Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wollen sicherheitsrelevante Bereiche im U-Bahn-Netz besser schützen und setzen dafür auf eine neue Videotechnik. Diese wurde zunächst am U-Bahnhof Kottbusser Tor getestet, inzwischen ist sie an 13 Stationen im Einsatz. Sieben weitere sollen in diesem Jahr folgen. Welche genau, sagt die BVG allerdings nicht. Es seien aber die bekannten Schwerpunkt-Bahnhöfe darunter, sagte Sabina Kusmin-Tyburski, Leiterin IT & Digitale Infrastruktur, die beispielhaft auf den U-Bahnhof Schloßstraße verwies.

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Dort hatte ein Brand in einem Technikraum Ende November 2025 massive Schäden an Sicherheits- und Kabeltechnik verursacht, was zu monatelangen Einschränkungen auf der Linie U9 führte. „Solche Vorfälle gilt es zu verhindern“, sagte Kusmin-Tyburski. Halten sich unbefugte Personen in sicherheitsrelevanten Bereichen auf, dann soll das mithilfe der neuen Technik erkannt und direkt an die Sicherheitszentrale gegeben werden. Möglicherweise hätte das auch zu einem schnelleren Handeln an der Schloßstraße führen können. „Hätten wir schneller Maßnahmen einleiten können, wäre das Ausmaß vielleicht nicht so groß gewesen“, sagte die IT-Chefin.

Sicherheitsleitstelle der Berliner Verkehrsbetriebe BVG
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hat die Sicherheitsleitstelle der BVG besucht und sich die neue Videotechnik zeigen lassen.© Jens Kalaene/dpa | Jens Kalaene

BVG will neue Videotechnik für mehr Sicherheit auch an Bahnsteigen nutzen

Die neue Videoerkennung wird zunächst nur im nicht-öffentlichen Bereich eingesetzt, etwa an Tunnelzugängen oder für Betriebsanlagen. Sie nimmt Bewegungen wahr, beispielsweise wenn Personen Gleise und Tunnel betreten. In der Sicherheitsleitstelle erhalten die Mitarbeitenden in solchen Fällen eine Meldung auf dem Bildschirm. Zusätzlich weist ein akustisches Signal auf den Vorfall hin. Die Mitarbeitenden können so schnell entscheiden: Ist es sinnvoll, ein Team zum betroffenen Bahnhof zu schicken, oder handelt es sich um ein Vorkommnis, das keine sicherheitstechnische Relevanz hat?

Dass die Technik erst einmal nur im nicht-öffentlichen Raum genutzt wird, hängt mit dem Datenschutz zusammen. In diesen Bereichen habe die BVG einen größeren Spielraum als direkt auf den Bahnsteigen, erklärte Kusmin-Tyburski. Perspektivisch sei es jedoch das Ziel, die KI-gestützte Videoerkennung auch dort zu nutzen, um etwa herrenloses Gepäck, Rauch oder medizinische Notfälle zu erkennen. „Wir sind mit der Datenschutzbehörde im Austausch, was wir machen können und was nicht“, so die IT-Chefin. Geplant ist, dies ebenfalls zunächst am Kottbusser Tor zu testen.

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BVG investiert 105 Millionen Euro in Sicherheit und Sauberkeit

Die BVG hatte die Station Kottbusser Tor im vergangenen Jahr zum „Innovationsbahnhof“ erklärt, mit dem Ziel, dort das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste zu erhöhen. Unter anderem wurden dort, neben der neuen Kameratechnik, auch Spiegel für eine bessere Einsehbarkeit installiert, die Reinigung intensiviert und die Notrufsäulen durch neue Markierungen stärker hervorgehoben. Laut BVG hat das durchaus etwas bewirkt: 2024 gaben 36 Prozent der Fahrgäste an, sich an dem U-Bahnhof sicher zu fühlen. Im vergangenen Jahr waren es immerhin 58 Prozent.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) betonte am Montag den Zusammenhang von Sicherheit und Sauberkeit. Gäbe es Dreck und Verwahrlosung, dann fühlten sich Menschen unsicherer und es fänden eher Straftaten statt, so Wegner. In den Bereich Sicherheit und Sauberkeit hat die BVG im vergangenen Jahr insgesamt 105 Millionen investiert. Laut Unternehmen war das so viel wie noch nie.