Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sehen eine positive Entwicklung bei der Sicherheit in Bussen und Bahnen. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, ist die Zahl der registrierten Straftaten im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent gesunken und hat damit den niedrigsten Stand seit zehn Jahren erreicht.

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Insgesamt wurden knapp 12.600 Straftaten registriert. 2015 waren es noch rund 22.600. Haupttreiber des Rückgangs sind die Taschendiebstähle, die sich innerhalb der vergangenen Jahre erheblich verringert haben, von fast 12.500 auf zuletzt noch gut 2800 Fälle.
Blickt man dagegen auf die Gewaltdelikte, fällt die Entwicklung nicht ganz so eindeutig aus. 4000 Gewaltdelikte gab es im vergangenen Jahr. Das entspricht einem Rückgang um 120 gegenüber dem Vorjahr. Allerdings: Gegenüber dem Jahr 2015 liegt die Zahl noch deutlich höher. Damals erfasste die Berliner Polizei knapp 3070 physische Delikte.
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Sicherheit bei der BVG: Mehr Sexualdelikte und mehr Nötigungen
Auffällig ist auch: Die Zahl der Sexualdelikte erreichte mit 314 den höchsten Stand seit 2015. Auch die Zahl der Nötigungen hat sich im Verlauf der vergangenen zehn Jahre nahezu verdoppelt und lag 2025 den Angaben zufolge bei 644. Dies sei ein gesamtgesellschaftlicher Trend, der sich auch bei der BVG zeige, erklärte das Unternehmen. Eine genaue Ursache dafür sei nicht bekannt, sagte BVG-Chef Henrik Falk am Montag.

Grundsätzlich betonte der Manager: „Jeder Angriff ist einer zu viel, und jede Straftat ist eine zu viel.“ Man sehe anhand der Gesamtzahlen aber, dass die ergriffenen Maßnahmen wirken – vor allem bei den Übergriffen auf Beschäftigte der BVG gab es eine Verbesserung. 269 Delikte wurden im vergangenen Jahr erfasst, darunter etwa 143 Körperverletzungen und 43 Bedrohungen. Im Vorjahr waren es noch 327 Fälle, im Jahr 2015 sogar noch 642. Falk betonte dennoch, dass man mit dem Niveau an Straftaten bei der BVG „lange noch nicht zufrieden“ sei.
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BVG plant „stillen Notruf“ für Fahrgäste
Die BVG hat in den vergangenen Jahren unter anderem die Präsenz der Sicherheitsmitarbeiter deutlich erhöht. Rund 250 Sicherheitskräfte sind bei der BVG im gesamten Netz im Einsatz. Pro Tag leisteten sie im vergangenen Jahr durchschnittlich 2275 Einsatzstunden, im Jahr 2024 waren es 1913 Stunden. Gleichzeitig wurde dem Unternehmen zufolge auch die Zusammenarbeit mit der Polizei intensiviert und die Zahl der gemeinsamen Streifen gesteigert.
Seit Anfang dieses Jahres greift eine weitere Neuerung: Seither können Videodaten nicht mehr nur für 48 Stunden, sondern für 72 Stunden gespeichert werden. Hintergrund ist die Ende 2025 beschlossene Novelle des Allgemeinen Sicherheits- und Ordnungsgesetzes in Berlin. „Wir merken, dass die Videoanfragen steigen und diese Entscheidung richtig und wichtig war“, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU). Laut BVG gab es im Jahr 2021 insgesamt gut 7800 Videoanfragen durch Ermittlungsbehörden. Im vergangenen Jahr waren es etwa 9900.
Zeitnah soll laut BVG außerdem ein „stiller Notruf“ für Fahrgäste eingeführt werden. Über einen Messengerdienst auf dem Handy soll es so die Möglichkeit geben, in Notfällen direkt die Leitstelle zu erreichen und Hilfe zu alarmieren. Das Projekt soll den Angaben nach in den nächsten ein bis zwei Monaten starten.






