Nur einen Tag, nachdem Zehntausende Menschen in Berlin für Frauenrechte demonstriert haben, sind im Roten Rathaus sechs Frauen ausgezeichnet worden, die sich seit Jahren ebenfalls für Gleichberechtigung einsetzen. Der Berliner Frauenpreis 2026 ging an die Gründerinnen des Frauenfußballteams vom FC Viktoria Berlin. Seit 1987 wird dieser Preis, der mit 5000 Euro dotiert ist, jährlich verliehen. In diesem Jahr erhielten ihn erstmals Frauen aus dem Sport, wie Iris Spranger (SPD) sagte.

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Gleichzeitig betonte die Sportsenatorin, an die Preisträgerinnen gewandt: „Was ihr geschaffen habt, ist mehr als ein erfolgreiches Fußballteam.“ Die Gründerinnen seien neue Wege gegangen und hätten die Strukturen im Frauenfußball verändert. Sie seien entschlossen gewesen, „Frauen genau die Rechte im Frauenfußball zu geben, wie es im Männersport und Männerfußball der Fall ist.“ Die Auszeichnung bezeichnete Spranger als starkes Signal für den Sport, vor allem aber „für Frauen, die mehr wollen als schöne Worte“.

Der Anspruch, dass gleiche Arbeit gleich bezahlt wird, gilt auch im Fußball
Die Gründerinnen hinter dem Team sind Ariane Hingst, Verena Pausder, Tanja Wielgoß, Felicia Mutterer, Katharina Kurz und Lisa Währer – sechs Frauen mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen und Erfahrungen, aber dem gemeinsamen Ziel, etwas zu bewegen. Im Sommer 2022 entstand so das Frauenteam des Traditionsclubs FC Viktoria 1889 Berlin mit einer eigenen Gesellschaft und einer professionellen Struktur. Das Team wird ähnlich wie ein Start-up geführt und kämpft sich ohne die Querfinanzierung eines Männerteams nach oben. Seit dieser Saison spielt die Mannschaft in der zweiten Bundesliga. Deutschlandweit gilt Viktoria Berlin so als Vorbild im Sport.
Die für Frauen und Gleichstellung zuständige Senatorin, Cansel Kiziltepe (SPD) würdigte in ihrer Rede den Mut der Preisträgerinnen. Sie sprach bei den Gründerinnen von „Frauen, die das Spielfeld nicht nur betreten, sondern die Regeln verändern“. Kiziltepe verwies dabei auf die Ziele, den Frauenfußball zu stärken, den Spielerinnen mehr Sichtbarkeit zu verschaffen und vor allem auch für eine faire Bezahlung zu sorgen. Es gelte der Anspruch, dass gleiche Arbeit auch gleich bezahlt werden muss – auch im Fußball, so Kiziltepe.
Ariane Hingst hat in ihrer früheren Fußballkarriere schon einige Trophäen gewonnen, wurde mehrfach Welt- und Europameisterin. Der Berliner Frauenpreis sei dennoch etwas Besonderes, sagte sie. „Weil er über den Fußball hinausgeht.“ Dennoch geht es bei Viktoria Berlin natürlich auch um sportliche Ziele, und die sind ambitioniert. Bis 2027 soll der Aufstieg in die 1. Liga gelingen. Dass das gelingt, davon sei sie „zu 100 Prozent überzeugt“, so Hingst. Aktuell steht das Team in der 2. Liga auf Platz 5.
Und in der 1. Liga, so die Gründerin weiter, sei dann längst nicht Schluss. „Wir können groß träumen“, sagte sie. „Ich träume auch von der Champions League in Berlin, bitte in himmelblauen Farben.“ Denn in Berlin gibt es selbstverständlich noch andere Frauenfußballteams. Aber himmelblau, das ist die Farbe von Viktoria Berlin.





