Wer regelmäßig durch Berlin fährt, dem dürften sie immer wieder begegnen: Baustellen, die zwar eingerichtet wurden, auf denen dann aber für lange Zeit scheinbar nichts passiert. Solche Orte werden wahlweise „Schlafbaustellen“ oder „Geisterbaustellen“ genannt und sind für viele ein Ärgernis. Denn obwohl nicht gebaut wird, gelten für den Verkehr Einschränkungen oder Umleitungen – nicht selten verbunden mit längeren Fahrzeiten und Staus. Berlins neuer Baustellenkoordinator Jörg Seegers, der den Posten seit Februar ehrenamtlich besetzt, hat deshalb bereits betont, dass er mit der Verkehrsverwaltung etwas gegen solche Fälle unternehmen möchte.

Mehr zum Thema Verkehr in Berlin

Ein Beispiel, das der Redaktion aufgefallen ist: die Baustelle in der Bäkestraße in Lichterfelde. Über den Teltowkanal hinweg und am Kanal entlang, wurde dort eine Fernwärmeleitung verlegt. Laut Baustellenschild sollte das Vorhaben eigentlich im Dezember 2025 fertig sein. Stattdessen stehen Bagger und Baugeräte sowie große Container mit Sandaushub immer noch im Baustellenbereich herum. Die Bäkestraße und die Brücke über den Teltowkanal bleiben für den Verkehr gesperrt. Die Verkehrsinformationszentrale Berlin weist online inzwischen eine Dauer bis Mitte Juni 2026 aus.

Geisterbaustellen in Berlin können verschiedene Gründe haben

Gründe für Baustellen, auf denen nichts passiert, hört man unterschiedliche. Wie ein Tiefbauunternehmer der Berliner Morgenpost schilderte, warte man teilweise lange auf die nötige Anordnung aus der zuständigen Behörde, um mit den Bauarbeiten zu beginnen. Ein anderes Beispiel: Im Untergrund wird eine Leitung entdeckt, die zuvor nirgendwo eingezeichnet war. Jörg Seegers sieht eine Ursache in mangelhaften Planungsunterlagen. Es müsse dann nach- oder umgeplant werden, bevor das Bauunternehmen tatsächlich seine Arbeit aufnehmen kann.

Das Ärgernis aber bleibt, und die Bäkestraße dürfte aktuell nicht die einzige „Schlafbaustelle“ in der Stadt sein. Die Berliner Morgenpost sucht deshalb weitere Beispiele – mit Ihrer Hilfe. Wir wollen wissen: Welche „Schlafbaustelle“ nervt Sie besonders? Schicken Sie uns die Orte samt Beschreibung der Baustelle und gern auch einem Foto an leserbriefe@morgenpost.de.