Ab dem ersten März sollen die Tore des Görlitzer Parks in Kreuzberg nachts geschlossen werden. Ziel der Maßnahme von Senat und Polizei ist es, Drogen- und Gewaltkriminalität im Park einzudämmen. Die neu errichteten schwenkbaren Tore sollen je nach Jahreszeit ab 22 oder 23 Uhr verriegelt werden, Drehkreuze bleiben nur in eine Richtung zum Verlassen offen. Wachleute privater Firmen sollen das Ab- und Aufschließen übernehmen – Kostenpunkt laut Senat: rund 800.000 Euro pro Jahr.

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Doch beim Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg stößt der Plan auf scharfe Kritik. Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann bezeichnet die Schließung als „falsche Symbolpolitik“ und warnt vor Verlagerungseffekten: „Kreuzberg ist kein Freiluftexperiment des Senats, sondern das Zuhause vieler Menschen. Weder Sucht und Obdachlosigkeit noch strukturelle Armut verschwinden durch Zäune und das Absperren öffentlicher Räume. Wir teilen die Sorgen der Anwohnenden, dass es durch die Schließung zu weiteren räumlichen Verlagerungen kommen wird – in Hauseingänge und Hinterhöfe, auf Spielplätze und U-Bahnhöfe.“
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Die Bezirksbürgermeisterin kritisiert zudem die Kosten der Maßnahme: „Mit dem Bau der Toranlagen und der Beauftragung eines privaten Schließdienstes gibt der Senat extrem viel Geld aus, das an anderer Stelle für sinnvolle Angebote fehlt. Die veranschlagten Kosten für den Bau, die Sicherheit und laufenden Betrieb stehen in keinem angemessenen Verhältnis. Repressive Maßnahmen ohne flankierende soziale Strategien führen erfahrungsgemäß nicht zu einer Entspannung der Lage, sondern zu Verlagerungseffekten.“
Nächtliche Schließung des Görlitzer Parks: Bezirk plädiert auf Sozialarbeit – Bündnis kündigt Klage an
Statt auf Zäune zu setzen, schlägt das Bezirksamt vor, die Mittel in nachhaltige Lösungen zu investieren: Ausbau aufsuchender Sozialarbeit im Park und im Kiez, ganzjährige Öffnung des Nachtwärmecafés am Kottbusser Tor für Obdachlose, erweiterte Öffnungszeiten der Drogenkonsumräume sowie gezielte Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene mit Suchterkrankungen.
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Gegen die geplante nächtliche Schließung formiert sich Widerstand: Das Bündnis „Görli Zaunfrei“ kündigte juristische Schritte an. Ein Sprecher erklärte der dpa, sobald die Schließungsanordnung vorliege, werde Widerspruch eingelegt. „Wir halten diese Pläne angesichts der zahlreichen noch bestehenden Baustellen für ziemlich optimistisch“, kritisierte das Bündnis und bezeichnete die Maßnahme ebenfalls als Symbolpolitik. Protestaktionen seien bereits geplant.





