Abends in Berlin in den Zug einsteigen und morgens in Paris aufwachen – oder andersherum. Das ist nun mit einer neuen Nachtzugverbindung des niederländisch-belgischen Unternehmens European Sleeper möglich. Am Donnerstag (26.03.) ist um 18:03 Uhr am Pariser Gare du Nord der erste Zug direkt in die deutsche Hauptstadt gerollt. Der Zug erreichte den Berliner Hauptbahnhof am Freitagmorgen nahezu planmäßig gegen 9:02 Uhr, wie aus Zugdaten der Deutschen Bahn hervorgeht. Die Fahrzeit betrug knapp 15 Stunden. Am Freitag macht er sich um 18:31 Uhr wieder auf in Richtung Frankreich.

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Der neue Nachtzug verkehrt zunächst dreimal wöchentlich. Von Berlin aus fahren die Züge montags, mittwochs und freitags nach Paris. In die Gegenrichtung geht es sonntags, dienstags und donnerstags.

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European Sleeper übernimmt Nachtzug zwischen Berlin und Paris

Unterwegs macht der Nachtzug nur wenige Stopps. In Deutschland hält er ab 13. Juli ausschließlich in Hamburg-Harburg. Weitere Stationen sind Mons, Brüssel und Lüttich. Die Verbindung richtet sich an alle, die entspannt über Nacht reisen wollen – und Flugzeug und Autobahn meiden möchten.

European Sleeper übernimmt damit eine Strecke, die die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) Mitte Dezember wegen wegfallender staatlicher Zuschüsse aus Frankreich eingestellt hatten. Dieser von der ÖBB in Kooperation mit der SNCF und DB eingesetzte Zug fuhr dabei über Straßburg, Frankfurt und Erfurt. Gegen die Einstellung dieser erst zwei Jahre zuvor wieder neu eingeführten Verbindung gab es größeren Protest. Daraufhin sprang European Sleeper ein, um die beiden Metropolen zu verbinden. Das Unternehmen betreibt bereits eine Verbindung zwischen Brüssel und Prag über Berlin.

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Rege Nachfrage nach Nachtzügen – warum es dennoch weniger gibt

Nachtzüge erfreuen sich zwar reger Nachfrage, da sich wieder mehr Menschen für eine Fernreise per Bahn entscheiden und dabei auch vor langen Fahrten nicht zurückschrecken. Die staatlichen Bahngesellschaften beklagen aber dennoch, dass diese Verbindungen nicht rentabel sind. Dies hängt auch damit zusammen, dass die Nachtzüge tagsüber auf dem Abstellgleis stehen, während ein ICE beispielsweise mehrmals täglich auf einer Strecke hin- und herfährt und damit wirtschaftlicher ist.

Bei European Sleeper handelt es sich eigenen Angaben zufolge um ein genossenschaftliches Eigentumsmodell. Projektunterstützer erwerben Anteile und finanzieren so die Verbindungen.

dpa/AFP