Die Bahn macht von ihrem Hausrecht Gebrauch.

Doch funktioniert das? Am Hauptbahnhof in Hamburg gilt bereits seit zwei Jahren ein striktes Alkoholverbot. Dort sank laut Innenbehörde die Gewaltkriminalität innerhalb eines Jahres um fast 25 Prozent. Die Sauberkeit habe zugenommen, heißt es.

Kritiker bemängeln allerdings, damit würden keine Probleme gelöst, sondern nur verdrängt. Denn natürlich sind die Menschen, die dort nicht mehr in der Kriminalitätsstatistik auftauchen, aller Voraussicht nach an anderen Orten zu finden. Und es trifft diejenigen, die ohnehin am Rande der Gesellschaft leben. Dem würde vermutlich auch die Bahn nicht widersprechen.

Montag bis Samstag

Morgenpost der Chefredaktion

Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.

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Doch wer über Sicherheit an öffentlichen Plätzen spricht, muss etwas tun. Das Alkoholverbot verhindert aller Voraussicht nach so manchen Konflikt am Bahnhof. Die Probleme der Menschen dort sind damit zwar nicht gelöst. Das Verbot ersetzt keine Sozialarbeit, keine Suchtprävention und auch keine Bahnhofsmissionen. Im Übrigen haben Menschen Verständnis für die Maßnahme, fordern aber, so etwas müsse mit Angeboten für Süchtige und Obdachlose flankiert werden.

Es wäre also falsch, die Idee grundsätzlich abzutun. Öffentliche Räume gehören allen. Deswegen muss die eigentliche Frage lauten: Gelingt es, Bahnhöfe als attraktive Orte zu erhalten? Das Verbot am Zoo und am Ostbahnhof ist ein Testfall für die Stadt. Es lohnt sich, das Ergebnis genau anzusehen.

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Außerdem wichtig

Ein Hinweis in eigener Sache. Die Berliner Morgenpost und die Friedrich-Naumann-Stiftung diskutieren am Mittwochabend die Frage „Markt oder Staat – wer löst die Wohnungsnot?“. Im Mittelpunkt der Diskussion steht die Frage, wie mehr Wohnraum entstehen kann, ohne dabei soziale Verantwortung und faire Regeln aus dem Blick zu verlieren. Wer spontan kommen will, gerne hier kostenlos anmelden.

Mal eine gute Nachricht für Berlin: Einer noch nicht veröffentlichten Studie zufolge rechnet sich der U-Bahn-Ausbau ins Märkische Viertel. Umso wichtiger ist das, weil das entsprechende Geld vom Bund noch fehlt. Das könnte sich jetzt ändern, berichtet Joachim Fahrun.

Wegen Personalmangel ist der Tiergarten-Tunnel im Moment nachts mal wieder gesperrt. Wenn Sie sich fragen, warum es so schwer ist, Personal zu finden, dann empfehle ich die Recherche von Iris May. Sie beschreibt die Herausforderung, einen der längsten Tunnel Deutschlands zu managen.

Das Melanchthon-Gymnasium in Hellersdorf hat etwas nicht, was an Schulen eigentlich immer da ist. Eine Turnhalle. Zum Sportunterricht müssen die Schüler teils weite Wege gehen. Oskar Paul hat sich erzählen lassen, warum das so ist.

Am 8. Mai wird im Tiergarten die Helmut-Kohl-Allee eingeweiht. Jetzt wurde bekannt, dass die beiden wichtigsten CDU-Persönlichkeiten fehlen werden.

Zum Schluss noch ein ganz anderes Thema. Bei dem sich eigentlich alle einig sind. Die Bürokratie. Sie ist überbordend, in Teilen unsinnig und unverständlich. Unser Kolumnist Stefan Anker fragt sich, warum sie trotzdem noch immer zunimmt.

Zum Schluss noch ein ganz anderes Thema. Bei dem sich eigentlich alle einig sind. Die Bürokratie. Sie ist überbordend, in Teilen unsinnig und unverständlich. Unser Kolumnist Stefan Anker fragt sich allerdings, warum sie noch immer zunimmt.

Ich wünsche einen sommerlichen Dienstag.

Ihr Peter Schink,
Chefredakteur

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