Ungewohnte Klänge und lauter Jubel im Roten Rathaus: Die Bürgerstiftung Berlin hat den Buddies-for-Peace-Preis 2026 verliehen. Ausgezeichnet wurden drei Bildungsprojekte, die sich mit kreativen, historischen und sozialen Ansätzen für ein friedliches Miteinander von Kindern und Jugendlichen einsetzen. Der Preis ist mit insgesamt 5000 Euro dotiert. Durch die Preisverleihung führte Radio-Moderator Maurice „Big Moe“ Baiers. Für die musikalische Begleitung sorgte die Band „The Razzones“.

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Gestiftet wird der Buddies-for-Peace-Preis von Klaus und Lydia Riedel, die 2012 unter dem Dach der Bürgerstiftung Berlin einen Familienfonds zur Förderung friedenspädagogischer Projekte gegründet haben.
Neben insgesamt 5000 Euro Preisgeld erhalten die Gewinnerteams einen weißen Buddy-Bären, gespendet von der Buddy Bear Berlin GmbH. Den können die Jugendlichen gemeinsam mit professionellen Künstlerinnen und Künstlern von der Street Art Berlin GmbH nach eigenen Vorstellungen gestalten.
Friedenspreis 2024 geht an Quinoa-Schule für Rap-Projekt
Bewerben um den Preis konnten sich Kinder und Jugendliche von sechs bis 18 Jahren, in Jahrgangsstufen oder Klassen, in Arbeitsgemeinschaften oder Lerngruppen. Auch Vereine und Organisationen, die sich aktiv mit der Benennung und Lösung von Konflikten beschäftigen, konnten sich um den Friedenspreis bewerben.

In diesem Jahr ging der erste Preis in Höhe von 2500 Euro an das Projekt „Rhythm & Respect“ der 7. Klassen der Reinickendorfer Quinoa-Schule. Die Jugendlichen befassen sich im Unterricht mit Rap und Hip-Hop als kultureller Bewegung. Anschließend entwickeln sie eigene Texte zu Themen wie Krieg, Ausgrenzung, Gewalt oder Freundschaft. Zum Abschluss produzieren sie gemeinsam einen Rap-Song und drehen ein Musikvideo. „Das Projekt schafft einen Raum, in dem Jugendliche ihre Gefühle musikalisch verarbeiten und gemeinsam reflektieren können. Besonders beeindruckend ist, mit welcher Offenheit und Kreativität Emotionen und Ängste in Text, Musik und Bewegung übersetzt werden. Die daraus entstandenen Musikvideos sind großartig und verdeutlichen eindrucksvoll die verbindende Kraft der Musik“, begründete Jurysprecher Jan-Eric Peters die Wahl.
Schülerprojekt erinnert an Inge Deutschkron und die NS-Zeit
Der zweite Preis, dotiert mit 1250 Euro, ging an das Inge-Deutschkron-Gymnasium in Wilhelmsruh für das Projekt „Niemals vergessen“. Nach der Umbenennung der Schule in Inge-Deutschkron-Gymnasium setzte sich die Schulgemeinschaft intensiv mit dem Leben der Holocaust-Überlebenden und Autorin auseinander. Eine Schülergruppe entwickelte weitgehend eigenständig ein zweitägiges Projektformat, das seitdem jährlich durchgeführt wird. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus und mit der Biografie Inge Deutschkrons. „Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus ist heute wichtiger denn je. Die Projektgruppe setzt ein starkes Zeichen und erlebt durch die positive Resonanz in der Schulgemeinschaft echte Selbstwirksamkeit“, erklärte Dr. Diana Marossek, Jurymitglied und CEO von Street Art Berlin.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner betonte in einem übermittelten Grußwort: „Angesichts der zunehmenden Übergriffe auf Jüdinnen und Juden ist es besonders wichtig, dass junge Menschen sich auch gegen Antisemitismus, Hass und Hetze engagieren. Ich gratuliere allen Preisträgerinnen und Preisträgern zu ihrer Auszeichnung – und danke der Bürgerstiftung Berlin für ihren Einsatz für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserer Stadt.“
Kinder- und Jugendhaus Bolle stärkt Bildung und Zusammenhalt
Den dritten Preis und damit ebenfalls 1250 Euro Preisgeld erhielt der Verein Straßenkinder e.V., der seit vielen Jahren auch von Berliner helfen e.V. unterstützt wird. Das von Straßenkinder e.V. gegründete Kinder- und Jugendhaus Bolle in Marzahn-Hellersdorf bietet täglich 120 Kindern und Jugendlichen aus schwierigen Lebenssituationen einen verlässlichen Ort im Alltag. Neben einem warmen Mittagessen gibt es Freizeitangebote, Ausflüge sowie regelmäßige Unterstützung beim Lernen und bei der Vorbereitung auf Schulabschlüsse.
„Das Kinder- und Jugendhaus Bolle ist ein verlässlicher Anker im Kiez. Mit seinem präventiven Ansatz und dem klaren Fokus auf Bildungsabschlüsse stärkt es junge Menschen nachhaltig und gibt Zuversicht, die weit über das Haus hinaus in ihr Umfeld wirkt“, begründete Jurymitglied Karen Giese, Leiterin des Theaters Strahl, die Entscheidung der Jury.
Nach der Preisverleihung schleppten die Preisträger glücklich ihren Buddy-Bären aus dem Roten Rathaus. Nach den Osterferien werden aus den weißen Rohlingen bunte Kunstwerke entstehen, als Botschafter für ein friedliches Miteinander.
Bürgerstiftung Berlin
Die Bürgerstiftung Berlin setzt sich seit über 25 Jahren für Bildungsgerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe ein. Sie verbindet engagierte Bürgerinnen und Bürger, die sich mit Zeit, Ideen und finanzieller Unterstützung für ihre Stadt einsetzen. Rund 500 ehrenamtliche Patinnen und Paten engagieren sich regelmäßig in Berliner Schulen und Kitas. Dort fördern sie die Neugier und Begeisterung der Kinder – etwa für das Lesen, naturwissenschaftliche Themen oder den Berliner Nahverkehr. www.buergerstiftung-berlin.de





