In Friedrichshain könnte erstmals in Berlin eine vollständig begrünte sogenannte Gartenstraße entstehen. Vorbild ist ein Projekt aus Paris. Die Danneckerstraße im Rudolfkiez soll entsiegelt und umfassend bepflanzt werden. Das berichtet die „B.Z.“.

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In der französischen Hauptstadt wurde im Sommer 2025 im 13. Arrondissement eine frühere Fahrbahn zur sogenannten „Rue Jardin“ umgestaltet. Wo zuvor Autos fuhren, wachsen heute Stauden und Gehölze, ein schmaler Weg führt durch das Grün. Dieses Konzept habe auch Gefallen bei Friedrichshain-Kreuzbergs Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann gefunden.

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Nach Pariser Vorbild: Diese Straße soll eine Gartenstraße werden

Wie die Zeitung weiter berichtet, lernte Herrmann die Gartenstraße bei einer Delegationsreise nach Paris im vergangenen Herbst kennen. „Von der Gartenstraße waren wir sehr angetan“, sagte Herrmann gegenüber der „B.Z.“. Als möglicher Standort gelte die Danneckerstraße zwischen Rudolfstraße und Rotherstraße. Teile des Abschnitts sind bereits seit 2020 autofrei, dort stehen Kübel mit Bäumen und Sträuchern. Der Bezirk bezeichnet den Bereich bislang als „Klimastraße“.

Für den Umbau zur Gartenstraße stehen laut „B.Z.“ rund 1,6 Millionen Euro aus Bundesmitteln zur Verfügung. Herrmann zeigt sich gegenüber der Zeitung optimistisch: „Paris zeigt uns: Visionen sind umsetzbar.“

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CDU kritisiert Pläne: „Paris wird stark romantisiert“

Nicht überall stößt das Projekt auf Zustimmung. Die CDU-Bezirksverordnete Marita Fabeck äußerte gegenüber der „B.Z.“ Zweifel am Pariser Vorbild. „Paris wird von den Grünen gern als großes Vorbild für eine autofreie Stadt inszeniert und dabei stark romantisiert“, sagte sie. Berlin sei flächenmäßig deutlich größer und habe andere Verkehrsströme.

Fabeck kritisierte zudem die Prioritätensetzung im Bezirk: „Bevor man neue Grünflächen schafft, sollte man in die bestehenden investieren. Es fehlt an Pflege, finanziellen Mitteln zur Unterhaltung. Mir fällt kein Park in der Umgebung ein, der nicht in einem verwahrlosten und vermüllten Zustand ist.“

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Urban Farming: Herrmann hat weitere Visionen für den Bezirk

Besonders beeindruckt zeige sich Herrmann zudem von dem Quartier „Chapelle international“ in Paris, das auf einem ehemaligen Bahngelände entstanden ist. Dort wurden Logistikflächen, Wohnungen, Spielplätze und eine Schule kombiniert, auf den Dächern wird Urban Farming betrieben.

„Das ist für mich die Zukunftsvision für das ehemalige Güterbahnhofsgelände an der Frankfurter Allee, statt der Autobahn“, sagte Herrmann gegenüber der „B.Z.“. Allerdings ist das Areal derzeit für den 17. Bauabschnitt der Stadtautobahn A100 vorgesehen, der im Bundesverkehrswegeplan 2030 als fest eingeplant gilt.