- Bei der BVG steht der nächste Streik bevor
- Am Freitag und am Samstag ist der öffentliche Nahverkehr in Berlin stark eingeschränkt
- Die Berliner S-Bahn ist nicht betroffen
Die Gewerkschaft Verdi hat in Berlin zum nächsten Streik bei der BVG aufgerufen. Von Freitagmorgen bis zum frühen Sonntagmorgen sollen Busse, Trams und U-Bahnen für 48 Stunden in den Depots bleiben, wie die Gewerkschaft mitteilte.

Montag bis Samstag
Morgenpost der Chefredaktion
Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Die Berliner S-Bahn ist nicht betroffen. Sie wird von der Deutschen Bahn betrieben. Zudem fahren Regio-Züge regulär. Auch einzelne Bus-Linien, die von privaten Unternehmen im Auftrag der BVG unterwegs sind, sind unterwegs. Welche Linien das sind, erfahren Sie hier.
BVG-Streik am Freitag und Samstag (27. und 28. Februar): Wer fährt – und wer nicht? Der Überblick
| Verkehrsmittel | Lage am 27. und 28. Februar |
|---|---|
| U-Bahnen | ❌ Streik, kein U-Bahn-Verkehr |
| Busse der BVG | ❌ Streik, kein Busverkehr |
| Trams | ❌ Streik, kein Tram-Verkehr |
| Busse im Auftrag der BVG | ✅ regulärer Verkehr |
| S-Bahn Berlin | ✅ regulärer Verkehr |
| Regionalbahnen der Deutschen Bahn | ✅ regulärer Verkehr |
| Regionalbahnen der ODEG | ✅ regulärer Verkehr |
Der Warnstreik beginnt am frühen Freitagmorgen um 3 Uhr und endet am frühen Sonntagmorgen, ebenfalls um 3 Uhr. Bereits vor und nach dem Streik kann es zu Ausfällen kommen, schreibt die BVG.
Die Verkehrsinformationszentrale (VIZ) erwartet in der Zeit auf den Straßen der Hauptstadt ein erhöhtes Verkehrsaufkommen und größere Staugefahr. Zu den betroffenen Punkten auf den Berliner Stadtautobahnen gehören:
- der Bereich Dreieck Charlottenburg
- Dreieck Funkturm
- vor der Baustelle an der AS Detmolder Straße
- im Dreieck Neukölln
- an der Baustelle auf der A115 im Bereich Kreuz Zehlendorf
- die zuführende Bundesstraßen wie die B1, B2, B5, B96, B96a und B158
Reisende von und zum Flughafen BER sollten beachten, dass zum Airport der Flughafen-Express FEX, die S-Bahn Berlin sowie die Züge des Regionalverkehrs genutzt werden können.
BVG über neuen Warnstreik in Berlin: „völlig unverhältnismäßige Eskalation“
Hintergrund des Warnstreiks ist, dass gerade in 150 öffentlichen Verkehrsunternehmen und Busbetrieben in allen Bundesländern sowie in Berlin, Hamburg und Bremen mit zusammen rund 100.000 Beschäftigten über neue Tarifverträge verhandelt wird.
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) selbst reagierten erwartungsgemäß mit scharfen Worten auf die Ankündigung der Gewerkschaft reagiert. Die Rede ist von einer „völlig unverhältnismäßigen Eskalation“, die massive Auswirkungen auf die Fahrgäste in der Stadt habe. „Die Verhandlungen in Berlin liegen im vereinbarten Zeitplan“, erklärt das Unternehmen weiter. „Und trotzdem eskaliert Verdi Berlin, um einer bundesweiten Verdi-Dramaturgie zu folgen, ohne die Berliner Realität anzuerkennen.“
- Gut informiert: Die wichtigsten News zum BVG-Streik im Blog
- Streik: Viele Busse fahren trotzdem – das sind die Linien
- Alternativen: S-Bahn erweitert Angebot
- Analyse: Bezirke im Streik-Chaos? Diese Kieze werden „abgeschnitten“
- Arbeit und Schule: Zu spät wegen Streik? Das sind Rechte & Pflichten
- Urlaub: BVG-Zoff um Urlaubstage und Urlaubsgeld: Wer bekommt wie viel?
Verdi spricht von „Blockadehaltung“, BVG bemängelt fehlende Priorisierung
In Berlin hatte Verdi der BVG zuletzt eine „Blockadehaltung“ vorgeworfen, weil das Verkehrsunternehmen auch in der dritten Verhandlungsrunde noch kein Angebot vorgelegt hatte. Die BVG kritisiert wiederum, dass Verdi bei insgesamt 17 Forderungen noch keine Priorisierung benannt hat. Bis heute verharre die Gewerkschaft „auf ihren nicht finanzierbaren Maximalforderungen“, so die BVG. „Das derzeitige Forderungspaket der Manteltarifrunde summiert sich mittlerweile auf über 150 Millionen Euro jährlich – zuzüglich eines Investitionsbedarfs von 200 bis 300 Millionen Euro für notwendige neue Fahrzeuge.“
Für die rund 16.000 Beschäftigten der BVG wird seit Mitte Januar über bessere Arbeitsbedingungen verhandelt. Verdi setzt sich unter anderem für 33 Tage Urlaub für alle, eine Erhöhung des Urlaubsgelds um 500 Euro und eine Verringerung der maximalen Schichtlänge auf zwölf Stunden ein. Außerdem soll es eine 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich für alle Mitarbeitenden bereits zum Januar 2027 geben. „Wir sind da, wir reden, wir wollen eine Lösung am Verhandlungstisch. Dafür braucht auch Verdi endlich einen Fokus, statt sich weiter konsequent zu verweigern und grundlos zu eskalieren“, betont die BVG.
Auch interessant
Verdi und BVG sollen planmäßig Anfang März erneut verhandeln
Eine weitere Forderung von Verdi, die auch in den vergangenen Jahren schon Thema war, ist die Wendezeit – die Dauer also, die zwischen dem Erreichen der Endhaltestelle und dem Beginn der nächsten Fahrt liegt. Die Gewerkschaft fordert, dass mindestens sechs Minuten eingehalten werden, „unter anderem, um Toilettengänge zu ermöglichen“. „Bei den Wendezeiten geht es nicht nur um Würde, sondern auch um Gesundheitsschutz“, erklärt Verdi-Verhandlungsführer Serat Canyurt. Er wirft der BVG vor, auf Arbeitsbedingungen zu bestehen, die die Kollegen verschleißen.
Die BVG betont dagegen, dass eine sechsminütige Wendezeit allein von der Infrastruktur her nicht zu leisten sei. Zudem wird darauf verwiesen, dass es sich dabei nicht um Pausenzeit für die Fahrer handle, sondern die Wendezeit Teil des Betriebsablaufs sei. Aktuell ist geregelt, dass die Wendezeit mindestens vier Minuten dauern muss. Im Durchschnitt seien es bereits sechs.
Die nächsten Gespräche sind für den 4. und 5. März vereinbart. Die BVG kündigt allerdings auch an, zu prüfen, wie mit den anstehenden Verhandlungsterminen angesichts der „Eskalation“ umgegangen werden soll.





