Bereits im vergangenen Herbst in München haben sich 66,4 Prozent der Menschen per Bürgerentscheid für eine Olympia-Bewerbung ausgesprochen. Jetzt zog auch Nordrhein-Westfalen nach.

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Wie Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) am späten Sonntagabend verkündet hatte, hätten sich in 16 der eingeplanten 17 Städten insgesamt rund zwei Drittel der Menschen für eine Bewerbung ausgesprochen. Der Berliner Olympia-Beauftragte Kaweh Niroomand erklärt die Folgen für die hiesige Initiative.

Herr Niroomand, NRW votiert nahezu geschlossen für eine Olympia-Bewerbung. Was heißt das für die Berliner Initiative?

Kaweh Niroomand: Ich gratuliere den Kolleginnen und Kollegen aus NRW zunächst gerne zu diesem Ergebnis. Ich sehe das in einem größeren Kontext: Die Umfragen des DOSB zeigen seit mehreren Monaten in ganz Deutschland ein sehr stabiles Ja für die olympischen und paralympischen Spiele. Die Abstimmung in NRW bestätigt das. Und wir hatten bei uns vor zwei Wochen ja auch eine Umfrage, die mit 60 Prozent eine sehr hohe Zustimmung für die Berliner Bewerbung hervorgebracht hat. Insofern freue ich mich darüber und sehe das auch als Rückenwind für unsere Bewerbung.

Nur ist der Rückhalt im Westen eben durch einen offiziellen Bürgerentscheid legitimiert. Gerät Berlin dadurch nicht ins Hintertreffen?

Es ist ein Ansporn, dass wir unsere Kampagne noch weiter vorantreiben. Wir können so eine Abstimmung nicht machen, weil sie gemäß der Berliner Verfassung nicht von der Regierung initiiert werden kann. Fälschlicherweise wird ja häufig lanciert, Berlin würde das nicht machen wollen. Aber das stimmt eben nicht. Man kann das hier nur als Bürger machen, nicht als Landesregierung. Die NOlympia-Bewerbung etwa wird jetzt diese Woche mit der Unterschriftensammlung beginnen.

Warum gibt es denn dann kein Volksbegehren der Bürger für eine Berliner Bewerbung?

Wir haben bereits unsere Instrumente gewählt, um die Bevölkerung zu beteiligen. Wir haben ein Kuratorium gegründet und ein Beteiligungsverfahren in den Kiezen durchgeführt. Das war für uns sehr erfolgreich, weil es uns inhaltlich weitergebracht hat. Und in den kommenden Wochen wird der Parlamentsbeschluss in Gang gebracht, zu dem es im Mai kommt. Dort werden die Volksvertreter also ihre Meinung äußern können. In den Bewertungskriterien des DOSB ist vorgesehen, dass auch so ein Parlamentsbeschluss mit gewissen Punkten versehen wird. Je höher die Zustimmung dort ausfällt, desto besser. Es ist also nicht so, dass wir nichts bekommen, weil wir kein Referendum machen können.